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Average Order Value: den durchschnittlichen Warenkorbwert berechnen, messen und profitabel steigern.

Der Average Order Value (AOV), auf Deutsch durchschnittlicher Warenkorbwert oder durchschnittlicher Bestellwert, ist der Betrag, den Kunden im Schnitt pro Bestellung ausgeben. Sie berechnen ihn, indem Sie den Umsatz eines Zeitraums durch die Zahl der Bestellungen im selben Zeitraum teilen. 24.000 Euro Umsatz aus 200 Bestellungen ergeben einen AOV von 120 Euro.

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Unser Marketing-Ansatz

Marketing

16 Min. Lesezeit

Zwei Onlineshops mit gleich vielen Besuchern und derselben Conversion-Rate können sehr unterschiedliche Unternehmen sein. Der eine verdient an jeder Bestellung genug, um Werbung, Versand und Service zu bezahlen. Der andere macht Umsatz und behält davon wenig. Oft liegt der Unterschied in einer einzigen Zahl: dem Betrag, den ein Kunde pro Bestellung ausgibt.

Die Lösung: Lesen Sie den Average Order Value immer neben Ihrer Marge, nie für sich allein. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie ihn berechnen, wo GA4, Shopify, Google Ads und Meta Ads ihn ausweisen und warum ihre Zahlen voneinander abweichen. Sie sehen, warum es keinen allgemein guten Warenkorbwert gibt, was die Kennzahl für Ihr Werbebudget bedeutet und welche Maßnahmen sich wirklich rechnen. Die Definitionen stammen aus der Dokumentation von Google und Shopify, die Marktzahlen vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh). Bei Viralistic schauen wir zuerst darauf, was nach allen Kosten übrig bleibt, und erst danach darauf, wie Sie mehr verkaufen.

Was ist der Average Order Value?

Der Average Order Value ist der durchschnittliche Wert einer einzelnen Bestellung in einem bestimmten Zeitraum. Er beschreibt die Bestellung, nicht den Kunden. Wer viermal im Jahr für 50 Euro bestellt, hat einen AOV von 50 Euro, auch wenn er im Jahr 200 Euro Umsatz bringt. Den Wert der gesamten Kundenbeziehung misst eine andere Kennzahl: der Customer Lifetime Value.

Im deutschen Sprachraum begegnet Ihnen dieselbe Kennzahl unter mehreren Namen. Durchschnittlicher Warenkorbwert und durchschnittlicher Bestellwert bedeuten dasselbe. Im stationären Handel spricht man vom Durchschnittsbon. Vorsicht bei der Warenkorbgröße: Damit ist meist die Zahl der Artikel pro Bestellung gemeint, nicht der Betrag.

Eine sorgfältig verpackte Bestellung auf einem Tisch aus Nussbaum, eine Keramikvase und eine passende Schale in Seidenpapier in einem offenen Karton.

Der AOV ist einer von drei Hebeln, aus denen sich Ihr Umsatz zusammensetzt:

Umsatz = Besucher × Conversion-Rate × Average Order Value

Mehr Umsatz erreichen Sie also mit mehr Besuchern, mit mehr Besuchern, die kaufen, oder mit wertvolleren Bestellungen. Der dritte Hebel ist oft der günstigste, weil Sie dafür keinen zusätzlichen Traffic kaufen müssen. Wie Sie den zweiten Hebel messen, lesen Sie im Beitrag zur Conversion-Rate.

Den durchschnittlichen Warenkorbwert berechnen

Sie berechnen den durchschnittlichen Warenkorbwert, indem Sie den Umsatz durch die Zahl der Bestellungen im selben Zeitraum teilen.

Average Order Value = Umsatz ÷ Anzahl der Bestellungen

Ein Rechenbeispiel

Ein Onlineshop für Wohnaccessoires erzielt im Oktober 24.000 Euro Umsatz aus 200 Bestellungen, netto ohne Umsatzsteuer und ohne Versandkosten.

24.000 Euro ÷ 200 = 120 Euro

Der Average Order Value beträgt 120 Euro. Dieselbe Rechnung funktioniert pro Woche, Quartal oder Jahr. Wählen Sie einen Zeitraum, der lang genug ist, um Zufälle auszugleichen. Bei wenigen Bestellungen pro Tag sagt ein einzelner Tag wenig aus, ein Monat meist schon.

Welcher Umsatz zählt?

Die Formel ist schnell erklärt, die Diskussion beginnt beim Zähler. Gehört die Umsatzsteuer dazu? Die Versandkosten? Was passiert mit Rabatten und Retouren? Eine verbindliche Definition gibt es nicht. Wichtig ist, dass Sie eine Variante wählen und sie überall gleich verwenden. So rechnen wir in der Regel:

BestandteilEinrechnen?Warum
Produktpreis nach RabattJaDas zahlt der Kunde tatsächlich für Ihre Produkte
UmsatzsteuerNeinSie führen sie ab, sie ist nicht Ihr Erlös
Versandkosten, die der Kunde zahltNein, oder getrennt erfassenSie decken Kosten und verzerren das Bild des Warenkorbs
Retouren und ErstattungenIn der eigenen Auswertung abziehenEine zurückgeschickte Bestellung bringt nichts ein

Jedes Tool trifft hier eigene Entscheidungen. Shopify berechnet den AOV seit einer Änderung der Definition als Bruttoumsatz abzüglich Rabatten, geteilt durch die Zahl der Bestellungen, ohne Anpassungen, die nach dem Anlegen der Bestellung erfolgen. Eine Retoure senkt den AOV in Shopify also nicht. GA4 zieht Erstattungen dagegen ab, sofern Sie diese als Ereignis senden. Zeigen zwei Systeme unterschiedliche Werte, ist das meist kein Fehler, sondern eine andere Definition.

Mittelwert, Median oder Modus?

Ein Durchschnitt verdeckt, wie sich Ihre Bestellungen verteilen. Eine einzige große Bestellung zieht den Wert nach oben. Schauen Sie deshalb auch auf den Median: den mittleren Bestellwert, wenn Sie alle Bestellungen von niedrig nach hoch sortieren. Der Modus vervollständigt das Bild: der Bestellwert, der am häufigsten vorkommt. Exakte Beträge wiederholen sich selten, also teilen Sie Ihre Bestellungen in Klassen ein, etwa in Schritten von 50 Euro, und suchen die am stärksten besetzte Klasse.

Nehmen Sie zehn Bestellungen aus demselben Shop. Neun liegen zwischen 55 und 105 Euro, ein Kunde richtet für 500 Euro ein ganzes Zimmer ein. Der Mittelwert liegt bei 120 Euro, der Median bei 80 Euro. Acht der zehn Bestellungen fallen in die Klasse von 50 bis 100 Euro.

Zehn Bestellungen, ein AusreißerMittelwert 120 €, Median 80 €
0 €150 €300 €450 €600 €55 €60 €65 €70 €75 €85 €90 €95 €105 €500 €Mittelwert 120 €Bestellung1Bestellung2Bestellung3Bestellung4Bestellung5Bestellung6Bestellung7Bestellung8Bestellung9Bestellung100 €150 €300 €450 €600 €55 €60 €65 €70 €75 €85 €90 €95 €105 €500 €Mittelwert 120 €Bestellung1Bestellung2Bestellung3Bestellung4Bestellung5Bestellung6Bestellung7Bestellung8Bestellung9Bestellung10
Zehn Bestellungen, ein Ausreißer
Bestellwert
Bestellung 155 €
Bestellung 260 €
Bestellung 365 €
Bestellung 470 €
Bestellung 575 €
Bestellung 685 €
Bestellung 790 €
Bestellung 895 €
Bestellung 9105 €
Bestellung 10500 €

Rechenbeispiel

Neun von zehn Kunden geben weniger aus als der Durchschnitt. Legen Sie wegen eines AOV von 120 Euro die Grenze für kostenlosen Versand auf 150 Euro, rückt sie für fast alle in weite Ferne. Eine Grenze knapp über dem Bereich, in dem sich die meisten Bestellungen sammeln, hier rund 100 Euro, liegt für deutlich mehr Kunden in Reichweite. Exportieren Sie deshalb Ihre Bestellungen und sehen Sie sich die Verteilung an, bevor Sie eine Versandgrenze, ein Bundle oder eine Aktion festlegen. Ob die Entscheidung trägt, zeigt erst ein Test.

Was ist ein guter Average Order Value?

Ein guter Average Order Value ist einer, der nach Wareneinsatz, Versand und Werbekosten genug übrig lässt. Einen Betrag, der für alle passt, gibt es nicht. Ein Shop für Handyhüllen und ein Shop für Designermöbel haben völlig unterschiedliche normale Bestellwerte, und beide können gesund sein.

Eine Orientierung für den deutschen Markt liefert der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh). Laut seiner Jahresbilanz 2025, vorgestellt am 22. Januar 2026, stieg der durchschnittliche Bestellwert im deutschen Onlinehandel von 144,12 Euro (2024) auf 146,19 Euro (2025). Der Bruttoumsatz mit Waren lag 2025 bei 83,1 Milliarden Euro, 3,2 % mehr als im Vorjahr.

Diese Zahl sagt mehr über den Markt als über Ihren Shop. Sie fasst alle Warengruppen zusammen, von Medikamenten bis zu Möbeln, und beruht auf Bruttoumsätzen. Wer netto rechnet, landet bei gleichem Einkaufsverhalten automatisch niedriger. Auch das Endgerät macht einen großen Unterschied. In den Niederlanden, wo Viralistic sitzt, lag der durchschnittliche Online-Einkauf im ersten Halbjahr 2026 laut Thuiswinkel Markt Monitor (auf Niederländisch) per Smartphone bei 80 Euro und per Laptop oder Desktop bei 126 Euro.

Benchmarks von Softwareanbietern helfen ebenfalls nur grob. Triple Whale veröffentlichte 2025 zum Beispiel mediane Bestellwerte von 104 US-Dollar für Schuhe bis 130 US-Dollar für Computer, gemessen bei den Shops auf der eigenen Plattform.

Vergleichen Sie Ihre Zahlen deshalb vor allem mit Ihrer eigenen Entwicklung, und schlüsseln Sie sie auf:

  • nach Endgerät: Mobil oder Desktop;
  • nach Kanal: organische Suche, Google Ads, Meta Ads und E-Mail;
  • nach Neukunden und Bestandskunden;
  • nach Produktkategorie;
  • mit und ohne Aktion oder Rabatt;
  • nach Saison: Vergleichen Sie einen Monat mit demselben Monat im Vorjahr, nicht mit dem Vormonat.

So sehen Sie, woher die größeren Bestellungen kommen und wo eine Maßnahme am meisten bewirken kann.

AOV messen in GA4, Shopify, Google Ads und Meta

Jedes Tool hat einen eigenen Namen und eine eigene Definition für den durchschnittlichen Bestellwert. Wer das weiß, spart sich Diskussionen darüber, welche Zahl stimmt.

ToolWo Sie ihn findenWie er berechnet wirdWorauf Sie achten sollten
Google Analytics 4Messwert „Durchschnittlicher Umsatz aus Käufen“ oder selbst „Umsatz aus Käufen“ ÷ „Transaktionen“Umsatz aus Käufen ist der Umsatz aus Käufen abzüglich ErstattungenFunktioniert nur, wenn das purchase-Ereignis einen Wert mitsendet. Erstattungen zählen nur, wenn Sie refund-Ereignisse senden
ShopifyIn den Analysen, in der englischen Oberfläche als Average order valueBruttoumsatz abzüglich Rabatten, geteilt durch BestellungenOhne Steuern, Versand und spätere Anpassungen. Retouren senken den Wert nicht
Google AdsSpalte „Wert/Conv.“„Conv.-Wert“ ÷ „Conversions“Entspricht nur dann Ihrem AOV, wenn Käufe die einzige primäre Conversion sind, mit dem echten Bestellwert
Meta Ads ManagerSpalte Average purchases conversion value (englische Oberfläche)Purchases conversion value ÷ PurchasesZählt nur Käufe, die Meta Ihren Anzeigen zuordnet, und kann modellierte Käufe enthalten

Die Definitionen von GA4 finden Sie in der Übersicht der Dimensionen und Messwerte. Bei Google Ads kommt ein zweiter Unterschied hinzu. Die Standardspalten ordnen Conversions dem Datum des Klicks zu, GA4 und Shopify dem Datum des Kaufs. Google nennt in der Hilfe zu den Conversion-Spalten Abweichungen von bis zu 20 % gegenüber Systemen wie Google Analytics oder Shopify erwartbar, vor allem wegen unterschiedlicher Attributionsmodelle. Für einen fairen Vergleich nutzen Sie die Spalte „Wert/Conv. (nach Conv.-Zeit)“.

Unsere Faustregel: Nehmen Sie Ihr Shopsystem oder Ihre Buchhaltung als maßgebliche Quelle für den Bestellwert, und nutzen Sie GA4 und die Werbeplattformen, um zu sehen, woher die Bestellungen kommen. Dann spricht Ihr ganzes Team über dieselbe Zahl.

Was der AOV für Ihr Werbebudget bedeutet

Der Average Order Value legt fest, wie viel Sie für eine Bestellung bezahlen können. Multiplizieren Sie ihn mit Ihrer Rohertragsmarge, und Sie wissen, was eine Bestellung vor Werbekosten einbringt. Dieser Betrag ist Ihr Break-even-CPA.

Maximaler CPA = Average Order Value × Rohertragsmarge

Der Shop für Wohnaccessoires hat eine Rohertragsmarge von 40 %. Von einer Bestellung über 120 Euro bleiben nach dem Wareneinsatz 48 Euro. Kostet Sie eine Bestellung über Google Ads 30 Euro, bleiben 18 Euro für Versand, Verpackung, Personal und Gewinn. Zahlen Sie 48 Euro oder mehr, verdienen Sie an Bestellungen aus Werbung nichts. Mehr zu den Kosten pro Bestellung lesen Sie im Beitrag zum CPA.

Hier liegt der Hebel. Steigt der Average Order Value um 10 % auf 132 Euro, bei gleicher Marge und gleichen 30 Euro Werbekosten, bleiben 22,80 Euro statt 18 Euro. Das ist gut ein Viertel mehr pro Bestellung, ohne einen einzigen zusätzlichen Klick. Voraussetzung ist, dass die zusätzlichen Produkte dieselbe Marge haben und keine zusätzlichen Rabatte oder Versandkosten verursachen.

Mit diesem Rechner prüfen Sie die Zahlen für Ihren eigenen Shop. Die Standardwerte entsprechen dem Rechenbeispiel.

AOV-RechnerGeben Sie Umsatz, Bestellungen, Marge und Kosten pro Bestellung ein und sehen Sie, was jede Bestellung einbringt.
Average Order Value
120,00 €
Rohertrag pro Bestellung (maximaler CPA)
48,00 €
Rest pro Bestellung nach Werbekosten
18,00 €
ROAS
400 %

Jede Bestellung verdient ihre Werbekosten zurück. Der Rest bezahlt Versand, Verpackung und Ihren Gewinn.

Der Zusammenhang mit dem ROAS

Dieselbe Logik steckt in Ihrem ROAS. Er entspricht Ihrer Conversion-Rate mal Ihrem Average Order Value, geteilt durch das, was Sie pro Klick bezahlen:

ROAS = Conversion-Rate × Average Order Value ÷ CPC

Zahlen Sie 0,75 Euro pro Klick und kaufen 2,5 % der Besucher, kostet eine Bestellung 30 Euro, und Ihr ROAS beträgt 0,025 × 120 ÷ 0,75 = 4, also 400 %. Bei 40 % Marge liegt Ihr Break-even-ROAS bei 250 %. Eine Kampagne mit gleichem Klickpreis und gleicher Conversion-Rate wird also profitabler, je höher der Bestellwert steigt. Wo diese Grenze für Ihre Marge liegt, erklärt der Beitrag zum ROAS. Wenn Sie auf Gewinn statt auf Umsatz steuern möchten, lesen Sie weiter beim POAS. Wie Google Ads mit CPC, CPA und Ziel-ROAS rechnet, steht in unserem Beitrag zu SEA und Google Ads.

Ein höherer Bestellwert macht Werbung rentabler, ist aber kein Grund, sofort das Budget zu erhöhen. Bei Viralistic kommen bezahlte Kampagnen erst dazu, wenn das Fundament gesund ist: eine klare Botschaft, eine Website, die überzeugt, und eine Messung, die stimmt. Die Reihenfolge beschreibt unser Marketing-Ansatz.

Dienstleister? Rechnen Sie mit dem Auftragswert

Wenn Sie Dienstleistungen verkaufen, gibt es keinen Warenkorb, wohl aber einen durchschnittlichen Auftragswert: den Umsatz aus neuen Aufträgen geteilt durch die Zahl der Aufträge. Er funktioniert genauso. Wissen Sie, was ein Auftrag im Schnitt einbringt und welcher Anteil der Anfragen zum Auftrag wird, wissen Sie, was eine Anfrage kosten darf. Für Premium-Dienstleister ist das oft die wichtigste Zahl im ganzen Werbekonto. Deshalb messen wir, wie viele Anfragen eingehen, wie gut sie sind und was ein neuer Kunde am Ende kostet: Ihre CAC.

Average Order Value steigern

Sie erhöhen den Average Order Value auf zwei Wegen: Kunden kaufen mehr Artikel pro Bestellung, oder sie wählen einen wertvolleren Artikel. Welcher Weg passt, zeigen Ihre eigenen Bestellungen. Bestellen die meisten Kunden nur ein Produkt, liegt eine passende Ergänzung nahe. Wählen sie oft die günstigste Variante, ist der Unterschied zur besseren Variante wahrscheinlich nicht klar genug.

Hände stellen eine kleine Keramikschale neben eine passende Vase auf einer Ladentheke, der Moment, in dem ein zweites Produkt in die Bestellung kommt.

MaßnahmeBeispielWas es Sie kostet
Cross-SellingZur Vase die passende Schale zeigenPlatz auf der Produktseite und im Warenkorb
UpsellingDie größere oder bessere Variante neben der gewähltenWenig, wenn der Unterschied gut erklärt ist
BundlesEin Set aus drei Kissen zum FestpreisDer Bundle-Rabatt geht von Ihrer Marge ab
Grenze für kostenlosen VersandKostenloser Versand ab 100 EuroDie Versandkosten oberhalb der Grenze tragen Sie
StaffelpreiseEin niedrigerer Stückpreis ab drei StückMarge pro Stück
Service oder IndividualisierungMontage, Geschenkverpackung oder persönliche BeratungZeit Ihres Teams

Wo sollte die Grenze für kostenlosen Versand liegen?

Legen Sie die Grenze für kostenlosen Versand knapp über den Bereich, in dem sich die meisten Bestellungen sammeln, nicht auf einen festen Prozentsatz über dem Mittelwert. Die gängigen Faustregeln widersprechen sich. Der AOV-Leitfaden von Shopify zitiert einen Berater, der die Grenze rund 30 % über den AOV legt, Triple Whale empfiehlt unter Berufung auf MarTech 5 bis 15 % darüber. Beide gehen vom Mittelwert aus, also genau von der Zahl, die wenige große Bestellungen verzerren.

Arbeiten Sie deshalb mit Ihrem eigenen Bestellexport. Im Beispiel des Shops für Wohnaccessoires liegen acht von zehn Bestellungen zwischen 50 und 100 Euro, eine Grenze um 100 Euro ist also für die meisten Kunden erreichbar. Rechnen Sie danach die Kosten durch: Jede Bestellung über der Grenze versenden Sie künftig auf eigene Kosten. Der zusätzliche Warenkorbwert muss diesen Versand im Rohertrag verdienen, nicht nur im Umsatz.

Für Premiummarken: Wert zeigen statt Rabatt geben

Für Premiummarken arbeiten Rabatte oft gegen Sie. Aktionen können Kunden beibringen, auf die nächste Aktion zu warten, und eine Marke, die sich über Qualität abhebt, möchte diese Qualität nicht mit einem roten Preisschild verkaufen. Der Bestellwert steigt dann besser über die Präsentation. Denken Sie an Produktfotos, die Material und Verarbeitung zeigen, an eine Produktseite, die erklärt, warum die bessere Variante den Aufpreis wert ist, und an Empfehlungen, die wirklich zur Auswahl des Kunden passen. Letzteres gelingt mit Website-Personalisierung, auf Basis dessen, was sich jemand ansieht. Auch gute Produktfotografie hilft: Wer das Detail sieht, versteht den Preis.

Testen statt raten

Eine Maßnahme, die den Bestellwert erhöht, kann gleichzeitig die Conversion-Rate senken. Eine höhere Versandgrenze bringt größere Bestellungen, kann aber auch die Zahl der Bestellungen drücken. Beurteilen Sie einen Test deshalb nie allein am Average Order Value. Schauen Sie auch auf den Umsatz pro Besucher, die Marge pro Bestellung und die Retourenquote.

Ein Rechenbeispiel. Der Bestellwert steigt von 120 auf 132 Euro, die Conversion-Rate sinkt aber von 2,5 % auf 2,2 %. Der Umsatz pro 1.000 Besucher fällt dann von 3.000 Euro auf 2.904 Euro. Der Durchschnitt ist gestiegen, der Umsatz gesunken.

Führen Sie eine solche Änderung deshalb als A/B-Test durch, mit der Hälfte der Besucher auf der alten und der Hälfte auf der neuen Variante, und lassen Sie den Test lange genug laufen. Wie das zuverlässig gelingt, auch bei wenig Traffic, lesen Sie im Beitrag zur Conversion Rate Optimierung.

AOV, CLV, ROAS und POAS im Zusammenhang

Der Average Order Value steht selten für sich allein. Er steckt in der Formel fast jeder anderen E-Commerce-Kennzahl.

KennzahlWas sie misstZusammenhang mit dem Average Order Value
Conversion-RateWelcher Anteil der Besucher kauftBestimmt zusammen mit dem AOV den Umsatz pro Besucher
CPAWas eine Bestellung an Werbung kostetMuss unter AOV × Rohertragsmarge bleiben
ROASUmsatz pro Euro WerbekostenEntspricht AOV ÷ CPA
POASRohertrag pro Euro WerbekostenEntspricht AOV × Rohertragsmarge ÷ CPA
Customer Lifetime ValueWas ein Kunde über die gesamte Beziehung bringtIn der einfachsten Form: AOV × Bestellungen pro Jahr × Anzahl Jahre
CACWas ein Neukunde kostetDarf über dem ersten Bestellwert liegen, wenn Kunden wiederkommen

Welche Kennzahlen Sie nebeneinanderstellen, hängt von Ihrem Ziel ab. Im Beitrag zu KPIs lesen Sie, wie Sie pro Ziel eine Hauptkennzahl wählen. Kommen viele Ihrer Kunden wieder, liefert die Kombination aus Bestellwert und Customer Lifetime Value das ehrlichste Bild. Die erste Bestellung darf dann wenig einbringen, solange die zweite und dritte den Gewinn machen.

Typische Fehler beim Average Order Value

Die meisten Fehler entstehen, weil die Kennzahl einfacher aussieht, als sie ist. Diese sehen wir am häufigsten:

  • Sie rechnen mit dem Umsatz inklusive Umsatzsteuer und Versand, sodass der Bestellwert höher wirkt als das, was Sie an Produkten verkaufen.
  • Sie vergleichen Zahlen aus GA4, Shopify und Google Ads miteinander, obwohl jedes System anders rechnet.
  • Sie steuern auf den Mittelwert, während wenige große Bestellungen die Zahl bestimmen.
  • Sie erhöhen den Bestellwert mit Rabatten und Versandaktionen und sehen die Marge pro Bestellung sinken.
  • Sie beurteilen eine Aktion allein am Bestellwert, ohne auf Conversion-Rate und Retouren zu schauen.
  • Sie legen die Grenze für kostenlosen Versand anhand des Mittelwerts fest, sodass sie für die meisten Kunden außer Reichweite liegt.
  • Sie vergleichen Ihren Shop mit einem Marktdurchschnitt, in dem alle Warengruppen zusammengefasst sind.
  • Sie betrachten alle Bestellungen gemeinsam, obwohl Neukunden und Bestandskunden ganz anders bestellen.

Wie wir helfen

Viralistic ist ein strategischer digitaler Partner in Amsterdam, gegründet und geführt von Marrallisa Kreijkes. Wir schauen auf die Zahlen, die Ihr Unternehmen tragen. Bei einem Onlineshop sind das der Average Order Value und die Marge hinter jeder Bestellung: Ein größerer Warenkorb zählt erst, wenn mehr davon bei Ihnen bleibt. Bei einem Dienstleister sind es die Anfragen, ihre Qualität und die Kosten eines Neukunden. Stimmt die Messung nicht, beginnen wir dort. Ein purchase-Ereignis ohne korrekten Wert oder ein Google Ads-Konto, das jeden Klick auf „In den Warenkorb“ als Conversion zählt, macht jede spätere Entscheidung unzuverlässig.

Danach folgt die Reihenfolge, an die wir uns immer halten: zuerst eine klare Botschaft, eine schnelle Website, die überzeugt, und Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten. Erst wenn dieses Fundament gesund ist, schalten wir Google Ads und Meta Ads, als Akzent obendrauf. Änderungen, die den Bestellwert erhöhen sollen, prüfen wir mit A/B-Tests, damit Sie wissen, was wirkt, statt zu raten. Jede Zahl und jede Empfehlung prüft ein Mensch, auch wenn KI geholfen hat. Mehr dazu lesen Sie in unserem Marketing-Ansatz.

Häufig gestellte Fragen

Was ist AOV im Marketing?

Im Marketing und im E-Commerce steht AOV für Average Order Value, auf Deutsch durchschnittlicher Warenkorbwert oder durchschnittlicher Bestellwert. Gemeint ist der Betrag, den Kunden im Schnitt pro Bestellung ausgeben: Umsatz geteilt durch die Zahl der Bestellungen. Die Kennzahl zeigt, wie viel eine Bestellung wert ist, und damit auch, wie viel Werbung pro Bestellung kosten darf.

Wie berechnet man den AOV?

Sie teilen den Umsatz eines Zeitraums durch die Zahl der Bestellungen im selben Zeitraum. 24.000 Euro Umsatz aus 200 Bestellungen ergeben einen AOV von 120 Euro. Rechnen Sie am besten netto, ohne Umsatzsteuer und Versandkosten, und ziehen Sie Retouren in Ihrer eigenen Auswertung ab. Wichtig ist, dass Sie überall dieselbe Definition verwenden.

Wie hoch ist der durchschnittliche Warenkorbwert im Onlinehandel?

Laut bevh lag der durchschnittliche Bestellwert im deutschen Onlinehandel 2025 bei 146,19 Euro, nach 144,12 Euro im Jahr 2024. Dieser Wert fasst alle Warengruppen zusammen und beruht auf Bruttoumsätzen. Für Ihren Shop ist er nur eine grobe Orientierung. Aussagekräftiger ist der Vergleich mit Ihren eigenen Zahlen, aufgeschlüsselt nach Kanal, Endgerät und Kundengruppe.

Ist ein hoher AOV gut?

Ein hoher AOV ist gut, wenn die Marge mitwächst. Eine Bestellung über 200 Euro mit dünner Marge kann weniger einbringen als eine über 120 Euro mit gesunder Marge. Ein steigender AOV ist außerdem nur dann eine gute Nachricht, wenn Conversion-Rate und Retourenquote stabil bleiben. Bewerten Sie ihn deshalb immer zusammen mit dem Rohertrag pro Bestellung.

Was ist der Unterschied zwischen AOV und GMV?

GMV (Gross Merchandise Value) ist der gesamte Bruttowarenwert aller Bestellungen eines Zeitraums, der AOV der Durchschnitt pro Bestellung. Teilen Sie den GMV durch die Zahl der Bestellungen, erhalten Sie einen AOV auf Bruttobasis. Marktplätze berichten meist den GMV, weil er vor Gebühren, Rabatten und Retouren gerechnet wird. Für Ihre Marge zählt der Nettowert.

Ist der AOV ein KPI?

Ja. Der AOV gehört zu den zentralen E-Commerce-KPIs, neben Conversion-Rate, Kundenakquisitionskosten und Customer Lifetime Value. Am besten funktioniert er als unterstützende Kennzahl, nicht als Hauptziel. Kombinieren Sie ihn mit dem Rohertrag pro Bestellung und dem Umsatz pro Besucher, denn ein höherer Bestellwert nützt wenig, wenn Marge oder Conversion-Rate gleichzeitig sinken.

Rechnet man den Warenkorbwert mit oder ohne Mehrwertsteuer?

Ohne ist am saubersten, denn die Umsatzsteuer führen Sie ab, sie ist nicht Ihr Erlös. Lassen Sie auch die Versandkosten, die der Kunde zahlt, außen vor oder erfassen Sie sie getrennt. Shopify rechnet den AOV ohne Steuern und Versand. Wichtiger als die Wahl selbst ist, dass Sie überall dieselbe Definition nutzen, auch beim Conversion-Wert für Google Ads und Meta Ads.

Was ist der Unterschied zwischen AOV und Customer Lifetime Value?

Der Average Order Value beschreibt eine Bestellung, der Customer Lifetime Value die gesamte Kundenbeziehung. Wer dreimal im Jahr für 80 Euro bestellt und drei Jahre Kunde bleibt, hat einen AOV von 80 Euro und bringt über die Beziehung 720 Euro Umsatz. Nutzen Sie beide: Der AOV bestimmt Ihre Marge pro Bestellung, der Lifetime Value, was ein Neukunde kosten darf.

Geschrieben von

Marrallisa Kreijkes

Gründerin von Viralistic und offizielle n8n Ambassador

Marrallisa leitet von Amsterdam aus Strategie, Design, Sichtbarkeit und Automatisierung für Premiummarken. Sie hat Teams bei Volkswagen geschult und spricht auf Events von n8n und Anthropic. Möchten Sie Ihre Situation besprechen? Vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit ihr.

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