Ihr Google Ads-Dashboard sieht gut aus. Ein ROAS von 500 %: fünf Euro Umsatz für jeden Euro Werbebudget. Trotzdem bleibt am Monatsende weniger übrig, als die Zahl verspricht. Das ist kein Rechenfehler der Plattform. Der ROAS misst Umsatz, nicht Gewinn, und er bekommt erst eine Bedeutung, wenn Sie ihn neben Ihre Marge legen.
Die Lösung: Messen Sie den ROAS an Ihrer eigenen Marge, nicht an einer Faustregel. In diesem Beitrag erfahren Sie, was der ROAS ist, wie Sie ihn berechnen und was ein guter ROAS für Ihr Unternehmen ist. Sie bestimmen Ihren Break-even-ROAS und Ihren Ziel-ROAS, sehen, wo Sie den ROAS in Google Ads, GA4 und Meta finden, und lesen, wann der POAS die bessere Steuerungsgröße ist. Definitionen und Einstellungen stammen aus der Google Ads-Hilfe, der Meta Business-Hilfe und von Amazon Ads; die Rechenbeispiele sind unsere. Unterwegs rechnen Sie Ihre eigene Kampagne mit dem Rechner durch, und am Ende laden Sie ein Arbeitsblatt für Ihre Zahlen herunter. Bei Viralistic berichten wir den ROAS nie für sich allein: Jede Kampagne muss zeigen, was nach der Marge übrig bleibt. Der ROAS gehört zu den bekanntesten KPIs im Online-Marketing, aber auch zu denen, die am häufigsten falsch gelesen werden.
Was ist der ROAS?
ROAS steht für Return on Ad Spend, oft auch Return on Advertising Spend. Die Kennzahl zeigt, wie viel Umsatz Ihre Anzeigen für jeden Euro bringen, den Sie in sie investieren. Ein ROAS von 5 bedeutet: Jeder Euro Werbebudget bringt fünf Euro Umsatz.
Der ROAS begegnet Ihnen in drei Schreibweisen. Sie bedeuten genau dasselbe.
| Schreibweise | Beispiel | Wo Sie sie sehen |
|---|---|---|
| Faktor | 5 | Meta Werbeanzeigenmanager, auch beim ROAS-Ziel |
| Verhältnis | 5:1 | Präsentationen und Fachartikel |
| Prozent | 500 % | Google Ads, unter anderem bei der Gebotsstrategie Ziel-ROAS |
Der ROAS misst die Effizienz Ihrer Werbung. Über Wareneinsatz, Versandkosten, Retouren oder die Stunden, die Ihr Team in eine Kampagne steckt, sagt er nichts. Ein hoher ROAS ist also ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis, dass eine Kampagne Geld verdient. Dieser Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn zieht sich durch den ganzen Beitrag.
ROAS berechnen: Formel und Beispiel
Sie berechnen den ROAS, indem Sie den Umsatz, den Sie einer Kampagne zuordnen, durch die Kosten dieser Kampagne teilen. Für einen Prozentwert multiplizieren Sie das Ergebnis mit 100.
ROAS = Umsatz aus Anzeigen ÷ Werbekosten
Google rechnet in der Google Ads-Hilfe zum Ziel-ROAS genauso: 5 Euro Umsatz geteilt durch 1 Euro Werbeausgaben, mal 100 %, ergibt einen Ziel-ROAS von 500 %.
Rechenbeispiel
Ein Onlineshop für hochwertige Outdoor-Bekleidung gibt in einem Monat 3.000 Euro für Google Ads aus. Laut Conversion-Tracking bringen diese Anzeigen 15.000 Euro Umsatz, netto ohne Mehrwertsteuer. Die Rohertragsmarge, also das, was nach Wareneinsatz, Versand und Zahlungsgebühren vom Umsatz übrig bleibt, liegt bei 40 %.
- ROAS: 15.000 Euro ÷ 3.000 Euro = 5, also 500 %.
- Rohertrag: 40 % von 15.000 Euro = 6.000 Euro.
- Gewinn nach Werbekosten: 6.000 Euro - 3.000 Euro = 3.000 Euro.
Hier geht die Rechnung auf: 3.000 Euro bleiben übrig, 20 % vom Umsatz, bevor Personal, Software und Miete bezahlt sind. Hätte derselbe Shop mit demselben ROAS nur 20 % Marge, wäre der Gewinn nach Werbekosten exakt null. Derselbe ROAS, ein völlig anderes Ergebnis.

Rechnen Sie Ihre eigene Kampagne mit dem Rechner durch. Die Startwerte entsprechen dem Beispiel.
- ROAS
- 5,00
- Break-even-ROAS
- 2,50
- Rohertrag nach Werbekosten
- € 3.000
- POAS
- 2,00
Ihr ROAS liegt über dem Break-even-ROAS: Diese Kampagne verdient Geld, noch vor den Fixkosten.
ROAS in Prozent und die KUR
Im deutschsprachigen Raum rechnen viele Händler auch mit der KUR, der Kosten-Umsatz-Relation. Sie ist der Kehrwert des ROAS und zeigt, welcher Anteil des Umsatzes für Werbung draufgeht.
KUR = Werbekosten ÷ Umsatz × 100 %
Im Beispiel liegt die KUR bei 3.000 Euro ÷ 15.000 Euro = 20 %. Ein ROAS von 5 und eine KUR von 20 % beschreiben also dieselbe Kampagne. Die KUR hat einen praktischen Vorteil: Sie können sie direkt mit Ihrer Marge vergleichen. Solange die KUR unter Ihrer Rohertragsmarge liegt, bleibt nach den Werbekosten etwas übrig. Bei 40 % Marge und 20 % KUR sind das die 20 % vom Umsatz aus dem Beispiel.
Bei Amazon heißt dieselbe Kennzahl ACOS (Advertising Cost of Sales). Amazon Ads nennt den ROAS die Umkehrung der ACOS und rechnet sie genauso: Werbeausgaben geteilt durch Werbeeinnahmen, mal 100. Ein ROAS von 5 entspricht also einer KUR oder ACOS von 20 %.
Was zählt als Umsatz, was als Kosten?
Die Formel ist kurz. Diskutiert wird darüber, was über und was unter den Bruchstrich gehört. Legen Sie eine Definition fest und verwenden Sie sie überall: in Ihrer Tabelle, in Ihren Berichten und beim Conversion-Wert, den Sie an Ihre Werbeplattformen senden.
Nehmen Sie beim Umsatz den Nettobetrag ohne Mehrwertsteuer, denn die führen Sie ab. Der Unterschied ist größer, als er aussieht: Übermittelt Ihr Shop Bestellwerte inklusive 19 % Mehrwertsteuer, zeigt Google Ads einen ROAS von 5, wo der echte Wert 5 ÷ 1,19 = 4,20 beträgt. Ziehen Sie Retouren und Stornierungen ab, wenn Sie sie messen können. In der Werbeplattform zählt eine retournierte Bestellung meist weiter als Verkauf. Versandkosten, die der Kunde zahlt, lassen Sie beim Umsatz weg, wenn Sie sie auch in der Marge nicht berücksichtigen.
Bei den Kosten nehmen Sie mindestens das Mediabudget, das Sie an Google oder Meta zahlen. Wollen Sie wissen, was Werbung wirklich kostet, rechnen Sie auch die Agenturgebühr und Ihre Tools ein. Das ergibt einen niedrigeren, aber ehrlicheren ROAS. Schreiben Sie in Ihre Berichte, welche Variante Sie verwenden, damit niemand zwei verschiedene Zahlen vergleicht.
Was ist ein guter ROAS?
Ein guter ROAS liegt über Ihrem eigenen Break-even-ROAS und idealerweise über Ihrem Ziel-ROAS. Einen allgemeingültigen Wert gibt es nicht. Dieselben 400 % sind bei 40 % Marge profitabel und bei 20 % Marge ein Verlustgeschäft. Messen Sie Ihre Kampagnen deshalb an Ihrer eigenen Marge.

Häufig liest man Faustregeln wie „ein ROAS von 4 ist gut“. Solche Werte mitteln über Branchen, Margen und Messmethoden hinweg und sagen wenig über Ihr Geschäft. Deshalb nennen wir hier bewusst keinen Richtwert. Hilfreich ist dagegen zu wissen, welche Faktoren bestimmen, welchen ROAS Sie brauchen.
| Faktor | Was er für den nötigen ROAS bedeutet |
|---|---|
| Rohertragsmarge | Je geringer die Marge, desto höher der ROAS, den Sie für den Break-even brauchen. |
| Marke oder Nicht-Marke | Kampagnen auf Ihren Markennamen erzielen oft einen hohen ROAS, weil diese Menschen Sie ohnehin gesucht haben. Bewerten Sie sie getrennt. |
| Wiederkehrende Kunden | Kaufen Kunden erneut, darf der erste Kauf mehr kosten. Beziehen Sie dann den Customer Lifetime Value ein. |
| Phase Ihres Unternehmens | Steht jetzt Gewinn im Vordergrund oder Wachstum bei Neukunden? Wachstum kann zeitweise einen niedrigeren ROAS rechtfertigen, wenn Sie das bewusst entscheiden. |
| Messung | Mit oder ohne Mehrwertsteuer, Retouren und Versand: Jede Entscheidung verändert die Zahl. |
| Kanal | Die Google Suche erreicht Menschen, die bereits suchen, Meta erreicht Menschen, die noch nicht gesucht haben. Derselbe ROAS bedeutet je Kanal etwas anderes. |
Ist ein ROAS von 5 also gut? Bei 40 % Marge ja, das zeigt das Beispiel. Bei 20 % Marge ist ein ROAS von 5 genau der Break-even, und es bleibt nichts übrig. Und ein ROAS von 10 ist meistens gut, aber schauen Sie, woher er kommt. Erreicht die Kampagne vor allem Menschen, die ohnehin gekauft hätten, bezahlen Sie für Umsatz, den Sie schon hatten.
Break-even-ROAS berechnen
Der Break-even-ROAS ist der ROAS, bei dem der Rohertrag die Werbekosten genau deckt: kein Gewinn, kein Verlust. Eine einzige Division genügt.
Break-even-ROAS = 1 ÷ Rohertragsmarge
Bei 40 % Rohertragsmarge sind das 1 ÷ 0,40 = 2,5, also 250 %. Der Outdoor-Shop liegt mit 500 % also deutlich darüber. Bei 25 % Marge liegt die Grenze bei 4, bei 50 % Marge bei 2. Die Grafik zeigt, wie schnell die Latte steigt, wenn die Marge sinkt.
| Break-even-ROAS | |
|---|---|
| 10 % | 10,00 |
| 20 % | 5,00 |
| 30 % | 3,33 |
| 40 % | 2,50 |
| 50 % | 2,00 |
| 60 % | 1,67 |
| 70 % | 1,43 |
| 80 % | 1,25 |
Rechenbeispiel. Formel: 1 / Rohertragsmarge
Das größte Risiko steckt in der Marge, die Sie einsetzen. Rechnen Sie mit Ihrer tatsächlichen Rohertragsmarge pro Verkauf: Nettoumsatz minus Wareneinsatz, Versand und Verpackung, Zahlungsgebühren und ein Durchschnittswert für Retouren. Wer mit der Marge auf dem Preisschild rechnet, unterschätzt seinen Break-even-ROAS fast immer. Haben Ihre Produkte sehr unterschiedliche Margen, rechnen Sie je Produktgruppe. Ein Durchschnitt über das ganze Sortiment verdeckt genau die Produkte, mit denen Sie Geld verlieren.
Ein hartnäckiger Irrtum lautet, ein ROAS von 1 oder 100 % sei der Break-even. Bei 1 bekommen Sie Ihr Werbebudget als Umsatz zurück, aber die Ware ist noch nicht bezahlt. Auch Meta bezeichnet ein ROAS-Ziel von 1,00 als „kostendeckend“, im Sinne von Einkaufswert gleich Ausgaben. Für Ihren Gewinn liegt die echte Schwelle bei 1 geteilt durch Ihre Marge.
Ziel-ROAS festlegen und einstellen
Der Ziel-ROAS ist der ROAS, den Sie brauchen, um nach den Werbekosten den gewünschten Gewinn zu behalten. Sie berechnen ihn, indem Sie den gewünschten Gewinn von der Marge abziehen.
Ziel-ROAS = 1 ÷ (Rohertragsmarge - gewünschter Gewinn nach Werbekosten)
Beide Prozentwerte beziehen sich auf den Umsatz. Nehmen wir den Outdoor-Shop mit 40 % Marge. Sollen nach den Werbekosten 15 % vom Umsatz als Gewinn bleiben, darf Werbung höchstens 25 % vom Umsatz kosten. Der Ziel-ROAS beträgt dann 1 ÷ 0,25 = 4, also 400 %. Mit 500 % liegt die Kampagne darüber. Die Tabelle zeigt Break-even-ROAS und Ziel-ROAS für fünf Margen und drei Gewinnziele.
| Rohertragsmarge | Break-even-ROAS | Ziel bei 5 % Gewinn | Ziel bei 10 % Gewinn | Ziel bei 15 % Gewinn |
|---|---|---|---|---|
| 20 % | 5,00 (500 %) | 6,67 (667 %) | 10,00 (1.000 %) | 20,00 (2.000 %) |
| 30 % | 3,33 (333 %) | 4,00 (400 %) | 5,00 (500 %) | 6,67 (667 %) |
| 40 % | 2,50 (250 %) | 2,86 (286 %) | 3,33 (333 %) | 4,00 (400 %) |
| 50 % | 2,00 (200 %) | 2,22 (222 %) | 2,50 (250 %) | 2,86 (286 %) |
| 60 % | 1,67 (167 %) | 1,82 (182 %) | 2,00 (200 %) | 2,22 (222 %) |
Die Tabelle zeigt auch, warum Werbung für Produkte mit geringer Marge so schwierig ist. Bei 20 % Marge und 15 % Gewinnziel brauchen Sie einen ROAS von 20. Den erreicht kaum eine Kampagne, die neue Kunden gewinnen soll. Dann lautet die Frage nicht, wie Sie den ROAS steigern, sondern ob bezahlte Anzeigen für diese Produkte der richtige Kanal sind.
Ziel-ROAS in Google Ads
In Google Ads legen Sie das Ziel über die Gebotsstrategie „Ziel-ROAS“ fest. Google sagt in jeder Auktion den Wert einer möglichen Conversion voraus und bietet höher, wo dieser erwartete Wert höher ist. Ziel ist, dass Ihr durchschnittlicher Conversion-Wert pro Euro Kosten Ihrem Ziel-ROAS entspricht. Ab Juni 2026 heißt die Strategie in Google Ads kurz „Ziel-ROAS“ statt „Conversion-Wert maximieren mit Ziel-ROAS“. Während der Umstellung können Ihnen beide Namen begegnen, das Gebotsverhalten bleibt gleich.
Für Such- und Shopping-Kampagnen verlangt Google mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen, und Ihre Conversions brauchen einen Wert. Ihren bisherigen ROAS finden Sie in der Spalte „Conv.-Wert/Kosten“: Multiplizieren Sie ihn mit 100, dann haben Sie den Prozentwert. Google weist außerdem darauf hin, dass ein zu hoher Ziel-ROAS die Zugriffe auf Ihre Anzeigen reduzieren kann, und empfiehlt, den letzten Zeitraum mit Conversion-Verzögerung aus der Bewertung herauszulassen.
In der Praxis heißt das: Starten Sie nahe an Ihrem aktuellen ROAS, nicht bei der Zahl, die Sie gern sehen würden. Erhöhen Sie das Ziel schrittweise und geben Sie jeder Änderung ein bis zwei Conversion-Zyklen Zeit, wie Google selbst empfiehlt. Wollen Sie mehr Volumen, senken Sie das Ziel etwas, damit die Strategie an mehr Auktionen teilnimmt.
Das ROAS-Ziel in Meta
Im Meta Werbeanzeigenmanager heißt die vergleichbare Einstellung ROAS-Ziel. Sie geben es als Faktor zwischen 0,001 und 1.000 ein: Ein Ziel von 1,15 bedeutet, dass Sie für 100 Euro Ausgaben etwa 115 Euro Einkaufswert erwarten. In den Best Practices für das ROAS-Ziel empfiehlt Meta, mit einem Ziel 10 bis 20 % unter Ihrem durchschnittlichen ROAS zu beginnen. Am besten funktioniert das System laut Meta ab 50 bis 100 Conversions pro Woche und Anzeigengruppe.
Meta bezeichnet alles über 1,00 als Gewinn. Das stimmt nur bei 100 % Marge. Ein Ziel von 1,15 kostet Sie bei 40 % Marge mit jedem Verkauf Geld, wählen Sie deshalb ein Ziel oberhalb Ihres eigenen Break-even-ROAS.
ROAS in der Leadgenerierung
Verkaufen Sie Dienstleistungen, kommt der Umsatz Wochen später und außerhalb Ihres Werbekontos. Sie können trotzdem mit dem ROAS arbeiten, indem Sie jeder Anfrage einen Wert geben: den durchschnittlichen Rohertrag eines Neukunden mal den Anteil der Anfragen, die zu Kunden werden. Bringt ein Kunde im Schnitt 6.000 Euro Rohertrag und wird jede fünfte Anfrage zum Auftrag, ist eine Anfrage 1.200 Euro wert. Steuern Sie lieber über die Kosten pro Anfrage, arbeiten Sie mit einem Ziel-CPA. Wie das bei SEA und Google Ads funktioniert, lesen Sie dort.
Bei Dienstleistern liegt hier oft der größte Hebel. Entscheidend ist nicht die Zahl der Anfragen, sondern ihre Qualität und was ein Neukunde am Ende kostet. Eine Kampagne mit weniger, aber besseren Anfragen sieht auf dem Papier schlechter aus und bringt in der Praxis mehr.
ROAS in Google Ads, GA4 und Meta messen
Jede Plattform berechnet den ROAS mit derselben Formel, aber mit ihrer eigenen Umsatzzahl. Deshalb zeigen Google Ads, Google Analytics 4 und Meta für dieselbe Kampagne oft drei verschiedene Werte. Alle drei rechnen richtig. Sie ordnen einen Verkauf nur jeweils auf ihre eigene Weise einer Anzeige zu.
| Tool | Wo Sie ihn finden | Wie er berechnet wird |
|---|---|---|
| Google Ads | Spalte „Conv.-Wert/Kosten“ (mal 100 für Prozent) und tatsächlicher ROAS im Bericht zu Gebotsstrategien | Conversion-Wert ÷ Kosten, zugeordnet von Google Ads |
| Google Analytics 4 | Werbung > Planung > Alle Channels, Messwert „ROAS (Return on Advertising Spend)“ | Umsatz der ausgewählten Schlüsselereignisse ÷ Werbekosten |
| Meta Werbeanzeigenmanager | Spalte „ROAS (Return on Ad Spend) für Käufe“ | Conversion-Wert für Käufe ÷ ausgegebener Betrag |
In GA4 sehen Sie Werbekosten nur, wenn Ihre Property mit Google Ads verknüpft ist oder Sie Kostendaten importieren. Google schreibt in der Hilfe zum Bericht „Alle Channels“ außerdem, dass Google Analytics und Google Ads Schlüsselereignisse unterschiedlich zuordnen. Der Wert von Meta folgt der Attributionseinstellung Ihrer Anzeigengruppe, und wo Browser- oder Gerätesignale fehlen, kann ein Teil davon modelliert statt gemessen sein.
Achten Sie beim Lesen auf zwei Dinge. Google Ads meldet Conversions nach dem Datum der Suchanfrage, nicht nach dem Kaufdatum. Laut der Google Ads-Hilfe zur Conversion-Verzögerung kann der ROAS der letzten Tage dadurch niedriger wirken, als er am Ende ist. Und jede Plattform rechnet einen Verkauf ihren eigenen Anzeigen zu. Addieren Sie die Umsätze aus Google Ads und Meta, landen Sie manchmal über dem, was Ihr Shop tatsächlich verkauft hat. Legen Sie deshalb jeden Monat den Shop-Umsatz neben Ihre gesamten Werbekosten. Dieser Gesamt-ROAS über alle Kanäle ist die Zahl, die Ihre Buchhaltung wiedererkennt.
ROAS, POAS und ROI im Vergleich
Der ROAS misst Umsatz pro Euro Werbekosten, der POAS den Rohertrag pro Euro Werbekosten und der ROI den Nettogewinn auf Ihre gesamte Investition. Je näher eine Kennzahl am Gewinn ist, desto besser beschreibt sie Ihr Geschäft, und desto mehr Daten brauchen Sie dafür.
| ROAS | POAS | ROI | |
|---|---|---|---|
| Steht für | Return on Ad Spend | Profit on Ad Spend | Return on Investment |
| Formel | Umsatz ÷ Werbekosten | Rohertrag ÷ Werbekosten | Nettogewinn ÷ Investition |
| Break-even | 1 ÷ Rohertragsmarge | 1 | 0 % |
| Benötigte Daten | Umsatz pro Conversion | Einkaufspreis pro Produkt oder Bestellung | Alle Kosten, auch die fixen |
| Stark bei | Schnellem Kampagnenvergleich | Steuerung auf Gewinn bei unterschiedlichen Margen | Entscheidungen über das Gesamtbudget |
Am deutlichsten wird der Unterschied bei Produkten mit unterschiedlichen Margen. Nehmen Sie drei Produktgruppen, die jeweils 1.000 Euro Budget erhalten und jeweils 5.000 Euro Umsatz bringen. Alle drei haben einen ROAS von 5. Nur die Marge unterscheidet sich: 50 %, 30 % und 15 %.
- ROAS
- POAS
| ROAS | POAS | |
|---|---|---|
| 50 % Marge | 5,00 | 2,50 |
| 30 % Marge | 5,00 | 1,50 |
| 15 % Marge | 5,00 | 0,75 |
Rechenbeispiel. POAS = Rohertrag / Werbekosten
Beim ROAS sind die drei Gruppen gleich, und eine Gebotsstrategie, die auf Umsatz optimiert, behandelt sie auch so. Beim Gewinn bleiben der ersten Gruppe nach Werbekosten 1.500 Euro, der zweiten 500 Euro, und die dritte kostet 250 Euro. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Was ist der POAS und wie steuern Sie damit. Wie der ROAS mit dem umfassenderen ROI Ihres Marketings zusammenhängt, erklärt ein eigener Beitrag.
Auf Gewinn steuern können Sie auch in Google Ads. Senden Sie bei Käufen Warenkorbdaten mit und sind die Einkaufspreise Ihrer Produkte im Merchant Center hinterlegt, weist Google Ads laut der Hilfe zu Conversions mit Warenkorbdaten auch den Rohertrag je Kampagne aus. Manche Shops übermitteln statt des Umsatzes die Marge als Conversion-Wert. Dann steuert der Ziel-ROAS faktisch auf Gewinn. Das funktioniert nur mit korrekten Einkaufspreisen: Mit veralteten Preisen steuern Sie sehr präzise in die falsche Richtung.
ROAS verbessern
Der ROAS ist ein Bruch, also verbessern Sie ihn auf zwei Wegen: mehr Wert pro Euro oder weniger Euro für denselben Wert. Es hilft, den Bruch zu zerlegen.
ROAS = Conversion-Rate × durchschnittlicher Bestellwert ÷ Kosten pro Klick
Angenommen, der Outdoor-Shop zahlt 0,75 Euro pro Klick, 2,5 % der Besucher bestellen und der durchschnittliche Bestellwert liegt bei 150 Euro. Dann ist der ROAS 0,025 × 150 ÷ 0,75 = 5. Jede dieser drei Zahlen ist ein Hebel, und der größte Gewinn liegt selten im Werbekonto selbst.
Verbessern Sie, was nach dem Klick passiert
Steigt Ihre Conversion-Rate bei gleichem Klickpreis von 2,5 % auf 3,5 %, steigt der ROAS von 5 auf 7. Dafür brauchen Sie eine Landingpage, die zur Anzeige passt, schnell lädt, Vertrauen schafft und den nächsten Schritt leicht macht. Wie das geht, lesen Sie im Beitrag zur Conversion Rate Optimierung. Eine bessere Landingpage zahlt sich doppelt aus, denn die Nutzererfahrung mit der Landingpage fließt auch in Ihren Qualitätsfaktor in Google Ads ein.
Erhöhen Sie den Wert jeder Bestellung
Ein höherer durchschnittlicher Bestellwert hebt den ROAS, ohne dass Sie mehr Klicks kaufen. Denken Sie an Bundles, eine Schwelle für kostenlosen Versand knapp über Ihrem heutigen Durchschnitt oder eine sinnvolle Ergänzung im Warenkorb. Achten Sie darauf, dass der zusätzliche Umsatz auch Marge bringt, sonst verschieben Sie das Problem nur.
Streichen Sie Streuverluste
Prüfen Sie in Google Ads jede Woche den Bericht zu Suchbegriffen und schließen Sie Suchanfragen aus, die nie konvertieren. Trennen Sie Markenkampagnen, damit ihr hoher ROAS den Rest nicht schönt. Gliedern Sie Kampagnen nach Margengruppen statt nach Marke oder Kategorie, und bewerben Sie keine Produkte, deren Marge den Break-even-ROAS nie erreicht.
Testen statt raten
Ändern Sie nicht fünf Dinge gleichzeitig. Testen Sie eine Anzeige, eine Landingpage oder ein Ziel nach dem anderen und bewerten Sie das Ergebnis erst nach einem vollständigen Conversion-Zyklus. In Google Ads können Sie eine geänderte Gebotsstrategie über „Als Test speichern“ zunächst parallel zu Ihren bisherigen Einstellungen laufen lassen. So wissen Sie, was wirkt, statt es zu vermuten.
Wann ein niedrigerer ROAS mehr Gewinn bringt
Steuern Sie auf Gewinn in Euro, nicht auf die höchste Quote. Angenommen, der Outdoor-Shop gibt nur 1.500 Euro aus und erreicht einen ROAS von 6: 9.000 Euro Umsatz, 3.600 Euro Rohertrag, 2.100 Euro nach Werbekosten. Mit 3.000 Euro Budget und einem ROAS von 5 bleiben 3.000 Euro. Die Quote sinkt, der Gewinn steigt.
Der Grund liegt im zusätzlichen Budget. Die zweiten 1.500 Euro brachten 6.000 Euro Umsatz, einen ROAS von 4 auf das zusätzliche Geld, und das liegt über dem Break-even-ROAS von 2,5. Google Ads empfiehlt selbst, den Ziel-ROAS schrittweise zu senken, wenn Sie mehr Conversion-Volumen möchten. Gehen Sie diesen Weg, solange der Betrag nach Werbekosten wächst, und stoppen Sie, sobald zusätzliches Budget weniger als Ihren Break-even-ROAS einbringt.
Häufige Fehler
Diese Fehler sehen wir am häufigsten, wenn wir ein Werbekonto übernehmen:
- Sie rechnen mit Bruttoumsatz inklusive Mehrwertsteuer, wodurch der ROAS höher wirkt, als er ist.
- Sie ziehen Retouren nicht ab, obwohl sie in manchen Branchen einen großen Teil des Umsatzes ausmachen.
- Sie bewerten Markenkampagnen und Neukundenkampagnen gemeinsam.
- Sie pausieren eine Kampagne wegen der Zahlen von gestern, obwohl noch Conversions eingehen.
- Sie addieren den ROAS aus Google Ads und Meta und vergessen, dass beide denselben Verkauf für sich verbuchen.
- Sie nutzen einen Ziel-ROAS für das gesamte Sortiment, obwohl sich die Margen je Produktgruppe unterscheiden.
- Sie jagen einem möglichst hohen ROAS nach, während der Gewinn in Euro nicht wächst.
- Sie steuern nur über den ROAS und verlieren aus dem Blick, wie viele Neukunden Sie gewinnen und was diese wert sind.
Manchmal lautet die ehrliche Antwort, dass ein besserer ROAS nicht der nächste Schritt ist. Kommt eine Kampagne mit gesunder Marge, guten Anzeigen und einer durchdachten Gebotsstrategie trotzdem nicht über den Break-even, liegt das Problem meist früher, bei der Botschaft oder der Website. Dort bringt die Arbeit mehr als zusätzliches Budget.
Wie wir helfen
Viralistic ist ein strategischer digitaler Partner in Amsterdam, gegründet und geleitet von Marrallisa Kreijkes. Marketing beginnt bei uns organisch. Bevor ein Euro in Werbung fließt, prüfen wir das Fundament: eine klare Botschaft auf Basis Ihres BrandScripts, eine schnelle Website, die Besucher in Anfragen oder Bestellungen verwandelt, eine Messung, auf die Sie sich verlassen können, und Sichtbarkeit in Google und in KI-Antworten. Solange dieses Fundament Lücken hat, erhöht Werbung vor allem Ihre Kosten.
Ist das Fundament gesund und wollen Sie mit Google Ads oder Meta Ads wachsen, rechnen wir zuerst gemeinsam. Den ROAS berechnen Sie in einer Zeile; zu entscheiden, welcher Umsatz, welche Kosten und welche Marge hineingehören, entscheidet über Gewinn oder Verlust einer Kampagne. Wir richten den Conversion-Wert so ein, dass Ihr ROAS zu Ihrer Buchhaltung passt, bestimmen je Produktgruppe Break-even-ROAS und Ziel-ROAS und achten bei Dienstleistern auf das, was zählt: die Zahl der Anfragen, ihre Qualität und die Kosten eines Neukunden. Danach testen wir breit, besprechen die Zahlen mit Ihnen und entscheiden gemeinsam, wohin mehr Budget fließt. Ein Mensch prüft jeden Bericht, auch wenn KI mitgeholfen hat. Mehr dazu lesen Sie in unserem Marketing-Ansatz und im Beitrag Google Ads Agentur.
Häufig gestellte Fragen
Was heißt ROAS?
ROAS steht für Return on Ad Spend oder Return on Advertising Spend, auf Deutsch etwa Rendite der Werbeausgaben. Die Kennzahl zeigt, wie viel Umsatz Ihre Anzeigen für jeden investierten Euro bringen. Ein ROAS von 5, geschrieben auch als 5:1 oder 500 %, bedeutet fünf Euro Umsatz pro Euro Werbebudget. Weil der ROAS Umsatz misst und keinen Gewinn, bewerten Sie ihn immer zusammen mit Ihrer Marge.
Wie rechne ich den ROAS aus?
Teilen Sie den Umsatz, den Sie Ihren Anzeigen zuordnen, durch die Werbekosten. 15.000 Euro Umsatz aus 3.000 Euro Werbekosten ergeben einen ROAS von 5, mit 100 multipliziert 500 %. Nehmen Sie den Nettoumsatz ohne Mehrwertsteuer und ziehen Sie Retouren ab, wenn möglich. In Google Ads finden Sie den Wert in der Spalte „Conv.-Wert/Kosten“, bei Meta in der Spalte „ROAS für Käufe“.
Was ist ein guter ROAS in Prozent?
Ein guter ROAS liegt über Ihrem Break-even-ROAS, also über 100 % geteilt durch Ihre Rohertragsmarge. Bei 50 % Marge sind das 200 %, bei 40 % Marge 250 %, bei 25 % Marge 400 %. Einen pauschal guten Prozentwert gibt es nicht, weil derselbe ROAS für das eine Unternehmen profitabel ist und für das andere Verlust bedeutet. Legen Sie Ihr Ziel aus Marge und gewünschtem Gewinn fest.
Ist ein ROAS von 5 gut?
Das hängt von Ihrer Marge ab. Ein ROAS von 5 entspricht einer KUR von 20 %: Werbung kostet ein Fünftel des Umsatzes. Bei 40 % Rohertragsmarge bleiben damit 20 % vom Umsatz übrig, das ist gut. Bei 20 % Marge ist ein ROAS von 5 genau der Break-even, und bei noch geringerer Marge verlieren Sie Geld. Prüfen Sie außerdem, ob der Wert vor allem aus Markenkampagnen stammt.
Was ist der Unterschied zwischen ROI und ROAS?
Der ROAS teilt den Umsatz aus Anzeigen durch die Werbekosten. Der ROI teilt den Nettogewinn durch die gesamte Investition, einschließlich Wareneinsatz, Personal und weiterer Kosten. Eine Kampagne kann einen ROAS von 400 % haben und trotzdem einen negativen ROI, wenn die Marge die Werbekosten und den Rest nicht deckt. Den ROAS nutzen Sie zur Kampagnensteuerung, den ROI für die Frage, ob sich Ihr Marketing insgesamt lohnt.
Wird der ROAS auf Umsatz oder Gewinn berechnet?
Auf Umsatz. Die Formel teilt den Umsatz aus Anzeigen durch die Werbekosten, ohne Wareneinsatz, Versand oder Retouren abzuziehen. Deshalb kann ein ROAS von 5 bei 15 % Marge trotzdem Verlust bedeuten. Wollen Sie dasselbe Verhältnis auf Gewinnbasis, teilen Sie den Rohertrag durch die Werbekosten. Diese Kennzahl heißt POAS, Profit on Ad Spend.
Wie rechne ich den ROAS in die KUR um?
Teilen Sie 1 durch den ROAS und multiplizieren Sie mit 100. Ein ROAS von 5 ergibt eine KUR von 20 %, ein ROAS von 4 eine KUR von 25 %. Umgekehrt gilt: ROAS gleich 100 geteilt durch die KUR in Prozent. Der Vorteil der KUR: Sie vergleichen sie direkt mit Ihrer Marge. Liegt die KUR darunter, bleibt nach den Werbekosten etwas übrig.
Was bedeutet Ad Spend?
Ad Spend sind Ihre Werbeausgaben: der Betrag, den Sie einer Plattform wie Google Ads oder Meta für die Auslieferung Ihrer Anzeigen zahlen. Im ROAS steht der Ad Spend unter dem Bruchstrich. Ob Sie nur das Mediabudget einrechnen oder auch Agenturgebühren und Tools, ist Ihre Entscheidung. Wichtig ist, dass Sie immer dieselbe Definition verwenden, damit Ihre Zahlen vergleichbar bleiben.
Wie berechne ich den Break-even-ROAS?
Teilen Sie 1 durch Ihre Rohertragsmarge als Dezimalzahl. Bei 40 % Marge ergibt das 1 ÷ 0,40 = 2,5, also 250 %. Darunter deckt der Rohertrag Ihre Werbekosten nicht. Nutzen Sie die tatsächliche Marge pro Verkauf, nach Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren und Retouren, und rechnen Sie je Produktgruppe, wenn sich die Margen in Ihrem Sortiment unterscheiden.
Geschrieben von
Gründerin von Viralistic und offizielle n8n Ambassador
Marrallisa leitet von Amsterdam aus Strategie, Design, Sichtbarkeit und Automatisierung für Premiummarken. Sie hat Teams bei Volkswagen geschult und spricht auf Events von n8n und Anthropic. Möchten Sie Ihre Situation besprechen? Vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit ihr.