Ein ROAS von 500 % sieht im Google Ads-Konto nach einem Erfolg aus. Trotzdem kann genau diese Kampagne Geld kosten, denn der Umsatz verrät nichts darüber, was nach Wareneinsatz, Versand und Retouren übrig bleibt. Der POAS macht das sichtbar. Er zeigt, wie viel Deckungsbeitrag jeder Euro Werbebudget einbringt, und damit, ob Ihre Anzeigen das Unternehmen wachsen lassen oder nur den Umsatz.
In diesem Beitrag erfahren Sie, was POAS bedeutet, wie Sie ihn berechnen (mit Rechenbeispiel und Rechner), wie er sich zu ROAS und ROI verhält, was ein guter POAS ist und wie Sie ihn in Google Ads, Meta und GA4 messen. Die Definitionen stammen von ProfitMetrics, das POAS als Marke führt, die Einstellungen aus der Google Ads-Hilfe, der Merchant Center-Hilfe und der GA4-Hilfe; die Rechenbeispiele sind unsere. Bei Viralistic messen wir, was für das Geschäft zählt: Anfragen, deren Qualität und die Kosten eines neuen Kunden. Für einen Online-Shop ist der POAS dafür die ehrlichste Zahl, die ein Werbekonto liefern kann.
Was ist der POAS?
POAS steht für Profit on Ad Spend, auf Deutsch etwa Gewinn pro Werbeausgabe. Die KPI teilt den Rohertrag oder Deckungsbeitrag aus Anzeigen durch die Werbekosten. Sie fragt also nicht, wie viel eine Kampagne verkauft, sondern wie viel vom Umsatz nach den variablen Kosten bleibt.
ProfitMetrics, das den Begriff als Marke führt (POAS®), definiert den Gewinn in der Formel als das, was nach variablen Bestellkosten wie Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren und Verpackung übrig bleibt. Fixkosten wie Miete und Gehälter zählen nicht dazu (ProfitMetrics zur POAS-Formel). Der Gedanke dahinter ist schlicht. Das R in ROAS stand ursprünglich für Return, also Rendite. Weil Werbeplattformen keine Gewinndaten erhielten, wurde daraus in der Praxis Umsatz. Der POAS holt den Gewinn zurück in die Rechnung.
Gelegentlich lesen Sie auch Profit over Ad Spend. Gemeint ist dieselbe Kennzahl. Und wer bei Google nur „POAS“ eingibt, landet schnell beim Vulkan Poás in Costa Rica. Im Marketing bedeutet die Abkürzung immer Gewinn geteilt durch Werbekosten.

Rohertrag oder Deckungsbeitrag: Welche Kosten zählen?
Im einfachsten Fall ist der Gewinn im POAS Ihr Rohertrag: Nettoumsatz minus Wareneinsatz. Je mehr variable Kosten pro Bestellung Sie zusätzlich abziehen, desto näher liegt der POAS an Ihrem tatsächlichen Ergebnis. Viele Shops sprechen dann von Deckungsbeitrag I und II. Die Abgrenzung ist allerdings nicht genormt, deshalb lohnt es sich, sie einmal schriftlich festzulegen.
| Kostenposition | Im POAS berücksichtigen? | Warum |
|---|---|---|
| Wareneinsatz (COGS) | Ja | Der Kern von Rohertrag und Deckungsbeitrag |
| Rabatte und Gutscheincodes | Ja | Sie senken, was eine Bestellung tatsächlich einbringt |
| Versand und Verpackung | Ja, wenn Sie sie tragen | Sie fallen mit jeder Bestellung an |
| Zahlungsgebühren | Ja | Sie wachsen mit jeder Transaktion |
| Erwartete Retouren | Ja, als Durchschnittsquote | Sonst sieht Ihr POAS besser aus als Ihr Kontostand |
| Mehrwertsteuer | Nein, netto rechnen | Sie ist kein Ertrag für Sie |
| Werbekosten | Nein | Sie stehen im Nenner |
| Miete, Gehälter, Software | Nein | Fixkosten zahlen Sie aus dem, was nach der Werbung bleibt |
Entscheiden Sie sich für eine Definition und bleiben Sie dabei. Mit dem Rohertrag erhalten Sie einen höheren POAS als mit dem Deckungsbeitrag nach allen variablen Kosten. Beides funktioniert, solange Sie Kampagnen und Zeiträume mit derselben Rechnung vergleichen.
POAS berechnen: Formel und Rechenbeispiel
Sie berechnen den POAS, indem Sie den Rohertrag oder Deckungsbeitrag aus Ihren Anzeigen durch die Werbekosten teilen. Das Ergebnis ist ein Faktor: Ein POAS von 1,5 bedeutet 1,50 Euro Gewinn je Euro Budget.
POAS = Deckungsbeitrag aus Anzeigen ÷ Werbekosten
Manche Teams geben den POAS in Prozent an, aus 1,5 werden dann 150 %. An der Rechnung ändert das nichts.
Rechenbeispiel
Ein Online-Shop für Kaffee und Zubehör gibt in einem Monat 3.000 Euro für Google Ads aus. Die Kampagnen bringen 15.000 Euro Nettoumsatz. Der Wareneinsatz dieser Bestellungen beträgt 9.000 Euro. Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Retouren kosten zusammen weitere 2.250 Euro.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Nettoumsatz aus Anzeigen | 15.000 Euro |
| Wareneinsatz | 9.000 Euro |
| Rohertrag | 6.000 Euro |
| Variable Bestellkosten | 2.250 Euro |
| Deckungsbeitrag vor Werbekosten | 3.750 Euro |
| Werbekosten | 3.000 Euro |
Der ROAS beträgt 15.000 Euro ÷ 3.000 Euro = 5, also 500 %. Auf Basis des Rohertrags liegt der POAS bei 6.000 Euro ÷ 3.000 Euro = 2,0. Mit allen variablen Bestellkosten sinkt er auf 3.750 Euro ÷ 3.000 Euro = 1,25. Nach den Werbekosten bleiben 750 Euro für Fixkosten und Gewinn. Eine Kampagne, drei Kennzahlen, und nur die letzte sagt Ihnen, wie viel Spielraum Sie wirklich haben.
Mit dem Rechner unten prüfen Sie Ihre eigene Kampagne. Die Voreinstellungen entsprechen dem Rechenbeispiel.
- ROAS
- 5,00
- Deckungsbeitrag vor Werbekosten
- € 3.750
- POAS
- 1,25
- Nach Werbekosten übrig
- € 750
Ihr POAS liegt bei 1 oder darüber: Die Anzeigen tragen sich selbst, und alles darüber deckt Fixkosten und Gewinn.
POAS vs. ROAS: der Unterschied
Der ROAS teilt den Umsatz durch die Werbekosten, der POAS den Deckungsbeitrag. Der ROAS zeigt, wie viel Sie pro Euro Budget verkaufen, der POAS, wie viel Sie daran verdienen. Bei einer einheitlichen Marge lassen sich beide ineinander umrechnen. Sobald die Margen je Produkt oder Bestellung schwanken, können sie sich widersprechen.
Die Umrechnung ist kurz: POAS = ROAS × Marge, mit der Marge als Anteil am Nettoumsatz. Daraus folgt auch der Break-even-ROAS von 1 ÷ Marge. Bei 25 % Deckungsbeitrag liegt er bei 4, und genau dort erreicht der POAS den Wert 1. Wie Sie ROAS, Break-even-ROAS und Ziel-ROAS Schritt für Schritt berechnen, lesen Sie in unserem Beitrag zum ROAS.
| ROAS | POAS | ROI | |
|---|---|---|---|
| Zähler | Umsatz (Conversion-Wert) | Rohertrag oder Deckungsbeitrag aus Anzeigen | Nettogewinn der Investition |
| Nenner | Werbekosten | Werbekosten | Gesamte Investition |
| Break-even | 1 ÷ Marge, also je Unternehmen anders | Immer 1 | 0 % |
| Zeigt | Verkaufsvolumen pro Euro Budget | Den Gewinnbeitrag Ihrer Anzeigen | Rendite nach allen Kosten |
| Daten nötig | Umsatz je Conversion | Kosten oder Marge je Produkt oder Bestellung | Alle Kosten und Erträge |
Der ROI geht noch einen Schritt weiter als der POAS, weil er auch Fixkosten und die Zeit Ihres Teams einbezieht. Den Vergleich der drei Kennzahlen vertiefen wir im Beitrag zum ROI.
Wie groß der Unterschied werden kann, zeigt sich, wenn drei Produktgruppen des Kaffee-Shops denselben ROAS erreichen.
- ROAS
- POAS
| ROAS | POAS | |
|---|---|---|
| Maschinen (12 %) | 5,00 | 0,60 |
| Mühlen (30 %) | 5,00 | 1,50 |
| Kaffee (45 %) | 5,00 | 2,25 |
Rechenbeispiel: POAS = ROAS × Marge
Beim ROAS sehen alle drei gleich aus. Beim POAS bringt der Kaffee 2,25 Euro Deckungsbeitrag pro Werbe-Euro, die Mühlen verdienen solide, und bei den Maschinen verlieren Sie 40 Cent je Euro Budget. Wer auf Umsatz optimiert, lenkt das Budget zu den Produkten, die sich am leichtesten verkaufen. Das sind selten die Produkte, die am meisten verdienen.
Wann reicht der ROAS? Wenn Ihre Marge über das gesamte Sortiment nahezu gleich ist, liefert ein sauber berechneter Ziel-ROAS dasselbe Bild. Der POAS bringt vor allem dann einen Mehrwert, wenn die Margen stark auseinandergehen, Sie häufig mit Rabatten arbeiten oder die Versandkosten je Bestellung stark schwanken. Das sagen wir offen: Die Umstellung kostet Einrichtungsaufwand und lohnt sich nur, wenn sie Ihre Entscheidungen verändert.
Was der POAS nicht zeigt
Der POAS übernimmt die Attribution der Plattform, die ihn ausweist. Google Ads und Meta rechnen einen Verkauf jeweils ihren eigenen Anzeigen zu, ein POAS von 2 in beiden Konten kann also zweimal dieselben Bestellungen beschreiben. Und zugeordneter Gewinn ist kein zusätzlicher Gewinn. Eine Markenkampagne mit einem POAS von 6 sammelt vor allem Bestellungen von Menschen ein, die ohnehin auf dem Weg zu Ihnen waren. Genau diese Frage stellt der inkrementelle ROAS (iROAS).
Zwei Prüfungen halten den POAS ehrlich. Teilen Sie jeden Monat den gesamten Deckungsbeitrag Ihres Shops durch Ihre gesamten Werbekosten über alle Kanäle. Diese Gesamtzahl ähnelt der MER (Marketing Efficiency Ratio), nur auf Gewinn statt Umsatz, und sie kann keinen Verkauf doppelt zählen. Bei größeren Budgets kommt ein Test mit Kontrollgruppe hinzu: Lift-Studien in Google Ads und Meta vergleichen Menschen, die Ihre Anzeigen gesehen haben, mit Menschen, die sie nicht gesehen haben, und zeigen, wie viel Gewinn die Anzeigen tatsächlich hinzugefügt haben.
Was ist ein guter POAS?
Ein guter POAS liegt über 1, und wie weit darüber, hängt von Ihren Fixkosten und Zielen ab. Einen belastbaren Branchen-Benchmark gibt es nicht, weil jedes Unternehmen den Gewinn anders abgrenzt: Das eine rechnet nur mit dem Wareneinsatz, das andere zieht auch Versand, Gebühren und Retouren ab. Vergleichen Sie Ihren POAS deshalb mit Ihrem eigenen Ziel und nicht mit der Zahl eines anderen.
Ein POAS von genau 1 ist Break-even auf die variablen Kosten. Die Anzeigen finanzieren sich selbst, tragen aber nichts zu Miete, Gehältern oder Software bei. Erst was darüber liegt, hält das Unternehmen am Laufen.
Einen Ziel-POAS festlegen
Legen Sie zuerst fest, welchen Anteil vom Umsatz Sie nach den Werbekosten für Fixkosten und Gewinn behalten möchten. Ihr Ziel-POAS ergibt sich dann aus einer Formel, beide Werte als Anteil am Nettoumsatz:
Ziel-POAS = Marge ÷ (Marge - gewünschter Gewinn nach Werbekosten)
Im Rechenbeispiel liegt der Deckungsbeitrag vor Werbekosten bei 25 % vom Umsatz. Möchte der Shop nach der Werbung 10 % vom Umsatz behalten, darf die Werbung höchstens 15 % vom Umsatz kosten. Der Ziel-POAS beträgt 0,25 ÷ 0,15 = 1,67. Das entspricht einem Ziel-ROAS von 1 ÷ 0,15 = 6,67, also rund 667 %, nur ausgedrückt in Gewinn statt Umsatz. Mit einem POAS von 1,25 liegt die Kampagne aus dem Beispiel darunter: Es bleiben 5 % vom Umsatz statt 10 %.
Die Grafik zeigt, wie schnell der Ziel-POAS steigt, je mehr Sie behalten möchten.
| Ziel-POAS | |
|---|---|
| 0 % | 1,00 |
| 5 % | 1,25 |
| 10 % | 1,67 |
| 15 % | 2,50 |
Rechenbeispiel: Marge ÷ (Marge - gewünschter Gewinn)
Bei 25 % Marge und 15 % gewünschtem Gewinn brauchen Sie bereits einen POAS von 2,5. Das ist kein Grund, die Ziele zu senken, wohl aber ein Grund, zuerst an der Marge zu arbeiten. Jeder zusätzliche Prozentpunkt Marge senkt die Latte sofort.
Neukunden und Bestandskunden
Ein POAS unter 1 ist nicht immer ein Fehler. Gewinnen Sie Neukunden, die wiederkommen, darf die erste Bestellung weniger einbringen, als sie kostet, solange der Gewinn über die gesamte Kundenbeziehung das ausgleicht. Tun Sie das bewusst: Rechnen Sie mit Ihren echten Wiederkaufraten, behalten Sie die Liquidität im Blick und legen Sie vorab fest, wie lange Sie diese Investition tragen. Wie Sie den Kundenwert berechnen, lesen Sie im Beitrag zum Customer Lifetime Value, und was ein Neukunde höchstens kosten darf, im Beitrag zu den CAC.
Bewerten Sie Kampagnen auf Ihren eigenen Markennamen getrennt. Wer nach Ihrem Namen sucht, wollte Sie ohnehin finden. Diese Kampagnen erzielen oft einen hohen POAS, sagen aber wenig darüber, wie gut Ihre Anzeigen neue Kunden erreichen.
Gewinn auf Werbeausgaben messen: Google Ads, Meta und GA4
Google Ads, Meta und GA4 zeigen standardmäßig keine Spalte namens POAS. Sie messen ihn, indem Sie Gewinn statt Umsatz als Conversion-Wert übergeben oder Gewinndaten neben Ihre Werbekosten legen.

| Plattform | Wo Sie den POAS sehen | Was Sie übergeben |
|---|---|---|
| Google Ads | Spalte Conversion-Wert/Kosten oder Bruttogewinn mit Warenkorbdaten | Gewinn als Conversion-Wert oder Warenkorbdaten plus Selbstkosten im Merchant Center |
| Meta Ads Manager | Purchase ROAS, sobald der übergebene Wert Gewinn ist | Gewinn als Wert über das Meta-Pixel oder die Conversions API |
| GA4 | Ein eigener berechneter Messwert | Ein Gewinnparameter im purchase-Ereignis |
Google Ads
Google Ads optimiert auf den Conversion-Wert, den Sie übergeben, und Google nennt Gewinn dabei ausdrücklich als Möglichkeit. Beim Ziel-ROAS werden Gebote laut Google „im Hinblick auf einen maximalen Conversion-Wert festgelegt, z. B. Umsatz oder Gewinnmargen“ (Google Ads-Hilfe zu Conversion-Werten). Übergeben Sie je Bestellung den Deckungsbeitrag statt des Umsatzes, zeigt die Spalte Conversion-Wert/Kosten Ihren POAS. Mit dem Ziel-ROAS bieten Sie dann faktisch auf einen Ziel-POAS. Einen Ziel-POAS von 1,67 tragen Sie als Ziel-ROAS von 167 % ein. Wie Auktion und Gebotsstrategien im Detail funktionieren, erklärt unser Beitrag zu SEA und Google Ads.
Möchten Sie den Umsatz als Conversion-Wert behalten, kann Google den Gewinn trotzdem ausweisen. Mit Conversions mit Warenkorbdaten übermittelt Ihr Conversion-Tag bei jedem Kauf, welche Produkte verkauft wurden. Kombiniert mit den Selbstkosten (Attribut cost_of_goods_sold) in Ihrem Merchant Center-Feed berechnet Google Ads unter anderem Bruttogewinn und Bruttogewinnmarge je Kampagne, Anzeigengruppe und Produkt (Messwerte für Conversions mit Warenkorbdaten). Produkte ohne Selbstkosten im Feed fließen nicht in die Gewinnberechnung ein. Ein lückenhafter Feed ergibt also ein lückenhaftes Bild, und Versand, Zahlungsgebühren und Retouren kennt Google in dieser Rechnung ohnehin nicht.
Meta Ads Manager
Meta weist den Purchase ROAS aus: den Wert der Käufe geteilt durch den ausgegebenen Betrag. Dieser Wert stammt aus dem, was Sie über das Meta-Pixel oder die Conversions API übergeben. Senden Sie den Deckungsbeitrag als Wert, wird die Spalte zu Ihrem POAS, und die Wertoptimierung zielt auf Gewinn statt auf Bestellgröße. Im Juni 2025 kündigte Meta einen Test zur Optimierung auf Gewinn über die Conversions API an. Prüfen Sie im Werbeanzeigenmanager, ob Ihr Konto Zugang hat, bevor Sie damit planen.
Google Analytics 4
GA4 kennt keinen Standard-Messwert für Gewinn. Sie können aber im purchase-Ereignis einen eigenen Parameter mit dem Gewinn je Bestellung mitsenden und ihn als benutzerdefinierten Messwert mit der Maßeinheit Währung registrieren (GA4-Hilfe zu benutzerdefinierten Messwerten). Ein berechneter Messwert teilt diesen Gewinn anschließend durch die Werbekosten. So vergleichen Sie den POAS über Kanäle hinweg, auch für Kanäle, die selbst keine Gewinndaten erhalten.
Vorsicht bei sensiblen Daten: Steht der Gewinn je Bestellung im Quelltext Ihrer Danke-Seite oder im Data Layer, kann jeder mit einem Browser Ihre Margen auslesen. Berechnen Sie den Gewinn deshalb auf Ihrem Server und übergeben Sie ihn von dort.
Vom ROAS zum POAS wechseln
Wenn Ihre Kampagnen auf Gewinn bieten sollen, hat sich diese Reihenfolge bewährt:
- Beginnen Sie offline. Stellen Sie einige Wochen lang je Kampagne POAS und ROAS in einer Tabelle nebeneinander; Kampagnen, bei denen ein hoher ROAS eine dünne Marge verdeckt, fallen schnell auf.
- Hinterlegen Sie den Einkaufspreis je Produkt oder Variante in Ihrem Shop, dazu die variablen Bestellkosten, die Sie berücksichtigen wollen.
- Berechnen Sie den Deckungsbeitrag je Bestellung beim Checkout, am besten serverseitig.
- Übergeben Sie ihn als Conversion-Wert an Google Ads und Meta, und behalten Sie den Umsatz als sekundäre Conversion oder in GA4 im Blick.
- Rechnen Sie Ihr Ziel um: alter Ziel-ROAS mal Marge. Ein Ziel-ROAS von 667 % bei 25 % Marge wird zu rund 167 %.
- Geben Sie dem Gebotsalgorithmus einige Wochen und bewerten Sie die Ergebnisse über einen vollständigen Conversion-Zyklus.
Schritt 5 wird am häufigsten vergessen. Bleibt der alte Ziel-ROAS stehen, während die Conversion-Werte plötzlich deutlich niedriger sind, bietet das System viel weniger, und der Traffic bricht ein.
Es gibt auch einen leichteren Weg. Statt Gewinn als Conversion-Wert zu übergeben, teilen Sie Ihr Sortiment über ein benutzerdefiniertes Label im Merchant Center-Feed in Margenklassen ein und geben jeder Klasse einen eigenen Ziel-ROAS, abgeleitet aus ihrem Break-even-ROAS. Google nennt die Marge selbst als Beispiel für solche Labels, die in Performance Max-, Shopping- und Demand Gen-Kampagnen funktionieren (Merchant Center-Hilfe zu benutzerdefinierten Labels). Ihre Umsatzberichte bleiben dabei erhalten. Die Steuerung ist allerdings gröber als mit dem Gewinn je Bestellung, denn innerhalb einer Klasse behandelt Google jeden Euro Umsatz weiterhin gleich.
Mehr Gewinn pro Werbe-Euro: so gehen Sie vor
Sie verbessern den POAS, indem Sie mehr Deckungsbeitrag je Bestellung erzielen, weniger Budget verschwenden oder aus denselben Klicks mehr Bestellungen holen. In der Praxis beginnen Sie am besten beim ersten Hebel.
Fangen Sie bei der Verteilung des Budgets an. Geben Sie margenstarken Produkten mehr Raum als Produkten, an denen Sie kaum verdienen, entweder mit Gewinn als Conversion-Wert oder mit den Margenklassen von oben. Produkte, die dauerhaft unter einem POAS von 1 bleiben, gehören nicht automatisch in Ihre Anzeigen. Manchmal sind sie als Einstiegsprodukt sinnvoll, dann aber als bewusste Entscheidung und nicht aus Zufall.
Danach kommt die Bestellung selbst. Ein höherer durchschnittlicher Bestellwert verteilt die festen Kosten je Bestellung auf mehr Umsatz, etwa durch Bundles oder eine Grenze für versandkostenfreie Lieferung knapp über Ihrem typischen Warenkorb. Gehen Sie sparsam mit Rabatten um, denn jeder Gutscheincode geht direkt von der Marge ab. Und senken Sie Retouren mit besseren Produktinformationen und Fotos, die zeigen, was Kunden tatsächlich bekommen.
Zum Schluss die Website. Jeder Besucher, der Ihre Landingpage ohne Bestellung verlässt, ist bereits bezahlt. Eine schnellere Seite, ein klareres Angebot und weniger Reibung im Checkout erhöhen den POAS, ohne dass Sie mehr Budget ausgeben. Wir prüfen solche Änderungen mit A/B-Tests, damit Sie wissen, was wirkt, statt zu raten. Wie das geht, lesen Sie im Beitrag zur Conversion Rate Optimierung.
Blicken Sie auch über das Werbekonto hinaus. Eine starke organische Präsenz macht jeden bezahlten Klick wirksamer, weil Menschen, die Sie recherchieren, auf eine konsistente Marke treffen, der sie vertrauen. Deshalb beginnt unser Marketing-Ansatz beim Fundament, und Anzeigen kommen erst dazu, wenn die Basis gesund ist.
Profit on Ad Spend bei Dienstleistern und Leadgenerierung
Der POAS stammt aus dem E-Commerce, wo jede Bestellung einen bekannten Wert und eine bekannte Marge hat. Verkaufen Sie Dienstleistungen und kommen Kunden über eine Anfrage, wissen Sie im Moment der Conversion noch nicht, was sie einbringt. Das Prinzip funktioniert trotzdem: Sie schauen auf den Gewinn hinter einer Anfrage, nicht auf die Zahl der Formulare.
Wert einer Anfrage = Deckungsbeitrag je Neukunde × Anteil der Anfragen, die Kunde werden
Ein Beispiel: Ein Planungsbüro erzielt mit einem neuen Auftrag im Schnitt 8.000 Euro Deckungsbeitrag, und jede vierte Anfrage wird zum Auftrag. Eine Anfrage ist dann 2.000 Euro wert. Kostet eine Anfrage über Google Ads 400 Euro, liegt der POAS je Anfrage bei 2.000 Euro ÷ 400 Euro = 5. Was Sie höchstens pro Anfrage zahlen dürfen, berechnen Sie mit Ihrem CPA.
Echte Ergebnisse sind besser als Schätzungen. Mit einem Offline-Conversion-Import melden Sie Google Ads nachträglich, welche Anfragen zu Kunden wurden und was sie wert waren. Der Gebotsalgorithmus lernt dann, welche Suchanfragen zu guten Kunden führen und nicht nur zu ausgefüllten Formularen. Genau darauf steuern wir bei Viralistic meistens: die Zahl der Anfragen, ihre Qualität und was ein neuer Kunde am Ende kostet.
Typische Fehler bei der Steuerung auf Gewinn
Die meisten Fehler beim POAS haben nichts mit der Formel zu tun. Sie stecken in den Zahlen, die hineinfließen.
| Fehler | Folge | So vermeiden Sie ihn |
|---|---|---|
| Umsatz inklusive Mehrwertsteuer | Der Gewinn wirkt höher, als er ist | Durchgehend netto rechnen |
| Retouren ignorieren | Überhöhter POAS in Kategorien mit vielen Rücksendungen | Je Produktgruppe eine Retourenquote abziehen |
| Wechselnde Gewinndefinition | Zeiträume und Kampagnen sind nicht vergleichbar | Eine Definition festlegen und überall nutzen |
| Alten Ziel-ROAS nach dem Wechsel stehen lassen | Gebote brechen ein, der Traffic sinkt | Das Ziel mit der Marge umrechnen |
| Gewinn im Quelltext sichtbar | Jeder kann Ihre Margen auslesen | Gewinn serverseitig übergeben |
| Einen POAS von 1 für Gewinn halten | Fixkosten bleiben ungedeckt | Auf einen Ziel-POAS über 1 steuern |
| Neukunden nur nach der ersten Bestellung bewerten | Sie bremsen Ihr Wachstum aus | Den Kundenwert ins Ziel einrechnen |
Wie wir helfen
Marketing beginnt bei Viralistic organisch. Bevor wir Ihr Werbebudget auf Gewinn steuern, prüfen wir, ob das Fundament trägt: eine klare Botschaft, eine schnelle Website, die Besucher zu Kunden macht, und eine Messung, die funktioniert. Fehlt dort etwas, sagen wir es Ihnen offen, denn bezahlte Kampagnen vergrößern ein Leck nur.
Ist das Fundament gesund und möchten Sie mit Google Ads oder Meta Ads wachsen, richten wir die Messung auf das aus, was Ihr Unternehmen verdient. Bei einem Online-Shop ist das meist der POAS: der Gewinn je Bestellung im Verhältnis zu den Werbekosten. Bei einem Dienstleister sind es die Zahl der Anfragen, ihre Qualität und die Kosten eines neuen Kunden. Wir testen zuerst breit, besprechen die Zahlen gemeinsam mit Ihnen und verlagern das Budget dorthin, wo es nachweislich wirkt. Wo es Zeit spart, verbinden wir Shop und Werbekonten mit einer Automatisierung in n8n, und ein Mensch prüft jeden Schritt, auch wenn KI geholfen hat. Mehr dazu lesen Sie bei unserem Marketing-Ansatz oder im Beitrag darüber, worauf es bei einer Google Ads Agentur ankommt.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet POAS?
POAS bedeutet Profit on Ad Spend, also Gewinn pro Werbeausgabe. Die Kennzahl teilt den Rohertrag oder Deckungsbeitrag aus Anzeigen durch die Werbekosten. Ein POAS von 1,5 heißt, dass jeder Euro Budget 1,50 Euro Gewinn einbringt. Während der ROAS auf den Umsatz schaut, zeigt der POAS, ob Ihre Anzeigen nach Wareneinsatz und Bestellkosten tatsächlich Geld verdienen.
Wie berechnet man den POAS?
Teilen Sie den Deckungsbeitrag aus Ihren Anzeigen durch die Werbekosten. Der Deckungsbeitrag ist der Nettoumsatz ohne Mehrwertsteuer, abzüglich Wareneinsatz und idealerweise der variablen Bestellkosten wie Versand, Zahlungsgebühren und Retouren. Ein Beispiel: 3.750 Euro Deckungsbeitrag bei 3.000 Euro Werbekosten ergeben einen POAS von 1,25. Nutzen Sie immer dieselbe Definition.
Welchen POAS sollte ich anstreben?
Streben Sie einen POAS an, der über Ihrem eigenen Ziel-POAS liegt. Dieses Ziel liegt immer über 1. Bei genau 1 decken die Anzeigen nur sich selbst, für Fixkosten bleibt nichts. Wie weit darüber Sie liegen sollten, hängt von Ihrer Marge und dem gewünschten Gewinn ab. Einen allgemeingültigen Richtwert gibt es nicht, weil jedes Unternehmen den Gewinn anders abgrenzt.
Was ist der Unterschied zwischen POAS und ROAS?
Der ROAS teilt den Umsatz durch die Werbekosten, der POAS den Deckungsbeitrag. Der ROAS zeigt, wie viel Sie pro Euro Budget verkaufen, der POAS, wie viel Sie daran verdienen. Der Break-even liegt beim POAS immer bei 1, beim ROAS bei 1 geteilt durch Ihre Marge. Bei stark schwankenden Margen liefert der POAS das ehrlichere Bild.
Was bedeutet ein POAS von 2?
Ein POAS von 2, auch als 2:1 geschrieben, heißt: Jeder Euro Werbebudget hat zwei Euro Deckungsbeitrag gebracht. Nach Abzug der Werbekosten bleibt pro ausgegebenem Euro ein Euro für Fixkosten und Gewinn. Ob das reicht, hängt von Ihrem Ziel-POAS ab, und der ergibt sich aus Ihrer Marge und dem Anteil vom Umsatz, den Sie behalten möchten.
Ist ein ROAS von 5 gut?
Das hängt von Ihrer Marge ab. Ein ROAS von 5 entspricht bei 20 % Deckungsbeitrag einem POAS von 1, die Werbung trägt sich also gerade selbst. Bei 40 % Marge ergibt derselbe ROAS einen POAS von 2, und Sie verdienen gut. Rechnen Sie den ROAS deshalb immer mit Ihrer Marge in einen POAS um, bevor Sie eine Kampagne bewerten.
Was ist der Unterschied zwischen POAS und ROI?
Der POAS vergleicht den Deckungsbeitrag mit den Werbekosten und lässt Fixkosten außen vor. Der ROI setzt den Nettogewinn ins Verhältnis zur gesamten Investition, inklusive Fixkosten, Agenturhonorar und interner Zeit. Der POAS eignet sich zur Steuerung einzelner Kampagnen, der ROI zur Frage, ob sich Marketing als Ganzes für das Unternehmen rechnet.
Kann man in Google Ads auf POAS bieten?
Ja, über den Conversion-Wert. Übergeben Sie je Conversion den Deckungsbeitrag statt des Umsatzes und nutzen Sie Ziel-ROAS oder Conversion-Wert maximieren. Google bietet dann auf Gewinn. Einen Ziel-POAS von 1,67 tragen Sie als Ziel-ROAS von 167 % ein. Rechnen Sie beim Wechsel Ihr altes Ziel um, sonst bietet der Algorithmus deutlich weniger als gewünscht.
Geschrieben von
Gründerin von Viralistic und offizielle n8n Ambassador
Marrallisa leitet von Amsterdam aus Strategie, Design, Sichtbarkeit und Automatisierung für Premiummarken. Sie hat Teams bei Volkswagen geschult und spricht auf Events von n8n und Anthropic. Möchten Sie Ihre Situation besprechen? Vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit ihr.