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Ankertext: Was er ist, welche Arten es gibt und wie Sie ihn richtig wählen.

Ein Ankertext, auch Linktext oder Anchor Text genannt, ist der sichtbare, anklickbare Text eines Links. Google nutzt diese Wörter, um zu verstehen, worum es auf der verlinkten Seite geht. Ein guter Ankertext beschreibt das Ziel in wenigen natürlichen Worten. Ein Backlink-Profil voller exakter Keywords fällt dagegen als Manipulation auf.

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18 Min. Lesezeit

Jeder Link ist ein kleines Versprechen. Die Wörter, auf die Ihre Besucher klicken, sagen ihnen, was sie erwartet. Dieselben Wörter sagen Google, worum es auf der Seite hinter dem Link geht. Diese anklickbaren Wörter heißen Ankertext. Auf den meisten Websites gehen sie an „mehr lesen“ verloren, oder sie werden mit so vielen Keywords gefüllt, dass sie holprig klingen und konstruiert wirken. Im ersten Fall verschenken Sie Wirkung, im zweiten gehen Sie ein Risiko ein.

Dieser Leitfaden erklärt, was ein Ankertext ist, wie Google ihn nutzt, welche Arten es gibt und wie ein natürliches Ankertext-Profil aussieht. Sie erfahren außerdem, warum Linktexte für die Barrierefreiheit und für KI-Antworten zählen und wie Sie Ihre eigenen prüfen. Grundlage sind die Dokumentation von Google Search Central, die Richtlinien des W3C und das, was wir bei Audits sehen. Die technische Seite von Links, also das a-Element, das href-Attribut und die rel-Werte, behandeln wir in einem eigenen Beitrag: Ankertext und a href aus technischer Sicht.

Was ist ein Ankertext?

Ein Ankertext ist der sichtbare, anklickbare Text eines Hyperlinks. Linktext, Verweistext und Anchor Text bedeuten dasselbe. Google beschreibt ihn als Text, der Menschen und Google etwas über die Seite verrät, auf die Sie verlinken. Deshalb beeinflusst er, wie Google diese Zielseite versteht.

Im HTML steht der Ankertext zwischen dem öffnenden und dem schließenden Tag des a-Elements:

<a href="https://viralistic.nl/de/seo">unser SEO-Ansatz</a>

Hier ist „unser SEO-Ansatz“ der Ankertext, und die Adresse im href-Attribut ist das Linkziel. Der Name stammt vom a-Element selbst, das im HTML Anchor-Element heißt, also Anker: Es verankert ein Stück Text mit einem anderen Ort im Web.

Ein Füllfederhalter auf einer gedruckten Manuskriptseite, eine kurze Wortgruppe ist mit violetter Tinte unterstrichen, so wie ein Ankertext die anklickbaren Wörter markiert.

Am Desktop zeigt der Browser die URL eines Links, sobald Sie mit der Maus darüberfahren. Auf dem Smartphone gibt es diesen Hover nicht. Dort ist der Ankertext oft der einzige Hinweis, den Ihre Leser vor dem Tippen haben.

Verwechseln Sie den Ankertext nicht mit einem Anker-Link. Ein Anker-Link, auch Sprungmarke genannt, führt zu einem Abschnitt derselben Seite, zum Beispiel mit #preise am Ende der URL. Auch ein solcher Link hat einen Ankertext, aber der Begriff Anker-Link beschreibt das Ziel, nicht die Wörter.

Manche Links haben gar keinen sichtbaren Text, etwa wenn ein Logo oder ein Foto verlinkt ist. Dann verwendet Google den Alt-Text des Bildes als Ankertext. Ist ein Link vollständig leer, kann Google auf das title-Attribut zurückgreifen. Darauf sollten Sie sich nicht verlassen. Ein leerer Link sagt Ihren Besuchern genauso wenig wie Google.

Wie liest Google Linktexte?

Google nutzt den Ankertext als Hinweis auf die Seite, auf die ein Link zeigt. Diese Idee ist so alt wie Google selbst. In dem Paper, mit dem Sergey Brin und Larry Page ihre Suchmaschine 1998 beschrieben, ordneten sie den Text eines Links nicht nur der Seite zu, auf der er steht, sondern auch der Seite, auf die er verweist. Ihre Begründung war einleuchtend: Die Wörter, mit denen andere auf eine Seite verweisen, beschreiben diese Seite oft genauer als die Seite sich selbst.

Wie stark dieses Signal war, zeigte ein bekanntes Beispiel. Unzählige Websites forderten ihre Besucher mit „click here“ auf, den Adobe Reader herunterzuladen, das Programm, mit dem man damals PDFs öffnete, und verlinkten diese Wörter mit der Downloadseite von Adobe. Anfang 2007 wiesen Leser im Blog des Google-Ingenieurs Matt Cutts darauf hin, dass die Adobe-Seite für „click here“ auf Platz eins stand, obwohl die Wörter dort gar nicht vorkamen. Cutts nannte den Fall in seiner Antwort unter dem Beitrag einen Grenzfall und fügte trocken hinzu, Adobe habe vermutlich nichts dagegen. Derselbe Mechanismus machte Googlebombs möglich: Streiche, bei denen viele Menschen mit denselben Wörtern auf eine Seite verlinkten, die damit nichts zu tun hatte. Im Januar 2007 änderte Google seinen Algorithmus, um diesen Effekt zu begrenzen.

Heute ist der Ankertext ein Signal unter vielen. In seinen Link-Best-Practices schreibt Google, dass Links helfen, die Relevanz von Seiten zu bestimmen und neue Seiten zu finden, und dass ein besserer Ankertext es Menschen und Google leichter macht zu verstehen, worum es auf der verlinkten Seite geht. Google betont dabei auch den Satz rund um den Link: Die Wörter vor und nach einem Link zählen. Ein Link mitten in einem Satz, der das Ziel erklärt, trägt deshalb mehr Bedeutung als ein einzelner Link in einer Reihe.

Google versteht außerdem Synonyme und Bedeutungen. Ein Ankertext muss Ihr Keyword also nicht wörtlich enthalten, um zu wirken. „Wie Sie Backlinks verdienen“ macht auch ohne das Wort Linkbuilding klar, worum es auf einer Seite geht, und liest sich besser.

Arten von Ankertexten mit Beispielen

In der SEO werden Ankertexte in eine Handvoll Arten eingeteilt. Diese Namen sind Fachjargon, keine offiziellen Kategorien von Google, aber sie helfen bei der Bewertung eines Linkprofils. Damit es konkret bleibt, nehmen wir eine echte Seite: unseren Leitfaden zum Linkbuilding mit dem Hauptkeyword „Linkbuilding“. So könnte eine andere Website darauf verlinken:

ArtBeispiel für den LinktextWas er bewirkt
Exact Match„Linkbuilding“Das Keyword wörtlich, oft Money-Keyword genannt. Klar, aber unnatürlich, wenn es sich häuft
Partial Match„Linkbuilding für Premiummarken“Keyword mit Kontext. Liest sich natürlich und beschreibt mehr
Longtail„wie Sie Backlinks verdienen, denen Google vertraut“Eine längere, beschreibende Formulierung. Im Fließtext oft die beste Wahl
Verwandter Begriff„Backlinks verdienen“Ein Synonym ohne das exakte Keyword. Google versteht die Bedeutung
Marke (Brand)„Viralistic“Typisch für Links auf eine Startseite oder als Quellenangabe
Marke und Thema„der Linkbuilding-Leitfaden von Viralistic“Verbindet Wiedererkennung mit dem Thema
Seitentitel„Linkbuilding: So verdienen Sie Backlinks, denen Google und KI vertrauen“Das, was andere oft übernehmen, wenn sie Sie zitieren
Nackte URL„viralistic.nl/de/insights/linkbuilding“Üblich in Quellenverzeichnissen. Sagt wenig, wirkt aber natürlich
Generisch„hier klicken“, „mehr lesen“, „diese Seite“Sagt nichts über das Ziel. Google nennt das zu allgemein
BildAlt-Text „Leitfaden zum Linkbuilding für Premiummarken“Google liest den Alt-Text eines verlinkten Bildes als Ankertext

Keine dieser Arten ist verboten. Eine nackte URL im Quellenverzeichnis ist völlig normal, und ein Markenname ist der logischste Text für einen Link auf eine Startseite. Entscheidend sind die richtige Art an der richtigen Stelle und das Verhältnis über alle Links hinweg. Dazu gleich mehr.

Zwei Arten verdienen einen genaueren Blick. Generische Ankertexte wie „hier klicken“ verstoßen gegen keine Regel, verschenken aber den Link: Google nutzt genau solche Formulierungen als eigene Beispiele für zu allgemeinen Linktext. In einem Button mit klarem Kontext, etwa „Gespräch vereinbaren“ unter einem Absatz über ein Kennenlernen, funktioniert ein kurzer Handlungstext gut. Im Fließtext nicht. Und bei Bildern gilt: Ein verlinktes Logo oder Foto ohne Alt-Text ist ein Link ohne Worte, für Google, für Screenreader und für alle, bei denen das Bild nicht lädt.

Bei internen Links wählen Sie jedes Wort selbst, und dort liegt meist der größte Hebel. Google schreibt, dass mehr Aufmerksamkeit für die Ankertexte interner Links Menschen und Google hilft, Ihre Website zu verstehen, und dass jede Seite, die Ihnen wichtig ist, von mindestens einer anderen Seite Ihrer Website verlinkt sein sollte. Genau dort setzen wir in unserer SEO-Arbeit an: Die Seiten, die Kunden bringen, erhalten Links aus verwandten Artikeln, mit Texten, die sagen, was die Leser dort finden.

Intern darf Ihr Keyword häufiger im Linktext stehen, solange es natürlich klingt. Sie beschreiben Ihre eigene Seite, und genau das verlangt Google. Das Risiko liegt im Vollstopfen, nicht im Benennen. Google schlägt eine einfache Prüffrage vor: Brauchen die Leser diese Keywords, um die nächste Seite zu verstehen? Wenn es sich so anfühlt, als würden Sie sie hineinzwängen, ist es wahrscheinlich zu viel.

Achten Sie auch auf Einheitlichkeit. Links zum selben Ziel, etwa in Ihrer Navigation, sollten auf jeder Seite denselben Text tragen. Links zu verschiedenen Zielen sollten verschiedene Texte haben. Zweimal „unser Ansatz“, das zu zwei unterschiedlichen Seiten führt, verwirrt Ihre Besucher und sagt Google nichts über den Unterschied zwischen diesen Seiten.

Bei externen Links, also Backlinks, die andere Websites auf Sie setzen, wählen Sie die Worte meist nicht selbst. Eine Redaktion verlinkt mit Ihrem Firmennamen, Ihrer Domain, dem Titel Ihrer Seite oder einem Teil des eigenen Satzes. Das ist kein Problem. Genau so sieht ein natürliches Linkprofil aus. Beeinflussen können Sie, was andere übernehmen: einen klaren Seitentitel und eine klare H1, einen wiedererkennbaren Markennamen und Inhalte, die es wert sind, zitiert zu werden. Erhalten Sie eine Erwähnung oder schreiben Sie einen Gastbeitrag, bitten Sie höchstens um einen inhaltlich korrekten Link. Bitten Sie nie um ein bestimmtes Keyword. Wie Sie solche Links verdienen, lesen Sie in unserem Leitfaden zum Linkbuilding für Premiummarken.

Für Links, die Sie selbst auf andere Websites setzen, gelten dieselben Regeln wie intern. Nennen Sie die Quelle im Linktext, etwa „die Link-Best-Practices von Google“ statt „hier“. Dann wissen Ihre Leser vorher, dass sie Ihre Website verlassen, und wohin.

Wie sieht ein natürliches Linkprofil aus?

In einem natürlichen Ankertext-Profil überwiegen Markennamen, nackte URLs, Seitentitel und beschreibende Formulierungen, weil Menschen eben so verlinken. Ihr Ankertext-Profil ist die Verteilung aller Linktexte, mit denen andere Websites auf Sie verlinken. Ein überoptimiertes Profil hat auffällig viele externe Links mit demselben kommerziellen Keyword. Dieses Muster entsteht selten von allein, und deshalb fällt es auf.

Google geht seit Jahren gegen solche Muster vor. Im April 2012 startete Google das Update, das als Penguin bekannt wurde, gerichtet gegen Webspam wie Keyword-Stuffing und Linkschemata. Welche Signale Penguin genau nutzte, hat Google nie offengelegt. Seit September 2016 läuft Penguin in Echtzeit als Teil des Kernalgorithmus. Laut Google wertet es Spam seitdem ab, indem es Rankings auf Basis von Spamsignalen anpasst, statt das Ranking der gesamten Website zu beeinflussen. Im Dezember 2022 folgte ein Link-Spam-Update, bei dem Google SpamBrain einsetzte, sein KI-basiertes System gegen Spam, um die Wirkung unnatürlicher Links zu neutralisieren.

Die Spamrichtlinien von Google bezeichnen Links, die vor allem zur Manipulation von Rankings erstellt werden, ausdrücklich als Link-Spam. Zu den Beispielen gehören keywordlastige Links in Widgets, die über viele Websites verteilt werden, sowie weit verbreitete Links in Footern oder Templates verschiedener Websites. Google zeigt dazu einen kurzen Kommentar, unterschrieben mit „Paul“, gefolgt von drei Links: „paul’s pizza“, „san diego pizza“ und „best pizza san diego“. So sieht ein Ankertext-Profil aus, das jemand selbst gebaut hat.

Im Netz finden Sie häufig feste Verteilungen, etwa einen Höchstanteil für Exact Match. Google veröffentlicht solche Prozentwerte nicht. Sie stammen von SEO-Tools und Agenturen und sind bestenfalls Faustregeln. Um trotzdem zu zeigen, wie groß der Unterschied sein kann, vergleichen wir zwei erfundene Websites mit Links von jeweils 50 verweisenden Domains. Bei der ersten verlinken 20 Domains mit dem Markennamen, 9 mit der nackten URL, 10 mit einer Beschreibung, 5 generisch, 3 mit dem exakten Keyword und 3 über ein Bild. Bei der zweiten nutzen 29 der 50 Domains dasselbe exakte Keyword.

Zwei Ankertext-Profile im VergleichAnteil von 50 verweisenden Domains je Art des Ankertextes
  • Abwechslungsreiches Profil
  • Überoptimiertes Profil
0%17,5%35%52,5%70%40%14%18%8%20%12%10%4%6%58%6%4%MarkeNackte URLBeschreibendGenerischExact MatchBild0%17,5%35%52,5%70%40%14%18%8%20%12%10%4%6%58%6%4%MarkeNackteURLBeschreibendGenerischExactMatchBild
Zwei Ankertext-Profile im Vergleich
Abwechslungsreiches ProfilÜberoptimiertes Profil
Marke40%14%
Nackte URL18%8%
Beschreibend20%12%
Generisch10%4%
Exact Match6%58%
Bild6%4%

Rechenbeispiel mit zwei erfundenen Websites, keine Norm. Google veröffentlicht keine Prozentwerte für Ankertexte.

Das erste Profil ähnelt dem, was entsteht, wenn Menschen von sich aus auf Sie verlinken. Das zweite erzählt eine andere Geschichte: Jemand hat diese Wörter ausgesucht, meist über gekaufte oder getauschte Links. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr eigenes Profil steht, zählen Sie pro verweisender Domain, welchen Text sie verwendet. Der Anchors-Bericht von Ahrefs zeigt diese Zahlen pro Domain, in der Search Console sehen Sie die Linktexte selbst. Die Standardwerte unten entsprechen dem abwechslungsreichen Beispiel.

Anteil Exact Match in Ihrem LinkprofilGeben Sie die Zahlen aus Ihrem eigenen Linkprofil ein. Zählen Sie verweisende Domains, nicht einzelne Links.
Anteil Exact Match
6,0%
Anteil Marke und URL
58,0%

Ihr Markenname und Ihre URL kommen häufiger vor als Ihr exaktes Keyword. So sieht ein Profil aus, wenn andere von sich aus auf Sie verlinken.

Eine Hilfe zum Lesen Ihres Profils, keine Grenze von Google.

Wirkt das Ergebnis schief, ist Panik fehl am Platz. Google schreibt, dass es Links von bekannten Spam-Websites in der Regel ohnehin ignoriert. Kaufen Sie auch keine unechten Markenerwähnungen, um den Anteil zu „verdünnen“: Das wäre wieder ein gebautes Profil. Finden Sie heraus, woher die Links kommen, lassen Sie die schlimmsten entfernen, wenn das möglich ist, und investieren Sie in Links, die Sie sich verdienen. Wann das Disavow-Tool sinnvoll ist, erklärt der oben genannte Linkbuilding-Leitfaden.

So wählen Sie einen guten Ankertext

Ein guter Ankertext ist laut Google beschreibend, angemessen kurz und relevant für die Seite, auf der er steht, und für die Seite, auf die er verweist. In der Praxis funktioniert das am besten in einer festen Reihenfolge. Schreiben Sie zuerst Ihren Satz, ohne an den Link zu denken. Wählen Sie dann die wenigen Wörter, die das Ziel am besten zusammenfassen, und verlinken Sie nur diese. Lesen Sie zum Schluss nur den Ankertext. Wissen Sie ohne den Rest des Satzes, wohin er führt? Dann ist er gut.

Verwenden Sie die Worte Ihrer Leser, nicht die Ihrer Keyword-Liste. Eine Kundin sucht „was kostet eine Website“, nicht „Website erstellen lassen Preis günstig Agentur“. Verlinken Sie den Kernbegriff, keinen ganzen Satz: Google zeigt selbst, dass ein Link über einen langen Satz weniger klar ist als ein Link auf die entscheidenden Wörter. Und setzen Sie Links nicht direkt nebeneinander. Jeder Link verliert dann den Kontext seines Satzes, und Ihre Leser können sie kaum auseinanderhalten.

SchwachBesserWarum
Mehr erfahren? „Hier klicken“.Lesen Sie, „wie wir eine SEO-Strategie aufbauen“Die Leser wissen vorher, was sie bekommen
Ein Satz mit zwanzig Wörtern als ein LinkNur „unsere Checkliste für technische SEO“Kurz, mit dem Satz als Kontext
„SEO Agentur Amsterdam beste SEO Optimierung“„unsere SEO-Arbeit für Marken in Amsterdam“Keine Anhäufung von Keywords
„Download“„Checkliste herunterladen (PDF)“Mit Dateityp, ohne Überraschung
Zweimal „unser Ansatz“ zu zwei verschiedenen Seiten„unser SEO-Ansatz“ und „so gestalten wir eine Website“Verschiedene Ziele, verschiedene Texte
Ein verlinktes Logo ohne Alt-TextAlt-Text „Viralistic, zur Startseite“Auch ohne Bild ist klar, wohin der Link führt

Barrierefreiheit: Was die WCAG verlangen

Ein guter Ankertext ist auch eine Anforderung der Barrierefreiheit. Erfolgskriterium 2.4.4 der Web Content Accessibility Guidelines, Link Purpose (In Context), gehört zur Grundstufe A. Es verlangt, dass der Zweck jedes Links aus dem Linktext allein erkennbar ist oder aus dem Linktext zusammen mit seinem programmatisch ermittelbaren Kontext, etwa dem Satz oder Listenpunkt, in dem er steht. Das strengere Kriterium 2.4.9 auf Stufe AAA verlangt, dass der Linktext allein genügt.

Anonyme Hände auf einer Braillezeile vor einem Laptop, so wie Screenreader-Nutzer eine Seite Link für Link durchgehen.

Der Grund ist praktisch. Laut W3C können Hilfsmittel wie Screenreader alle Links einer Seite als Liste anzeigen. Wer so navigiert, hört zehnmal „mehr lesen“ und muss zurück in den Text, um herauszufinden, welcher Link wohin führt. Das W3C wertet ein verlinktes Bild ohne zugänglichen Namen außerdem als Verstoß gegen dieses Kriterium. Und wenn ein vager Linktext unvermeidlich ist, gehört die Erklärung besser davor in den Satz als dahinter.

Hier ziehen SEO und Barrierefreiheit an einem Strang. Ein Linktext, der einer blinden Besucherin hilft, hilft auch Google, und umgekehrt. Das W3C empfiehlt sogar dieselbe Einheitlichkeit wie oben: derselbe Text für dasselbe Ziel, verschiedene Texte für verschiedene Ziele. Achten Sie außerdem darauf, dass Leser einen Link überhaupt als Link erkennen. Nach dem WCAG-Kriterium Use of Color (1.4.1) darf Farbe nicht das einzige Merkmal sein, das einen Link hervorhebt. Deshalb hat die Unterstreichung weiterhin ihre Berechtigung.

Zählen Ankertexte für KI-Antworten?

Ja. Für die Übersichten mit KI (AI Overviews) und den KI-Modus wirkt der Ankertext über dieselben Systeme wie in der klassischen Suche. In seinem Leitfaden zu generativen KI-Funktionen in der Google Suche schreibt Google, dass diese Funktionen in den zentralen Ranking- und Qualitätssystemen verankert sind. Sie rufen Seiten aus dem Suchindex ab und stützen ihre Antworten darauf. Eine Seite, die Google dank klarer Links gut versteht, ist also auch eine bessere Kandidatin für eine Nennung als Quelle.

Manipulation funktioniert dort genauso schlecht. Die Spamrichtlinien von Google nennen Versuche, generative KI-Antworten in der Google Suche zu manipulieren, ausdrücklich als Spam. Im selben KI-Leitfaden schreibt Google, dass die Jagd nach unechten Erwähnungen im Web weniger bringt, als es scheint, weil die KI-Funktionen sowohl auf den Rankingsystemen als auch auf den Systemen zur Spamabwehr beruhen. Wer heute „KI-Erwähnungen“ einkaufen möchte, folgt derselben Idee wie früher beim Kauf von Ankertexten. Auch das Risiko ist dasselbe.

Es gibt noch einen Grund, Linktexte ernst zu nehmen. Google beschreibt, dass KI-Agenten im Browser eine Website über Screenshots, die Struktur der Seite und den Barrierefreiheitsbaum (Accessibility Tree) erfassen können. In diesem Baum ist der Name eines Links in der Regel schlicht sein Ankertext. Ein Agent, der eine Aufgabe für jemanden erledigt, kann mit „hier klicken“ so wenig anfangen wie ein Screenreader. Andere KI-Crawler sind weniger leistungsfähig als der Googlebot und führen oft kein JavaScript aus. Ein Link, der erst nach einem Skript erscheint, existiert für sie womöglich nicht. Wie Sie das vermeiden, steht in unserem Beitrag zu crawlbaren Links.

Zum Schluss eine Überlegung statt einer Messung. Sprachmodelle lesen Text. Die Wörter, mit denen andere auf Sie verlinken, und die Sätze drumherum prägen, wie Ihre Marke im Web beschrieben wird. Taucht Ihr Name immer wieder im Zusammenhang mit einem bestimmten Fachgebiet auf, bleibt genau dieses Bild hängen. Wie Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten zusammenhängen, lesen Sie in unserem Beitrag zur GEO Optimierung.

Wie prüfen Sie Ihre Ankertexte?

Kombinieren Sie die Daten von Google mit einem Tool, das Ihre eigene Website crawlt. Die Search Console zeigt, wie andere auf Sie verlinken, ein Crawler zeigt, wie Sie selbst verlinken, und kein Tool sieht alles.

ToolWas Sie sehenGut zu wissen
Google Search ConsoleIm Bericht „Links“ unter „Top linking text“ die Linktexte Ihrer Backlinks, gruppiert und nach Anzahl sortiertNur externe Links, höchstens 1.000 Zeilen. Links ohne Text erscheinen als „(empty)“, nofollow wird nicht ausgewiesen
AhrefsIm Site Explorer den Bericht Anchors, mit der Zahl der verweisenden Domains je LinktextHilfreich, um Exact Match zu zählen und zu sehen, welche Seiten Links anziehen
Screaming Frog SEO SpiderCrawlt Ihre eigene Website und zeigt für jede Seite die internen Links mit ihrem AnkertextKostenlos bis 500 URLs pro Crawl

Google nennt selbst zwei Zwecke für den Bericht mit den Linktexten: prüfen, ob die Texte Ihren Erwartungen entsprechen und kein Spam sind, und prüfen, ob andere Websites Ihre Website zutreffend beschreiben. Wenn nicht, sollten Sie laut Google womöglich Ihre eigenen Inhalte klarer formulieren. Das macht den Bericht zu einem nützlichen Spiegel. Verlinkt jeder mit dem Namen einer einzigen Leistung, obwohl Sie fünf anbieten, sagt das etwas darüber, wie klar Ihr Angebot ankommt.

Wie Sie den Anchors-Bericht und das Site Audit in Ahrefs nutzen, zeigt unsere Ahrefs Anleitung. Gehen Sie danach diese Fragen durch:

  • Besteht die Spitze Ihrer externen Linktexte vor allem aus Markenname, Seitentiteln und Beschreibungen?
  • Taucht ein kommerzielles Keyword auffällig oft in externen Links auf? Dann klären Sie, woher diese Links stammen.
  • Erhalten Ihre wichtigsten Seiten interne Links im Fließtext, mit Wörtern, die sagen, was die Leser dort finden?
  • Gibt es generische oder leere Links auf Ihrer Website, etwa „mehr lesen“ oder verlinkte Bilder ohne Alt-Text?
  • Führt derselbe Linktext zu verschiedenen Seiten?
  • Stehen Links auf Ihre Website in Footern, Widgets oder Templates, die Sie über andere Websites verteilt haben?

Wie wir helfen

Bei Viralistic ist der Ankertext keine Einzelaufgabe, sondern Teil von unserem SEO-Ansatz. Der Grundsatz ist derselbe wie am Anfang dieses Leitfadens: Die Wörter eines Links beschreiben sein Ziel, zuerst für Ihre Leser und dadurch auch für Google und KI-Systeme. Wir beginnen bei Ihrer Positionierung: Welche Seiten sollen Kunden bringen, und mit welchen Worten suchen diese Kunden? Danach lesen wir Ihre Links mit der Search Console und Ahrefs aus, schreiben interne Linktexte um, wo sie Potenzial verschenken, und sorgen dafür, dass jede wichtige Seite von den Stellen aus verlinkt ist, an denen Leser sie brauchen. Ein Mensch prüft jede Änderung, auch wenn KI beim ersten Entwurf geholfen hat. Wie Links in das übrige technische Fundament passen, zeigt unser Beitrag zur SEO-Optimierung.

Externe Ankertexte steuern wir nicht mit gekauften Links. Wir schaffen Inhalte, die es wert sind, zitiert zu werden, damit andere von sich aus auf Sie verlinken, mit ihren eigenen Worten. Und wir sagen Ihnen ehrlich, wenn das Problem woanders liegt. Verlinkt niemand mit den Worten, die Sie erwarten, liegt es oft an einer unklaren Botschaft und nicht an den Links.

SEO bei Viralistic beginnt bei einigen hundert Euro pro Monat für ein fokussiertes Programm und wächst mit dem Umfang. Vereinbaren Sie ein Gespräch, wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Linkprofil steht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ankertext, Linktext und Anchor Text?

Es gibt keinen. Anchor Text ist der englische Begriff, Ankertext die deutsche Übersetzung, und Linktext ist ein gängiges Synonym. Alle drei meinen die sichtbaren, anklickbaren Wörter eines Hyperlinks. Google verwendet in seiner Dokumentation sowohl Ankertext als auch Linktext. Im HTML steht dieser Text zwischen dem öffnenden und dem schließenden Tag des a-Elements.

Was sind Anchors?

Mit Anchor ist das a-Element im HTML gemeint, mit dem man einen Link erstellt. Das href-Attribut enthält das Ziel, der Text zwischen den Tags ist der Ankertext. Dasselbe Element erzeugt auch Sprungmarken innerhalb einer Seite, etwa einen Link auf #kontakt, der zu einem Abschnitt springt. In der SEO meint Anchor meist kurz den Ankertext.

Ein Text-Link ist ein Link, dessen anklickbarer Teil aus Text besteht, im Gegensatz zu einem verlinkten Bild oder Button. Dieser Text ist der Ankertext. Im HTML steht er zwischen <a href="..."> und </a>. Für die SEO sind Text-Links besonders aussagekräftig, weil ihre Wörter Lesern und Google direkt sagen, wohin der Link führt.

Gibt es eine ideale Verteilung von Ankertexten?

Nein. Google veröffentlicht keine Prozentwerte für Marken, Exact Match oder andere Arten. Die Verteilungen, die Sie im Netz finden, stammen von SEO-Tools und Agenturen. Ein natürliches Profil besteht meist vor allem aus Markennamen, URLs, Seitentiteln und Beschreibungen, weil Menschen so verlinken. Versuchen Sie nicht, die Verteilung künstlich zu steuern. Verdienen Sie Links, dann ergibt sie sich von selbst.

Wie lang darf ein Ankertext sein?

Es gibt keine feste Grenze. Google verlangt beschreibende, angemessen kurze Linktexte und zeigt, dass ein Link über einen ganzen Satz weniger klar ist als ein Link auf den Kern. In der Praxis funktionieren einige Wörter bis zu einer kurzen Wortgruppe am besten: lang genug, um das Ziel zu beschreiben, kurz genug, um ihn auf einen Blick zu erfassen.

Darf ich denselben Ankertext mehrfach verwenden?

Für dasselbe Ziel ja, in der Navigation ist das sogar erwünscht: Das W3C empfiehlt einheitliche Texte für Links zur selben Seite. Im Fließtext liest es sich angenehmer, wenn Sie zwischen Kernbegriff und beschreibenden Varianten wechseln. Verwenden Sie denselben Text aber nie für zwei verschiedene Ziele. Das verwirrt Ihre Besucher und sagt Google nichts über den Unterschied zwischen den beiden Seiten.

Eine solche Regel hat Google nie dokumentiert. Ältere SEO-Tests deuteten darauf hin, dass nur der erste Ankertext zählt, wenn eine Seite mehrmals auf dieselbe URL verlinkt, und John Mueller von Google hat davor gewarnt, sich darauf zu verlassen. Praktisch heißt das: Machen Sie den ersten Link auf eine Seite zum aussagekräftigen, und lassen Sie doppelte Links ohne Funktion weg.

Sie können darum bitten, aber die Betreiber der anderen Website entscheiden. Ist ein Linktext wirklich falsch, etwa ein alter Firmenname oder eine falsche Leistung, ist eine freundliche Anfrage in Ordnung. Bitten Sie nie um Ihr exaktes Keyword. Google bezeichnet Links, die vor allem zur Manipulation von Rankings dienen, als Link-Spam, und ein Stapel identischer kommerzieller Ankertexte fällt auf.

Geschrieben von

Marrallisa Kreijkes

Gründerin von Viralistic und offizielle n8n Ambassador

Marrallisa leitet von Amsterdam aus Strategie, Design, Sichtbarkeit und Automatisierung für Premiummarken. Sie hat Teams bei Volkswagen geschult und spricht auf Events von n8n und Anthropic. Möchten Sie Ihre Situation besprechen? Vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit ihr.

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