Kaum eine Kennzahl sorgt für so viel Unruhe wie die Bounce Rate. Im Monatsbericht steht eine Absprungrate von 64 Prozent, jemand nennt das zu hoch, und schon wird über einen Relaunch gesprochen. Dabei hat noch niemand gefragt, was die Besucher wollten. Die Bounce Rate ist nützlich, aber erst dann, wenn Sie wissen, wie Ihr Analysetool sie definiert, welche Seite Sie betrachten und woher der Traffic kommt.
In diesem Artikel lesen Sie, was die Bounce Rate ist, wie Sie die Absprungrate berechnen, was sich mit Google Analytics 4 geändert hat und warum es keinen allgemeingültigen guten Wert gibt, samt der einzigen GA4-Benchmark, die wir gefunden haben, die ihre Quelle nennt. Sie erfahren, wo Sie die Kennzahl in GA4, Google Ads und im Meta Werbeanzeigenmanager finden, was sie tatsächlich senkt und welche Fehler wir am häufigsten sehen. Bei Viralistic gestalten wir Websites in Figma und entwickeln sie in Astro, und wir messen jede Website an dem, was sie für das Unternehmen leistet: Anfragen, deren Qualität und die Kosten eines neuen Kunden. Die Absprungrate ist dabei ein Diagnosewert, nie das Ziel.
Was ist die Bounce Rate?
Die Bounce Rate ist der Anteil der Besuche, bei denen jemand auf Ihrer Website landet und sie wieder verlässt, ohne etwas zu tun. Auf Deutsch heißt sie Absprungrate, manchmal auch Bouncerate oder Bounce-Rate. Der Begriff kommt vom englischen „to bounce“, abprallen: Der Besucher kommt an und prallt zurück, meist in die Suchergebnisse.
Was genau als Absprung zählt, hängt vom Tool ab. In Google Analytics 4 ist ein Absprung eine Sitzung ohne Interaktion. Laut Google Analytics-Hilfe ist eine Sitzung mit Interaktion eine Sitzung, die mindestens eines von drei Kriterien erfüllt: Sie dauert länger als 10 Sekunden, sie enthält ein Schlüsselereignis (etwa ein abgeschicktes Formular), oder sie umfasst mindestens zwei Seiten- oder Bildschirmaufrufe. Erfüllt eine Sitzung keines davon, ist sie ein Absprung. Google nennt die Absprungrate deshalb ausdrücklich das Gegenteil der Interaktionsrate.

Absprungrate berechnen: die Formel
Sie berechnen die Absprungrate, indem Sie die Zahl der Sitzungen ohne Interaktion durch die Gesamtzahl der Sitzungen teilen und das Ergebnis mit 100 multiplizieren.
Absprungrate = (Sitzungen ohne Interaktion ÷ alle Sitzungen) × 100
Weil GA4 die Absprungrate als Gegenteil der Interaktionsrate definiert, lässt sich die Formel auch so schreiben:
Absprungrate = 100 % - Interaktionsrate
Ein Rechenbeispiel. Eine Landingpage erhält im Monat 3.000 Sitzungen, davon 1.200 mit Interaktion. Die Interaktionsrate beträgt 1.200 ÷ 3.000 = 40 Prozent, die Absprungrate also 60 Prozent. Aus denselben 3.000 Sitzungen entstehen 30 Anfragen: 1 Prozent aller Sitzungen oder 2,5 Prozent der Sitzungen mit Interaktion. Die letzte Zahl sagt mehr über die Seite als die Bounce Rate selbst. Sie zeigt, ob die Menschen, die bleiben, auch handeln.
Mit dem Rechner unten rechnen Sie das für Ihre eigene Seite aus. Die Startwerte entsprechen dem Beispiel.
- Interaktionsrate
- 40,0 %
- Absprungrate
- 60,0 %
- Anfragen pro 100 Sitzungen
- 1,00
- Anfragen pro 100 Sitzungen mit Interaktion
- 2,50
Ihre Eingaben sind stimmig. Achten Sie vor allem auf die Anfragen: Sie zeigen, ob die Seite funktioniert.
Absprungrate in GA4 und Universal Analytics
Die Absprungrate in GA4 misst etwas anderes als die Bounce Rate aus Universal Analytics. Universal Analytics zählte eine Sitzung als Absprung, wenn sie nur eine einzige Anfrage an den Analytics-Server schickte, in der Praxis also eine Seite ohne weitere Interaktion. Wer einen Ratgeber fünf Minuten las und dann den Tab schloss, war ein Absprung. GA4 wertet denselben Leser als Sitzung mit Interaktion, weil sie länger als 10 Sekunden dauerte.
Standard-Properties von Universal Analytics haben am 1. Juli 2023 die Datenverarbeitung eingestellt, und seit der Woche des 1. Juli 2024 sind auch die historischen Daten nicht mehr zugänglich. Wer eine heutige Absprungrate mit einem Wert aus einem alten Universal-Analytics-Export vergleicht, vergleicht zwei Definitionen, nicht zwei Zeiträume.
Ein Rechenbeispiel zeigt, wie groß der Unterschied sein kann. Ein Ratgeberartikel hat 1.000 Sitzungen. In 750 davon ruft der Besucher nur diesen Artikel auf, also meldet Universal Analytics eine Bounce Rate von 75 Prozent. Von diesen 750 Lesern bleiben 500 länger als 10 Sekunden. GA4 zählt sie als Sitzungen mit Interaktion, übrig bleiben 250 Absprünge und eine Absprungrate von 25 Prozent. An den Besuchern hat sich nichts geändert, nur an der Art, wie sie gezählt werden.
| Absprungrate | |
|---|---|
| Universal Analytics | 75 % |
| GA4 | 25 % |
Rechenbeispiel: 1.000 Sitzungen auf einem Ratgeberartikel, davon 750 mit einer Seite und 500 davon länger als 10 Sekunden.
Den 10-Sekunden-Timer anpassen
Zehn Sekunden sind nur die Standardeinstellung. In GA4 erhöhen Sie den Wert unter Verwaltung, Datenstreams, Ihrem Web-Datenstream und Tag-Einstellungen konfigurieren. Klicken Sie auf Alle anzeigen und dann auf Timer für Sitzungen mit Interaktion anpassen. Für eine lange Leistungsseite oder eine Preisseite kann eine höhere Schwelle ehrlicher sein: Wer nach 12 Sekunden geht, hat Ihr Angebot nicht gelesen. Ändern Sie den Timer möglichst nur einmal und notieren Sie das Datum. Jede Änderung macht die Werte vor und nach diesem Tag unvergleichbar.
Andere Tools, andere Definitionen
Nutzen Sie neben GA4 oder statt GA4 ein anderes Analysetool, erhalten Sie für dasselbe Verhalten einen anderen Wert. Jedes Tool definiert einen Absprung auf seine eigene Weise. Gerade datenschutzfreundliche Alternativen zu Google Analytics rechnen anders.
| Tool | Wann ein Besuch als Absprung zählt |
|---|---|
| Google Analytics 4 | Sitzung von höchstens 10 Sekunden (einstellbar), ohne Schlüsselereignis und mit nur einer Seite |
| Universal Analytics (eingestellt) | Sitzung mit einer einzigen Anfrage an Analytics, meist eine Seite ohne weitere Interaktion |
| Plausible | Besuch mit einer Seite und ohne interaktives benutzerdefiniertes Ereignis, egal wie lange |
| Vercel Web Analytics | Sitzung mit nur einer Seite; benutzerdefinierte Ereignisse zählen nicht mit |
| Contentsquare | Besuch mit nur einem Seitenaufruf, egal wie viel auf dieser Seite interagiert wurde |
| Adobe Analytics | Besuch, der genau einen Hit enthält |
Was ist eine gute Bounce Rate?
Eine gute Bounce Rate gibt es nicht als allgemeingültige Zahl. Ob 40 oder 70 Prozent in Ordnung sind, hängt von Seitentyp, Traffic-Quelle, Gerät und Absicht des Besuchers ab. Im Netz kursieren Tabellen mit Spannen wie „26 bis 40 Prozent sind ausgezeichnet“, doch sie nennen selten Quelle, Jahr oder Messmethode. Unter GA4 beschreiben sie zudem eine andere Kennzahl als die, auf der sie beruhen.
Eine Benchmark nennt Quelle und Zeitraum. Die Content Marketing Benchmarks von Databox beruhen auf GA4-Daten aus September 2024 und ergeben über alle Branchen eine mittlere Absprungrate von 44,04 Prozent. Beratung und professionelle Dienstleistungen, die Kategorie, die den meisten Premium-Dienstleistern am nächsten kommt, liegt bei 47,84 Prozent. Wie viele Konten in der Stichprobe stecken, nennt die Seite nicht. Nehmen Sie den Wert deshalb als grobe Mitte, nicht als Ziel.
| Mittlere Absprungrate | |
|---|---|
| Bekleidung und Schuhe | 35,8 % |
| E-Commerce | 38,6 % |
| Gesundheitswesen | 40,9 % |
| Immobilien | 42,1 % |
| Beratung und Dienstleistungen | 47,8 % |
| IT und Services | 48,4 % |
Quelle: Databox, Content Marketing Benchmarks by Industry (GA4-Daten, September 2024)
Die Traffic-Quelle wiegt schwerer, als viele Benchmarks zugeben. In den Digital Experience Benchmarks 2025 von Contentsquare, basierend auf 90 Milliarden Sitzungen auf 6.000 Websites und einem Vergleich des vierten Quartals 2024 mit dem des Vorjahres, verzeichneten Unternehmen, die stärker auf bezahlte Social-Media-Kanäle setzten, um 9,2 Prozent höhere Absprungraten. Ihre Seitenaufrufe sanken um 8,7 Prozent, ihre Conversions um 10,6 Prozent. Contentsquare zählt einen Besuch mit nur einer Seite als Absprung, die Werte lassen sich also nicht eins zu eins auf GA4 übertragen. Die Richtung ist trotzdem eindeutig: Mehr bezahlter Traffic ist nicht automatisch besserer Traffic.

Je nach Seitentyp bedeutet ein Absprung etwas anderes. Diese Tabelle zeigt, worauf Sie stattdessen achten.
| Seitentyp | Was ein Absprung meist bedeutet | Worauf Sie besser achten |
|---|---|---|
| Blogartikel oder Ratgeber | Oft ein Leser, der seine Antwort fand und nach wenigen Sekunden wieder ging | Interaktionsdauer, Klicks auf eine Leistungsseite |
| Startseite | Ein Besucher, der nicht sah, wohin er weitergehen soll | Klicks auf Ihre wichtigsten Seiten |
| Leistungsseite | Zweifel an Angebot, Preis oder Glaubwürdigkeit | Klicks auf Kontakt, Anfragen pro Sitzung |
| Landingpage für Kampagnen | Die Anzeige verspricht etwas anderes, als die Seite zeigt | Anfragen pro Klick, Kosten pro Anfrage |
| Kontaktseite | Manchmal Erfolg: Der Besucher sieht Ihre Nummer und ruft an | Klicks auf Telefon und E-Mail, als Ereignis gemessen |
| Produktseite im Onlineshop | Preis, Lieferzeit oder Bilder überzeugen nicht | Warenkorb-Rate, Umsatz pro Sitzung |
Der sinnvollste Vergleich ist der mit sich selbst: dieselbe Seite, dieselbe Quelle, der Vorzeitraum. Und schauen Sie immer darauf, was danach kommt. Für einen Premium-Dienstleister ist eine Absprungrate von 60 Prozent mit zehn guten Anfragen im Monat besser als 35 Prozent mit zwei.
Absprungrate in GA4, Google Ads und Meta finden
GA4 blendet die Absprungrate in den meisten Berichten standardmäßig aus, und weder Google Ads noch der Meta Werbeanzeigenmanager zeigen sie unter diesem Namen. So finden Sie sie trotzdem, und das nutzen Sie stattdessen.
Absprungrate in Google Analytics 4
Sie fügen die Absprungrate selbst zu einem Detailbericht hinzu. Dafür brauchen Sie die Rolle Bearbeiter oder Administrator.
- Öffnen Sie in GA4 unter Berichte einen Detailbericht, zum Beispiel Engagement, Landingpage.
- Klicken Sie rechts oben auf das Stiftsymbol, um den Bericht anzupassen.
- Klicken Sie unter Berichtsdaten auf Messwerte, dann auf Messwert hinzufügen, und ergänzen Sie Interaktionsrate und Absprungrate.
- Klicken Sie auf Übernehmen und speichern Sie die Änderungen am aktuellen Bericht.
Der Bericht Landingpage ist der richtige Ort, weil sich ein Absprung immer auf die erste Seite einer Sitzung bezieht. Fügen Sie Quelle und Medium der Sitzung als sekundäre Dimension hinzu, dann sehen Sie für jede Landingpage, welcher Kanal die Absprünge verursacht. Was Besucher nach ihrer ersten Seite tun, zeigt eine explorative Pfadanalyse mit dieser Landingpage als Startpunkt.
Absprungrate in Google Ads
Google Ads zeigt keine Absprungrate aus GA4. Verknüpfen Sie GA4 mit Google Ads und importieren Sie die Websitemesswerte, dann fügen Sie über das Spaltensymbol die Google Analytics-Spalten hinzu: Sitzungen mit Interaktion in % (GA4), Ereignisse pro Sitzung (GA4) und Durchschn. Engagement-Dauer pro Sitzung in Sekunden (GA4). Die erste Spalte ist das Spiegelbild der Absprungrate. Sie zeigt pro Kampagne, Anzeigengruppe oder Keyword, ob die Klicks, die Sie bezahlen, Besucher bringen, die bleiben.
Google selbst nennt in dieser Hilfe ein Beispiel. Ein Blumenhändler testet zwei Anzeigengruppen mit je 1.000 Impressionen. „Geburtstagssträuße“ erzielt eine CTR von 8 Prozent, doch 60 Prozent der Besucher springen ab. „Gestecke zum Geburtstag“ erreicht 6 Prozent bei 30 Prozent Absprungrate. Wer nur auf die Klickrate schaut, setzt auf die falsche Gruppe.
- Anzeigenklicks
- Besucher ohne Absprung
| Anzeigenklicks | Besucher ohne Absprung | |
|---|---|---|
| Geburtstagssträuße | 80 | 32 |
| Gestecke | 60 | 42 |
Beispiel aus der Google Ads-Hilfe: CTR 8 % bei 60 % Absprungrate gegenüber CTR 6 % bei 30 % Absprungrate.
Achten Sie auch auf den Unterschied zwischen Klicks und Sitzungen. Klickt jemand auf Ihre Anzeige und verlässt die Seite, bevor sie geladen ist, zählt Google Ads einen Klick, Analytics aber keine Sitzung. Dieser Besucher taucht nirgends als Absprung auf.
Bounce Rate im Meta Werbeanzeigenmanager
Meta weist keine Bounce Rate aus. Vergleichen Sie dort stattdessen Link-Klicks mit Landing Page Views. Ein Landing Page View zählt erst, wenn die Seite nach dem Klick tatsächlich geladen ist, und setzt ein installiertes Meta-Pixel voraus. Ist die Lücke zwischen beiden Werten groß, springen Menschen ab, bevor Ihre Seite erscheint. Das ist meist ein Ladezeitproblem. Für das Verhalten nach dem Laden nutzen Sie GA4: Versehen Sie Ihre Meta-Kampagnen mit UTM-Parametern, dann zeigt der Bericht Landingpage Interaktions- und Absprungrate pro Kampagne.
Search Console als Ergänzung
Die Google Search Console zeigt keine Absprungrate, wohl aber, über welche Suchanfragen Menschen auf eine Seite kommen. Legen Sie diese Anfragen neben die Absprungrate derselben Seite in GA4. Eine hohe Absprungrate bei Suchanfragen, die nicht zum Inhalt passen, deutet auf eine falsche Erwartung hin, nicht auf eine schlechte Seite.
Warum Besucher abspringen
Besucher springen fast immer aus einem von fünf Gründen ab: Sie haben etwas anderes erwartet, die Seite lädt zu langsam, das Angebot ist nicht sofort klar, es fehlt ein nächster Schritt, oder die Messung stimmt nicht.
Die falsche Erwartung ist der größte Faktor. Eine Anzeige, ein Suchergebnis oder ein Social-Media-Beitrag verspricht etwas, das die Seite nicht zeigt. Google rät in seiner Hilfe dasselbe: Springen Nutzer ab, die über Displayanzeigen kommen, prüfen Sie, ob Ihre Anzeigen zum Inhalt Ihrer Website passen. Deshalb erzeugt eine breite Kampagne auch eine höhere Absprungrate als eine fokussierte. Sie erreichen mehr Menschen, für die die Seite nie gedacht war.
Die Ladezeit ist der zweite. Wer auf einen weißen Bildschirm starrt, ist weg, bevor Ihr Tag lädt. Google nutzt die Core Web Vitals als Maßstab für ein gutes Nutzererlebnis: Der größte Inhalt erscheint innerhalb von 2,5 Sekunden (LCP), die Seite reagiert innerhalb von 200 Millisekunden auf einen Klick oder Tipp (INP), und das Layout verschiebt sich kaum (CLS von 0,1 oder weniger), und zwar für mindestens 75 Prozent der Seitenaufrufe.
Die Botschaft ist der dritte. Innerhalb weniger Sekunden sollte ein Besucher sehen, was Sie tun, für wen und warum es zählt. Vage Überschriften überlassen diese Arbeit dem Besucher, und der lehnt meist ab. Eine niedrigere Absprungrate beginnt oft bei Ihrem Brandscript, lange bevor jemand die Seite anfasst.
Ein fehlender nächster Schritt ist der vierte. Eine Seite ohne klaren Weg zu Ihren Leistungen, zu einer Referenz oder zum Kontakt lässt dem Besucher nur die Wahl zwischen Scrollen und Gehen. Auf dem Smartphone kommen Pop-ups und Cookie-Banner hinzu, die den ersten Bildschirm verdecken.
Der fünfte Grund ist technisch. Seiten ohne Tag, ein Formular, das nicht als Schlüsselereignis eingerichtet ist, oder ein Checkout auf einer anderen Domain verzerren das Bild. Google sagt es selbst: Ist eine niedrige Interaktionsrate ein flächendeckendes Problem, prüfen Sie zuerst Ihren Messcode.
Absprungrate senken: was wirklich hilft
Eine niedrigere Absprungrate lohnt sich nur dort, wo Absprünge Sie Anfragen kosten. Klären Sie deshalb zuerst, auf welchen Seiten Sie Traffic halten wollen: Startseite, Leistungsseiten und die Landingpages Ihrer Kampagnen. Dort zahlt sich die Arbeit aus. Bei einem Ratgeber, der eine Frage auf einen Blick beantwortet, ist ein Absprung oft ein zufriedener Leser.
Gehen Sie dann in einer festen Reihenfolge vor. Sorgen Sie zuerst für eine saubere Messung, damit ein abgeschicktes Formular, ein Klick auf Ihre Telefonnummer und eine Buchung als Schlüsselereignis zählen. Bringen Sie dann das Versprechen Ihrer Anzeige oder Ihres Suchergebnisses mit dem ersten Bildschirm Ihrer Seite in Einklang. Machen Sie die Seite schnell. Geben Sie jeder Seite eine klare Hauptaktion und sinnvolle interne Links zu dem, was der Besucher als Nächstes wissen will. Schwanken Sie zwischen zwei guten Lösungen und haben Sie genug Traffic, testen Sie beide in einem A/B-Test. So wissen Sie es, statt zu raten. Wie das zuverlässig gelingt, lesen Sie in unserem Leitfaden zur Conversion Rate Optimierung.
Diese Tabelle verbindet das Signal in Ihren Daten mit dem ersten Schritt, den wir gehen würden.
| Signal in Ihren Daten | Wahrscheinliche Ursache | Erster Schritt |
|---|---|---|
| Hoch auf einem Kanal, normal auf den übrigen | Targeting oder Versprechen dieses Kanals passt nicht | Anzeige und Landingpage nebeneinanderlegen |
| Hoch auf dem Smartphone, normal auf dem Desktop | Langsame Ladezeit, Pop-up oder unlesbarer erster Bildschirm | Core Web Vitals pro Gerät in PageSpeed Insights prüfen |
| Hoch auf einer Seite mit viel organischem Traffic | Suchintention und Inhalt passen nicht zusammen | Suchanfragen in der Search Console neben die Seite legen |
| Große Lücke zwischen Link-Klicks und Landing Page Views | Die Seite lädt nach dem Klick zu langsam | Ladezeit der Landingpage verbessern |
| Plötzlicher Fall auf fast 0 Prozent | Ein doppelt ausgelöster Tag | Tag-Konfiguration prüfen, bevor Sie feiern |
| Niedrige Absprungrate, trotzdem wenige Anfragen | Das Problem liegt weiter hinten in der Customer Journey | Klicks auf Kontakt und das Formular selbst untersuchen |
Wie ein guter Weg zur Anfrage aussieht, bevor überhaupt etwas gestaltet wird, lesen Sie in unserem Artikel über UX und UI Design.
Absprungrate, Ausstiegsrate und Interaktionsrate
Die Absprungrate bezieht sich auf die erste Seite einer Sitzung, die Ausstiegsrate (Exit Rate) auf die letzte. Die Ausstiegsrate ist der Anteil der Aufrufe einer Seite, nach denen die Sitzung endete, egal wie viele Seiten vorher besucht wurden. Jeder Absprung endet auf der Seite, auf der er begann, und ist damit auch ein Ausstieg. Umgekehrt gilt das nicht. Eine hohe Ausstiegsrate auf der Danke-Seite ist normal, auf dem Angebotsformular ein Alarmsignal.
Die Absprungrate steht selten allein. So hängt sie mit den Kennzahlen um sie herum zusammen.
| Kennzahl | Was sie misst | Wann sie hilft |
|---|---|---|
| Absprungrate | Anteil der Sitzungen ohne Interaktion | Seiten oder Kanäle finden, auf denen Erwartung und Seite kollidieren |
| Engagement Rate | Anteil der Sitzungen mit Interaktion, das Spiegelbild | Dieselbe Frage positiv formuliert, auch in Google Ads sichtbar |
| Ausstiegsrate | Anteil der Seitenaufrufe, nach denen die Sitzung endete | Finden, wo Menschen eine Journey abbrechen |
| CTR | Anteil der Impressionen, die zu einem Klick führten | Beurteilen, ob Anzeige oder Suchergebnis anspricht |
| Conversion Rate | Anteil der Sitzungen oder Besucher, die konvertieren | Beurteilen, ob die Seite ihren Zweck erfüllt |
| Cost per Lead | Werbekosten pro Anfrage | Entscheiden, wohin das Budget fließt |
Die Absprungrate ist eine Diagnosekennzahl am Anfang des Funnels. Ihre KPIs liegen am Ende: Anfragen, deren Qualität, die Kosten eines neuen Kunden und im Onlineshop der ROAS. Wie Sie diese auswählen und berichten, lesen Sie in unserem Überblick über Marketing-KPIs.
Typische Fehler bei der Absprungrate
Der häufigste Fehler ist die Steuerung nach dem Durchschnitt der ganzen Website. Diese Zahl vermischt Blogartikel, Kontaktseiten und Kampagnenseiten, also auch zufriedene Leser mit Besuchern, die aufgeben. Aussagekräftig wird sie erst pro Landingpage und pro Kanal.
Der zweite Fehler: alte Universal-Analytics-Werte neben GA4 legen und schließen, dass die Website plötzlich viel besser läuft. Das Verhalten hat sich nicht geändert, die Definition schon.
Der dritte Fehler ist das künstliche Drücken der Zahl. Wer ein Scroll-Ereignis oder ein automatisch startendes Video als Schlüsselereignis markiert, sieht die Absprungrate sinken, ohne eine einzige zusätzliche Anfrage. Ein plötzlicher Fall auf fast null ist meist ein Messfehler: Wird Ihr Seitenaufruf doppelt gesendet, hat jede Sitzung zwei Seitenaufrufe, und GA4 zählt jede Sitzung als Sitzung mit Interaktion. Übrigens bringt es nichts, first_visit oder session_start als Schlüsselereignis zu markieren: GA4 nimmt diese Ereignisse aus der Berechnung der Sitzungen mit Interaktion heraus.
Der vierte Fehler ist, die Absprungrate als SEO-Ziel zu behandeln. John Mueller von Google sagte auf Reddit unmissverständlich: „Google doesn’t use that for SEO, so if you’re focused on SEO, you can ignore that.“ Für Ihre Rankings zählt, ob Ihre Seite die Suchanfrage besser beantwortet als die anderen. Darum geht es in unserem Fahrplan, um das Google-Ranking zu verbessern.
Der fünfte Fehler: vergessen, wen Sie nicht messen. Je nach Ihren Einwilligungseinstellungen erfasst GA4 Besucher, die Cookies ablehnen, nur eingeschränkt oder gar nicht. Ihre Absprungrate beschreibt also nur einen Teil Ihrer Besucher, und dieser Teil kann sich anders verhalten als der Rest.
Wie wir helfen
Bei Viralistic beginnen wir nicht bei der Bounce Rate, sondern bei der Frage, was Ihre Website leisten soll. Wir richten die Messung so ein, dass Anfragen, Telefonklicks und Buchungen als Schlüsselereignis zählen, und wir berichten, was zählt: wie viele Anfragen eingehen, wie gut sie sind und was ein neuer Kunde kostet. Die Absprungrate ist für uns ein Diagnosewert. Sie zeigt uns die Seiten und Kanäle, auf denen etwas nicht stimmt.
Ist das Fundament noch nicht gesund, ist das der erste Schritt. Ein klares Brandscript, eine schnelle Website und gute Auffindbarkeit lösen die meisten Absprungprobleme, bevor eine einzige Anzeige läuft. Wir gestalten in Figma und entwickeln in Astro, und Webdesign-Projekte beginnen bei rund 4.000 Euro. Wie wir arbeiten, lesen Sie in unserem Webdesign-Ansatz. Laufen bereits Kampagnen, prüfen wir gemeinsam, welche Klicks Besucher bringen, die bleiben. Bezahlte Werbung ist bei uns ein Akzent auf einem gesunden Fundament, nie ein Weg, Budget in einen undichten Eimer zu gießen. Mehr dazu in unserem Marketing-Ansatz und in unserem Artikel über die richtige Google Ads Agentur. Eine Strategin behält den Überblick, und ein Mensch prüft jede Arbeit, auch wenn KI mitgeholfen hat.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine gute Bounce Rate?
Eine gute Bounce Rate gibt es nicht als feste Zahl. In GA4 hängt die Absprungrate von Seitentyp, Traffic-Quelle und Gerät ab: Ein Ratgeber hat andere Werte als eine Produktseite, bezahlter Social-Media-Traffic andere als organische Suche. Vergleichen Sie jede Seite mit ihrem eigenen Vorzeitraum und bewerten Sie sie zusammen mit Anfragen oder Verkäufen, denn die zeigen, ob die Seite funktioniert.
Was versteht man unter Bounce?
Ein Bounce, auf Deutsch Absprung, ist ein Besuch, bei dem jemand auf Ihrer Website landet und sie verlässt, ohne etwas zu tun. In GA4 ist das eine Sitzung ohne Interaktion: höchstens 10 Sekunden, kein Schlüsselereignis wie ein abgeschicktes Formular und weniger als zwei Seitenaufrufe. Im E-Mail-Marketing meint Bounce dagegen eine Nachricht, die nicht zugestellt werden konnte.
Was ist der Unterschied zwischen der Absprungrate und der Ausstiegsrate?
Die Absprungrate bezieht sich auf die erste Seite einer Sitzung: den Anteil der Sitzungen ohne Interaktion. Die Ausstiegsrate bezieht sich auf die letzte Seite: den Anteil der Aufrufe einer Seite, nach denen der Besucher ging, egal wie viele Seiten er vorher sah. Jeder Absprung ist auch ein Ausstieg, aber nicht umgekehrt. Auf einer Danke-Seite ist eine hohe Ausstiegsrate normal.
Ist eine hohe Absprungrate schlecht?
Nicht immer. Eine hohe Absprungrate ist schlecht auf Seiten, die Besucher weiterführen sollen, etwa Startseite, Leistungsseiten und Kampagnen-Landingpages. Auf einem Ratgeber oder einer Kontaktseite kann ein Absprung bedeuten, dass jemand gefunden hat, was er suchte. Bewerten Sie die Absprungrate deshalb immer pro Seite und pro Kanal und zusammen mit der Zahl der Anfragen.
Ist eine Bounce Rate von 42 Prozent gut?
Für die meisten Websites liegen 42 Prozent nahe der Mitte. Die GA4-Benchmark von Databox für September 2024 ergibt über alle Branchen einen Median von 44,04 Prozent, von 35,76 Prozent bei Bekleidung bis 48,38 Prozent bei IT-Services. Ob der Wert für Sie gut ist, hängt von der Seite ab: Vergleichen Sie ihn mit dem Vorzeitraum und den Anfragen.
Warum ist meine Bounce Rate so hoch?
Meist, weil Besucher etwas anderes erwartet haben: Eine Anzeige, ein Suchergebnis oder ein Social-Media-Beitrag verspricht, was der erste Bildschirm nicht zeigt. Danach folgen lange Ladezeiten, eine unklare Botschaft und ein fehlender nächster Schritt. Prüfen Sie pro Landingpage und Kanal, und ob Formulare und Telefonklicks als Schlüsselereignis zählen.
Ist die Bounce Rate ein Rankingfaktor?
Nein. John Mueller von Google sagte, dass Google die Absprungrate nicht für SEO nutzt und dass Sie sie ignorieren können, wenn es Ihnen um SEO geht. Viele Websites verwenden Google Analytics zudem gar nicht. Entscheidend ist, ob Ihre Seite die Suchanfrage gut beantwortet. Eine hohe Absprungrate kann Ihnen dafür allerdings einen nützlichen Hinweis geben.
Gibt es die Absprungrate in Google Analytics noch?
Ja. Google Analytics 4 hat die Absprungrate als Messwert, allerdings mit einer neuen Definition: der Anteil der Sitzungen ohne Interaktion. Universal Analytics, das eine Sitzung mit nur einer Seite als Absprung zählte, verarbeitet für Standard-Properties seit Juli 2023 keine Daten mehr und ist seit Juli 2024 ganz abgeschaltet. In GA4 müssen Sie die Absprungrate meist selbst zu einem Detailbericht hinzufügen, zum Beispiel zum Bericht Landingpage.
Was bedeutet Bounce bei E-Mails?
Bei E-Mails bedeutet Bounce, dass eine Nachricht nicht zugestellt werden konnte und an den Absender zurückkam, etwa weil die Adresse nicht mehr existiert oder das Postfach voll ist. Die E-Mail-Bounce-Rate ist der Anteil dieser unzustellbaren Nachrichten. Mit der Bounce Rate einer Website hat sie nur den Namen gemeinsam: Die eine misst Zustellung, die andere Verhalten auf Ihrer Seite.
Geschrieben von
Gründerin von Viralistic und offizielle n8n Ambassador
Marrallisa leitet von Amsterdam aus Strategie, Design, Sichtbarkeit und Automatisierung für Premiummarken. Sie hat Teams bei Volkswagen geschult und spricht auf Events von n8n und Anthropic. Möchten Sie Ihre Situation besprechen? Vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit ihr.