In vielen Unternehmen gibt es mehr Kennzahlen als Entscheidungen. Das Reporting zeigt Sitzungen, Follower, Impressionen und Klickraten, für jeden Kanal ein eigenes Diagramm. Auf die Frage, ob das Marketing dem Unternehmen etwas bringt, gibt es trotzdem keine klare Antwort. Selten fehlen Daten. Meist fehlt die Entscheidung, welche wenigen Zahlen zählen und was passiert, wenn sie sich bewegen.
Genau dafür gibt es KPIs. In diesem Beitrag erfahren Sie, was ein KPI ist, wie er sich von einer Kennzahl, einem Ziel und einem kritischen Erfolgsfaktor unterscheidet und wie Sie pro Ziel den richtigen wählen. Sie finden alle Marketing KPIs nach Ziel geordnet, jeweils mit eigenem Erklärartikel, ein Rechenbeispiel vom Klick bis zum Mandat und die Berichte in GA4, Google Ads und der Search Console, in denen die Zahlen stehen. Bei Viralistic berichten wir über das, was für Ihr Unternehmen zählt: die Zahl der Anfragen, ihre Qualität und die Kosten eines neuen Kunden. Warum gerade diese drei, lesen Sie im Folgenden.
KPI Bedeutung: Was ist ein KPI?
Ein KPI ist eine messbare Größe, die zeigt, ob Sie auf Kurs zu einem Ziel sind, das für Ihr Unternehmen wirklich zählt. Die Abkürzung steht für Key Performance Indicator, auf Deutsch meist Leistungskennzahl oder Schlüsselkennzahl. Entscheidend ist das Wort „Key“: Von allem, was sich messen lässt, bestimmen nur wenige Zahlen, ob Sie Ihr Ziel erreichen.
Das Gabler Wirtschaftslexikon beschreibt KPIs als Instrument für Planung, Kontrolle und Entscheidungsunterstützung. Sie machen Abweichungen von Ziel- oder Vergleichswerten früh sichtbar, damit Sie rechtzeitig gegensteuern können. Im Alltag heißt das: Ein brauchbarer KPI hat eine genaue Definition, eine feste Datenquelle, einen Ausgangswert und einen Zielwert mit Termin. „Conversion Rate“ allein ist noch kein KPI. „Der Anteil der Besucher, die ein Angebot anfragen, gemessen in GA4, steigt bis Ende des zweiten Quartals von 1,5 % auf 2,5 %“ dagegen schon.

Die KPI Bedeutung hängt deshalb vom Unternehmen ab. Für einen Onlineshop kann der Rohertrag nach Werbekosten die wichtigste Zahl sein, für eine Steuerkanzlei die Zahl der qualifizierten Mandatsanfragen pro Monat. Dieselbe Kennzahl ist im einen Unternehmen ein KPI und im anderen ein Detail.
KPI und Kennzahl: Was ist der Unterschied?
Jeder KPI ist eine Kennzahl, aber die meisten Kennzahlen sind keine KPIs. Eine Kennzahl ist jede messbare Größe. Ein KPI ist eine der wenigen Kennzahlen, die direkt an einem Unternehmensziel hängen, mit Zielwert und einer Entscheidung, die daraus folgt. Daneben stehen das Ziel selbst, die kritischen Erfolgsfaktoren und in manchen Teams OKRs.
| Begriff | Was es ist | Beispiel für eine Steuerkanzlei |
|---|---|---|
| Ziel | Was Sie bis wann erreichen wollen | 20 % mehr neue Mandate im Jahr 2027 |
| Kritischer Erfolgsfaktor | Was gelingen muss, damit das Ziel erreichbar wird | Gefunden werden, wenn Unternehmer einen Steuerberater suchen |
| KPI | Die Zahl, die zeigt, ob Sie auf Kurs sind | Qualifizierte Mandatsanfragen über die Website pro Monat |
| Kennzahl | Jede messbare Größe, die erklärt, was passiert | Organische Klicks, Klickrate, Engagement-Rate |
| OKR | Eine Methode: ein Ziel mit wenigen messbaren Schlüsselergebnissen, meist pro Quartal | Ziel „erste Adresse für Gründer in der Region“, Ergebnis 30 Anfragen |
Die Unterscheidung ist keine Wortklauberei. Kennzahlen erklären, warum sich ein KPI bewegt. Steigt Ihre Klickrate, während die Anfragen gleich bleiben, haben Sie eine interessante Kennzahl und kein Ergebnis. Behalten Sie die Kennzahlen im Blick, aber ordnen Sie sie dem KPI unter, den sie erklären.
So legen Sie KPIs fest
Beginnen Sie beim Unternehmensziel, nicht beim Tool. Wählen Sie pro Ziel einen führenden KPI, Ihren Nordstern, und ergänzen Sie zwei oder drei unterstützende Zahlen, die früh warnen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Formulieren Sie das Unternehmensziel in einem Satz, mit Termin.
- Legen Sie fest, welches Ergebnis beweist, dass Sie das Ziel erreichen. Das ist Ihr Nordstern-KPI.
- Wählen Sie zwei oder drei Zahlen, die sich früher bewegen als der Nordstern, damit Sie rechtzeitig gegensteuern können.
- Halten Sie pro KPI fest: Definition, Quelle, Ausgangswert, Zielwert, verantwortliche Person und Messzeitpunkt.
- Vereinbaren Sie vorab, welche Entscheidung Sie treffen, wenn der KPI über oder unter der Linie liegt.
Der letzte Schritt wird am häufigsten übersprungen. Ein KPI ohne vereinbarte Reaktion ist eine Zahl zum Anschauen, und das Reporting wird länger, ohne dass sich etwas ändert.
Ziele SMART formulieren
SMART geht auf George T. Doran zurück, der das Akronym im November 1981 in der Zeitschrift Management Review vorstellte. Im Deutschen liest man es meist als spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Bei Doran stand das A für „assignable“, also zuweisbar. Diese ursprüngliche Bedeutung lohnt sich, denn ein KPI ohne verantwortliche Person wird von niemandem überwacht.
SMART formulieren Sie das Ziel. Der KPI ist das Messinstrument, das zeigt, ob Sie es erreichen. „Mehr Bekanntheit“ ist kein Ziel. „Bis Juni 2027 kommen jeden Monat 30 Mandatsanfragen von Menschen, die uns über Google gefunden haben“ ist eines, und der KPI ergibt sich daraus von selbst.
Ein Nordstern pro Ziel
Zwei führende KPIs für dasselbe Ziel ziehen früher oder später in verschiedene Richtungen. Wer gleichzeitig möglichst viele Anfragen und möglichst niedrige Kosten pro Anfrage will, weiß nicht, was zu tun ist, wenn beides steigt. Mit einem Nordstern pro Ziel lässt sich jede Abwägung auf eine Frage zurückführen: Bringt das den Nordstern voran?
Für die meisten Dienstleister ist der Nordstern die Zahl der qualifizierten Anfragen oder die Kosten pro Neukunde. Für die meisten Onlineshops ist es der Rohertrag nach Werbekosten. Umsatz und Besucherzahlen taugen selten als Nordstern, weil beide wachsen können, während Sie weniger verdienen.
Früh- und Spätindikatoren
Gabler unterscheidet Frühindikatoren (Leading Indicators) und Spätindikatoren (Lagging Indicators). Ein Spätindikator bildet ein Ergebnis ab, das bereits feststeht, etwa die neuen Mandate im letzten Quartal. Ein Frühindikator bewegt sich früher und gibt Hinweise auf künftige Ergebnisse, etwa die Anfragen dieser Woche oder die Impressionen in Google für Ihre wichtigsten Leistungen. Ihr Nordstern ist meist ein Spätindikator. Die unterstützenden Zahlen wählen Sie als Frühindikatoren, damit Sie nicht erst nach drei Monaten merken, dass etwas schiefläuft.
Wie viele KPIs brauchen Sie?
Weniger, als Sie denken. Auch Gabler empfiehlt, die Zahl der KPI auf die wesentlichen Größen zu begrenzen, weil zu viele wenig relevante Kennzahlen die Aussagekraft schwächen. Ein Nordstern pro Ziel mit zwei oder drei unterstützenden Zahlen genügt, und ein kleines Unternehmen verfolgt selten mehr als zwei oder drei Ziele gleichzeitig. Passt Ihre Übersicht nicht auf einen Bildschirm, messen Sie vermutlich Dinge, die niemand nutzt.
Marketing KPIs nach Ziel
Welche Marketing KPIs Sie verfolgen, hängt vom Ziel ab: Bekanntheit, Traffic, Leads, Umsatz oder Kundenbindung. Die Tabelle ordnet sie nach Ziel. Jeder Begriff führt zu einem eigenen Artikel mit Formel, Rechenbeispiel, Rechner und der Frage, was ein guter Wert ist.
| Ziel | Die Frage dahinter | KPIs | Wo Sie messen |
|---|---|---|---|
| Bekanntheit | Sehen uns die richtigen Menschen? | CPM, Impression Share, Engagement-Rate | Google Ads, Meta Werbeanzeigenmanager, Search Console |
| Traffic | Kommen sie auf die Website, und bleiben sie? | CTR, CPC, Absprungrate, Qualitätsfaktor (als Diagnose) | Search Console, Google Ads, GA4 |
| Leads | Werden aus Besuchern Anfragen? | Conversion Rate, CPL, CPA | GA4, Google Ads, Ihr CRM |
| Umsatz | Bringt es Umsatz und Gewinn? | ROAS, POAS, durchschnittlicher Bestellwert, ROI | Google Ads, Ihr Shop, Ihre Buchhaltung |
| Kundenbindung | Was ist ein Kunde wert, und was hat er gekostet? | Customer Lifetime Value, CAC, Wiederkaufrate, Net Promoter Score | Ihr CRM und Ihre Buchhaltung |
Von oben nach unten gelesen bilden die Ziele einen Trichter. Oben sind die Zahlen schnell verfügbar und günstig zu verbessern, sagen aber wenig über das Unternehmen. Unten sind sie langsam und schwerer zu messen, sagen aber alles. Ein niedriger CPC ist erst eine gute Nachricht, wenn aus den Klicks Anfragen werden, und eine hohe Conversion Rate erst, wenn aus den Anfragen Kunden werden.
Einige Zusammenhänge helfen beim Lesen. CPC, CTR und Qualitätsfaktor erklären, was Ihre Anzeigen kosten. Google selbst bezeichnet den Qualitätsfaktor allerdings als Diagnosewerkzeug und nicht als KPI, auf den man optimiert. Wie die Auktion funktioniert, lesen Sie in SEA und Google Ads. ROAS misst den Umsatz pro Euro Werbekosten, POAS den Rohertrag pro Euro und ROI die Rendite der gesamten Investition: drei Antworten auf dieselbe Frage, mit immer weniger Spielraum, sich die Zahlen schönzurechnen. Customer Lifetime Value und CAC gehören zusammen. Ihr Verhältnis zeigt, wie viel Sie für einen Neukunden ausgeben dürfen. Harvard Business School Online nennt ein Verhältnis von 3:1 zwischen Kundenwert und CAC einen gängigen Richtwert. Was für Sie passt, hängt von Ihrer Marge und Ihrem Verkaufszyklus ab.
KPIs für Sichtbarkeit in KI-Antworten
Sichtbarkeit in Googles KI-Übersichten, in ChatGPT und in Perplexity verdient eine eigene Zeile im Dashboard, denn immer mehr Menschen lesen eine Antwort, bevor sie überhaupt eine Liste mit Links sehen. Google weist seine KI-Funktionen nicht gesondert aus. Laut Googles englischsprachigem Leitfaden zu KI-Funktionen zählen Auftritte in den KI-Übersichten und im KI-Modus im Leistungsbericht der Search Console unter dem Suchtyp Web mit, zusammen mit dem übrigen Suchtraffic.
Zwei weitere Zahlen schließen die Lücke. In GA4 zeigen Sitzungen mit Quellen wie chatgpt.com und perplexity.ai, wie viele Besucher über KI-Assistenten kommen. Und ein fester Satz von Fragen, die Ihre Kunden tatsächlich stellen, jeden Monat in den großen Assistenten geprüft, zeigt, ob Ihre Marke genannt und zitiert wird und neben welchen Wettbewerbern. Behandeln Sie beides als Frühindikatoren: Sie sehen daran, ob Sie im Gespräch sind, bevor es die Anfragen zeigen. Wie Sie diese Sichtbarkeit aufbauen, lesen Sie im Beitrag zur GEO Optimierung.
Rechenbeispiel: günstige Anfragen, teure Mandate
Angenommen, eine Steuerkanzlei testet zwei Google Ads Kampagnen mit je 3.000 Euro im Monat. Kampagne A wirbt auf breite Suchbegriffe. Ein Klick kostet im Schnitt 2,50 Euro, das ergibt 1.200 Klicks, 60 Anfragen (eine Conversion Rate von 5 %) und Kosten pro Anfrage von 50 Euro. Zwei dieser Anfragen werden zu Mandaten, ein neuer Mandant kostet also 1.500 Euro. Kampagne B wirbt auf spezifische Suchbegriffe mit klarer Absicht. Ein Klick kostet 5 Euro, das ergibt 600 Klicks, 30 Anfragen (ebenfalls 5 %) und Kosten pro Anfrage von 100 Euro. Drei Anfragen werden zu Mandaten: 1.000 Euro pro neuem Mandanten.
Kampagne A gewinnt beim Klickpreis und kommt mit der Hälfte der Kosten pro Anfrage aus. Bei der einzigen Zahl, die für die Kanzlei zählt, verliert sie. Wer nach CPL steuert, verschiebt das Budget in die falsche Kampagne.
- Kampagne A (breit)
- Kampagne B (spezifisch)
| Kampagne A (breit) | Kampagne B (spezifisch) | |
|---|---|---|
| Kosten pro Anfrage | € 50 | € 100 |
| Kosten pro Neukunde | € 1.500 | € 1.000 |
Rechenbeispiel: zwei Kampagnen mit je 3.000 Euro im Monat
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen nach. Die Voreinstellungen entsprechen Kampagne B.
- Anfragen pro Monat
- 30
- Kosten pro Anfrage (CPL)
- € 100
- Neukunden pro Monat
- 3,0
- Kosten pro Neukunde (CAC)
- € 1.000
Rechenbeispiel. Den Anteil der Anfragen, die zu Kunden werden, entnehmen Sie Ihrem CRM oder Ihren eigenen Unterlagen.
Ob 1.000 Euro pro Mandant viel sind, hängt davon ab, was ein Mandant einbringt. Bringt ein Mandat über die Jahre 12.000 Euro Rohertrag, ist es ein gutes Geschäft. Sind es 800 Euro, verlieren Sie mit jedem neuen Kunden Geld. Deshalb endet jeder KPI-Baum beim Kundenwert.
KPIs für Dienstleister und Onlineshops
Ein Premium-Dienstleister steuert nach Zahl und Qualität der Anfragen und nach den Kosten pro Neukunde. Ein Onlineshop steuert nach dem Gewinn pro Bestellung und danach, wie oft Kunden wiederkommen. Der Trichter ist derselbe, Nordstern und Fallstricke unterscheiden sich.
| Premium-Dienstleister | Onlineshop | |
|---|---|---|
| Nordstern-KPI | Qualifizierte Anfragen und Kosten pro Neukunde | Rohertrag nach Werbekosten (POAS) |
| Unterstützende KPIs | Conversion Rate zur Anfrage, Anteil der Anfragen mit Abschluss | Conversion Rate, durchschnittlicher Bestellwert, ROAS |
| Wo die Daten liegen | GA4 und Ihr CRM oder Postfach | GA4, Ihr Shopsystem und Google Ads |
| Zeit bis zum Ergebnis | Wochen bis Monate, je nach Vertriebszyklus | Meist wenige Tage |
| Größter Fallstrick | Anfragen zählen, ohne ihren Wert zu prüfen | Nach Umsatz steuern, ohne Marge, Versandkosten und Retouren |
| Kundenwert | Wert über die gesamte Beziehung, inklusive Folgeaufträgen | Wiederkäufe über ein oder zwei Jahre |
B2B-Teams teilen Leads oft in Marketing Qualified Leads (MQLs) und Sales Qualified Leads (SQLs). Für einen Premium-Dienstleister erfüllt der Anteil der Anfragen, die zu einem Angebot führen, dieselbe Aufgabe, ohne den Fachjargon. Der schwierigste Teil liegt nach dem Formular. Google Ads und GA4 sehen die Anfrage, aber nicht, ob daraus ein Auftrag wurde. Diesen letzten Schritt halten Sie in Ihrem CRM fest oder zumindest in einer einfachen Liste: wer angefragt hat, über welchen Kanal, und ob daraus ein Kunde wurde. Ohne diese Verbindung können Sie die Kosten pro Neukunde nicht berechnen und steuern blind nach der Zahl der Anfragen. Wie viel eine einzelne Anfrage wert sein darf, rechnen Sie mit der Formel für einen Ziel-CPA im Beitrag über SEA und Google Ads aus.
Ein Onlineshop hat das umgekehrte Problem: zu viele Daten. Google Ads zeigt den Umsatz pro Kampagne, aber weder Marge noch Retouren. Eine Kampagne mit hohem ROAS auf margenschwache Produkte kann Geld kosten, während eine Kampagne mit niedrigerem ROAS auf margenstarke Produkte Gewinn bringt. Deshalb ist POAS für viele Shops der bessere Nordstern, mit dem durchschnittlichen Bestellwert und dem Customer Lifetime Value als unterstützenden Zahlen.
KPIs messen in GA4, Google Ads und Search Console
Marketing KPIs liegen in drei Schichten: Google Analytics 4 für das, was auf Ihrer Website passiert, die Werbeplattformen für das, was Sie bezahlen, und Ihr CRM oder Ihre Buchhaltung für das, was es einbringt. Keine dieser Quellen liefert allein das ganze Bild.
| Tool | Wo Sie nachsehen | Was Sie dort messen |
|---|---|---|
| GA4 | Berichte > Akquisition > Neu generierte Zugriffe | Sitzungen, Sitzungen mit Interaktionen, Engagement-Rate, Schlüsselereignisse und deren Rate pro Kanal |
| Google Ads | Die Spalten in Ihrer Kampagnenübersicht | Conversions, Kosten/Conv., Conv.-Rate und Conv.-Wert/Kosten |
| Search Console | Der Leistungsbericht | Klicks, Impressionen, Klickrate (CTR) und durchschnittliche Position |
| Meta Werbeanzeigenmanager | Die Spalten Ergebnisse und Kosten pro Ergebnis | Was als Ergebnis zählt, hängt vom Kampagnenziel ab |
| CRM oder Buchhaltung | Ihre eigenen Unterlagen | Welche Anfragen zu Kunden wurden, Umsatz, Marge und Kundenwert |
In GA4 markieren Sie Aktionen, die für Ihr Unternehmen wichtig sind, etwa ein abgeschicktes Kontaktformular oder einen Kauf, als Schlüsselereignis. Google hat die Begriffe bewusst getrennt: Was in GA4 früher Conversion hieß, ist heute ein Schlüsselereignis, und eine Conversion ist die Aktion, auf die Google Ads bietet und nach der Kampagnen bewertet werden. Eine Conversion erstellen Sie auf Basis eines Schlüsselereignisses. Die Erklärung von Google zu Conversions und Schlüsselereignissen zeigt, wie beides zusammenhängt. Im Bericht „Neu generierte Zugriffe“ sehen Sie die Engagement-Rate pro Kanal. Die Absprungrate ist in GA4 genau ihr Gegenteil.
In Google Ads lesen Sie die meisten KPIs direkt in den Spalten ab. Kosten/Conv. ist Ihr CPA, Conv.-Rate Ihre Conversion Rate, und Conv.-Wert/Kosten bezeichnet Google selbst als Schätzung für den Return on Investment, also Ihren ROAS als Verhältniszahl. Zwei Hinweise aus der Google Ads-Hilfe zu den Conversion-Spalten sind wichtig. Die Spalte „Conversions“ kann geschätzte Conversions enthalten, wenn nicht alle Conversions beobachtet werden konnten. Und beim Vergleich mit Google Analytics sind laut Google Abweichungen von bis zu 20 % zu erwarten, vor allem wegen unterschiedlicher Attributionsmodelle. Legen Sie deshalb pro KPI eine Quelle fest und bleiben Sie dabei.
Die Search Console ist die Quelle für Ihre organische Sichtbarkeit. Der Leistungsbericht zeigt standardmäßig Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position der letzten drei Monate, pro Suchanfrage und pro Seite. Impressionen sind hier ein guter Frühindikator: Sie steigen oft, bevor die Klicks folgen. Wie Sie diese organische Basis stärken, lesen Sie in SEO-Optimierung.
KPIs auswerten: Dashboard und Rhythmus
Ein gutes KPI Dashboard passt auf einen Bildschirm, beginnt mit dem Nordstern und zeigt neben jeder Zahl Zielwert und Trend. Schauen Sie wöchentlich auf die Frühindikatoren und entscheiden Sie monatlich oder quartalsweise auf Basis der KPIs selbst.

Ein teures Werkzeug brauchen Sie dafür nicht. Data Studio von Google, bis April 2026 Looker Studio, ist kostenlos und holt Daten aus GA4, Google Ads und der Search Console. Für ein kleines Unternehmen reicht auch eine gemeinsame Tabelle, solange die Definitionen feststehen. Bauen Sie das Dashboard in dieser Reihenfolge auf:
- oben der Nordstern pro Ziel, mit Zielwert und dem Verlauf der letzten Monate;
- darunter die zwei oder drei Frühindikatoren, die den Nordstern erklären;
- ein Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum, damit Saisoneffekte Sie nicht täuschen;
- pro KPI die verantwortliche Person und die vereinbarte Reaktion bei Abweichungen;
- eine kurze Notiz in klarer Sprache: Was haben wir gesehen, was entscheiden wir?
Der Rhythmus ist so wichtig wie das Dashboard. Wer täglich an Kampagnen dreht, bremst die Algorithmen aus: Laut Google setzen häufige manuelle Änderungen an Budgets, Zielen oder Conversion-Zielvorhaben die Lernphase von 7 bis 14 Tagen jedes Mal zurück.
| Rhythmus | Worauf Sie schauen | Was Sie entscheiden |
|---|---|---|
| Wöchentlich | Frühindikatoren, Ausgaben und ob die Messung noch läuft | Fehler beheben, nichts Grundlegendes ändern |
| Monatlich | Die KPIs im Vergleich zu ihren Zielwerten | Budget verschieben, einen neuen Test starten |
| Quartalsweise | Nordstern, Kundenwert und Kosten pro Neukunde | Kanäle, Ziele und Strategie überprüfen |
So arbeiten wir auch in unserem Marketing-Ansatz: zuerst breit testen, dann gemeinsam auf die Zahlen schauen und erst danach Budget verschieben.
Typische Fehler bei KPIs
Der häufigste Fehler ist, nach Zahlen zu steuern, die sich gut anfühlen, aber nichts entscheiden. Follower, Sitzungen und Impressionen können monatelang steigen, ohne dass ein einziger Kunde dazukommt. Nicht umsonst heißen sie im Englischen Vanity Metrics. Auf dem Dashboard dürfen sie stehen, als Erklärung, nie als Ziel.
Der zweite Fehler ist, einen KPI so hart zu verfolgen, dass er seine Bedeutung verliert. Der Ökonom Charles Goodhart hat diesen Effekt beschrieben, die Anthropologin Marilyn Strathern hat ihn 1997 so zusammengefasst: Wenn eine Kennzahl zum Ziel wird, hört sie auf, eine gute Kennzahl zu sein. Bezahlen Sie eine Agentur nach Kosten pro Lead, bekommen Sie günstige Leads. Das Rechenbeispiel oben zeigt, wohin das führt.
Der dritte Fehler ist, Zahlen aus verschiedenen Plattformen nebeneinanderzulegen, als würden sie dasselbe messen. Google Ads, GA4 und Meta zählen jeweils auf ihre eigene Weise, mit eigener Attribution. Vergleichen Sie Trends innerhalb einer Quelle, nicht absolute Zahlen zwischen Quellen.
Viele Unternehmen urteilen außerdem zu früh. Conversions kommen manchmal erst Tage nach dem Klick, und eine gerade geänderte Kampagne steckt noch in der Lernphase. Durchschnittswerte verbergen zudem viel: Kampagnen auf den eigenen Markennamen sehen fast immer besser aus als Kampagnen, die neue Kunden finden sollen. Bewerten Sie beide getrennt.
Der letzte Fehler sind Schlüsse aus dem Zufall. Steigt Ihre Conversion Rate nach einer neuen Startseite, wissen Sie noch nicht, ob es an der Startseite liegt. Ein A/B-Test gibt Ihnen die Antwort, sodass Sie wissen statt raten. Wie Sie ihn zuverlässig aufsetzen, lesen Sie in Conversion Rate Optimierung.
Wie wir helfen
Viralistic ist ein strategischer digitaler Partner in Amsterdam, gegründet und geleitet von Marrallisa Kreijkes. Wir beginnen nicht mit einem Dashboard, sondern mit Ihrem Ziel und Ihrem Fundament. Können Sie den Wert Ihres Unternehmens in wenigen Minuten erklären? Funktioniert Ihre Website, und misst sie, was passiert? Werden Sie in Google und in KI-Antworten gefunden? Fehlt ein Baustein, ist das der erste Schritt, und das sagen wir Ihnen auch. Oft beginnt es mit einer klaren Markenidentität und einem BrandScript oder mit einer Website, die aus Besuchern Anfragen macht.
Die KPI Bedeutung für Ihr Unternehmen klären wir danach gemeinsam. Fast immer zählen dieselben drei: die Zahl der Anfragen, ihre Qualität und die Kosten eines neuen Kunden. Besucherzahlen und Rankings kommen als Kontext dazu. Ist das Fundament gesund und brauchen Sie mehr Kunden, setzen wir Google Ads oder Meta Ads als Akzent obendrauf ein. Wir testen zuerst breit, besprechen die Ergebnisse mit Ihnen und entscheiden gemeinsam, wohin das Budget fließt. Ein Mensch prüft jedes Reporting, auch wenn KI beim Sammeln der Zahlen geholfen hat. Mehr dazu lesen Sie in unserem Marketing-Ansatz, zu SEO und KI-Sichtbarkeit, zur Verbindung aller Kanäle in einer digitalen Strategie und dazu, worauf Sie bei einer Google Ads Agentur achten sollten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Definition von KPIs?
KPIs (Key Performance Indicators) sind ausgewählte Kennzahlen, mit denen ein Unternehmen misst, ob es seine wichtigsten Ziele erreicht. Sie dienen der Planung, Kontrolle und Entscheidung. Anders als gewöhnliche Kennzahlen haben KPIs einen direkten Bezug zu einem Ziel, einen Zielwert und eine verantwortliche Person. Weicht ein KPI ab, folgt eine vereinbarte Reaktion.
Was ist der Unterschied zwischen KPIs und Kennzahlen?
Jeder KPI ist eine Kennzahl, aber nicht jede Kennzahl ist ein KPI. Kennzahlen beschreiben alles, was sich messen lässt, etwa Klicks, Sitzungen oder Öffnungsraten. KPIs sind die wenigen Kennzahlen, die direkt zeigen, ob ein Unternehmensziel erreicht wird. Kennzahlen erklären, warum sich ein KPI bewegt. Der KPI entscheidet, ob Sie handeln müssen.
Welche Kennzahlen gibt es im Marketing?
Im Marketing sind typische KPIs die Conversion Rate, die Kosten pro Lead (CPL), die Kosten pro Akquisition (CPA), ROAS, POAS, der durchschnittliche Bestellwert, der Customer Lifetime Value und die Kosten pro Neukunde (CAC). Außerhalb des Marketings sind Umsatzwachstum, Rohertragsmarge, Kundenzufriedenheit und Durchlaufzeit verbreitet. Welche davon für Sie ein KPI ist, hängt von Ihrem Ziel ab.
Welche Arten von KPIs gibt es?
Das Gabler Wirtschaftslexikon unterscheidet finanzielle und nichtfinanzielle KPIs sowie Früh- und Spätindikatoren. Eine verbreitete Ordnung bietet die Balanced Scorecard von Robert Kaplan und David Norton aus dem Jahr 1992 mit vier Perspektiven: Finanzen, Kunden, interne Prozesse sowie Lernen und Entwicklung. Marketing KPIs gehören vor allem zu Finanzen und Kunden.
Wie berechnet man KPIs?
Jeder KPI hat seine eigene Formel, meist eine Division. Die Kosten pro Lead sind die Werbekosten geteilt durch die Zahl der Leads. Die Conversion Rate ist die Zahl der Conversions geteilt durch die Zahl der Besucher oder Klicks, mal 100 %. ROAS ist der Conversion-Wert geteilt durch die Werbekosten. Wichtiger als die Rechnung ist, immer dieselbe Definition und Quelle zu verwenden.
Wie erstelle ich KPIs?
Formulieren Sie zuerst ein SMART-Ziel. Beschreiben Sie dann die Zahl, die beweist, dass Sie es erreichen, mit Quelle, Ausgangswert, Zielwert und Termin. Ein Beispiel: „Die qualifizierten Mandatsanfragen über die Website, gemessen im CRM, steigen bis 1. Juli von 12 auf 20 pro Monat.“ Legen Sie außerdem fest, wer verantwortlich ist und was bei einer Abweichung passiert.
Was ist der Unterschied zwischen KPI und OKR?
Ein OKR (Objectives and Key Results) ist eine Methode, Ziele zu setzen: ein ehrgeiziges Ziel mit wenigen messbaren Schlüsselergebnissen, meist pro Quartal. Ein KPI ist eine Messgröße, die Sie dauerhaft verfolgen. Beides ergänzt sich, denn ein Schlüsselergebnis ist oft ein befristeter Zielwert für einen KPI, den Sie ohnehin messen.
Wie kann ich KPIs auswerten?
Vergleichen Sie jeden KPI mit seinem Zielwert und mit demselben Zeitraum im Vorjahr, nicht nur mit dem Vormonat. Schauen Sie wöchentlich auf die Frühindikatoren und treffen Sie Entscheidungen monatlich oder quartalsweise. Ein Dashboard in Data Studio oder einer Tabelle hilft, solange es auf einen Bildschirm passt und jede Abweichung eine vereinbarte Reaktion hat.
Wie spricht man KPI aus?
Im Deutschen wird KPI meist Buchstabe für Buchstabe ausgesprochen, also „Ka-Pe-I“. In internationalen Teams hören Sie auch die englische Aussprache „Kay-Pee-Eye“. Beides ist üblich und wird verstanden. Die Mehrzahl lautet KPIs. Ausgeschrieben steht die Abkürzung für Key Performance Indicator, auf Deutsch Leistungskennzahl.
Geschrieben von
Gründerin von Viralistic und offizielle n8n Ambassador
Marrallisa leitet von Amsterdam aus Strategie, Design, Sichtbarkeit und Automatisierung für Premiummarken. Sie hat Teams bei Volkswagen geschult und spricht auf Events von n8n und Anthropic. Möchten Sie Ihre Situation besprechen? Vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit ihr.