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Google Ads Qualitätsfaktor: Was die Zahl aussagt und was Sie damit tun.

Der Google Ads Qualitätsfaktor bewertet jedes Keyword Ihrer Suchkampagnen auf einer Skala von 1 bis 10, auf Basis von drei Komponenten: voraussichtliche Klickrate (CTR), Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage, jeweils im Vergleich zu anderen Werbetreibenden. Der Wert ist ein Diagnosetool. Er zählt nicht in der Auktion, die Qualität dahinter schon.

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Marketing

17 Min. Lesezeit

In fast jedem Google Ads-Konto steht bei einigen Keywords eine 4 oder 5 in der Spalte „Qualitätsfaktor“. Die naheliegende Frage lautet dann: Wie bekomme ich diese Zahl nach oben? Die ehrliche Antwort beginnt an einer anderen Stelle. Google selbst sagt, dass Sie den Wert nicht optimieren sollen. Er ist eine Diagnose, die zeigt, wo Ihre Anzeige, Ihr Keyword oder Ihre Landingpage hinter anderen Werbetreibenden zurückbleibt.

Als Diagnose gelesen, wird der Wert nützlich. In diesem Beitrag erfahren Sie, aus welchen drei Komponenten der Qualitätsfaktor besteht, wie stark diese laut einem rückgerechneten Modell gewichtet sind und was der Wert mit Ihrer Position und Ihrem Klickpreis zu tun hat. Sie sehen, wo Sie ihn finden, was Sie in GA4 und im Meta Werbeanzeigenmanager danebenlegen und wie Sie jede Komponente verbessern. Definitionen und Beispiele stammen aus der Google Ads-Hilfe, die Gewichtung vom PPC-Softwareanbieter Adalysis. Bei Viralistic nutzen wir den Qualitätsfaktor so, wie Google ihn gedacht hat: als Lupe für ein einzelnes Keyword, nie als Ziel in einem Bericht. Wenn Sie zuerst verstehen möchten, wie die Auktion insgesamt funktioniert, lesen Sie was SEA ist und wie Google Ads funktioniert.

Was ist der Qualitätsfaktor in Google Ads?

Der Qualitätsfaktor ist ein Wert von 1 bis 10, den Google Ads für jedes Keyword in Ihren Suchkampagnen ausweist. Ein höherer Wert bedeutet, dass Ihre Anzeige und Ihre Landingpage für Nutzer, die nach diesem Keyword suchen, relevanter und hilfreicher sind als die anderer Werbetreibender. Im Englischen heißt er Quality Score. Wer noch nach dem Qualitätsfaktor in AdWords sucht, meint dasselbe: Google AdWords heißt seit 2018 Google Ads.

Die Google Ads-Hilfe zum Qualitätsfaktor ist dabei ungewöhnlich deutlich. Sie nennt den Qualitätsfaktor ein Diagnosetool und hält zwei Dinge fest: Der Qualitätsfaktor „ist keine Leistungskennzahl. Er sollte nicht optimiert oder mit den restlichen Daten aggregiert werden.“ Und er „wird nicht in der Anzeigenauktion berücksichtigt“. Die Zahl fasst zusammen, wie Google die Qualität Ihrer Anzeigen einschätzt. Diese Qualität zählt in der Auktion, die Zahl selbst nicht.

Eine Lupe aus Messing auf einem aufgeschlagenen, in Leinen gebundenen Kontobuch an einem ruhigen Eichenschreibtisch: ein Diagnosewerkzeug, kein Ziel.

Den Wert gibt es nur auf Keyword-Ebene, in Suchkampagnen. Shopping-Kampagnen laufen über einen Produktfeed ohne Keywords und zeigen deshalb keinen Qualitätsfaktor. Microsoft Advertising arbeitet mit einem vergleichbaren Qualitätsfaktor von 1 bis 10 mit denselben drei Komponenten und weist ihn, anders als Google, auch für Anzeigengruppen und Kampagnen aus.

Aus welchen drei Komponenten besteht der Qualitätsfaktor?

Google berechnet den Qualitätsfaktor aus der gemeinsamen Leistung von drei Komponenten. Jede erhält einen Status: „Überdurchschnittlich“, „Durchschnittlich“ oder „Unterdurchschnittlich“. Grundlage ist ein Vergleich mit anderen Werbetreibenden, deren Anzeigen in den letzten 90 Tagen für genau dieselbe Suche ausgeliefert wurden.

KomponenteWas Google misstWo Sie ansetzen
Voraussichtliche Klickrate (CTR)Wie wahrscheinlich es ist, dass Ihre Anzeige angeklickt wird, wenn sie erscheintAnzeigentext, Angebot und Handlungsaufforderung
AnzeigenrelevanzWie gut Ihre Anzeige zur Absicht hinter der Suchanfrage passtThematisch enge Anzeigengruppen und Texte, die die Suche beantworten
Nutzererfahrung mit der LandingpageWie relevant und hilfreich Ihre Landingpage für Nutzer ist, die auf die Anzeige klickenInhalt, Ladezeit, mobile Bedienbarkeit und ein Versprechen, das hält

Dass Google pro exakter Suche vergleicht, erklärt vieles. „Durchschnittlich“ bedeutet, dass Sie bei genau dieser Suche etwa so gut abschneiden wie Ihre Wettbewerber. Das ist keine schlechte Note, auch wenn Google darin noch eine mögliche Chance zur Verbesserung sieht. „Unterdurchschnittlich“ ist das deutlich stärkere Signal: Hier lassen Sie gegenüber dem Rest der Auktion etwas liegen.

Weil Google 90 Tage betrachtet, sehen Sie eine neue Anzeige oder eine bessere Landingpage nicht am nächsten Morgen im Wert. Wie sich der Qualitätsfaktor entwickelt, zeigen die Verlaufsspalten, zu denen wir weiter unten kommen.

So wird der Qualitätsfaktor berechnet

Google veröffentlicht keine Formel. Fest steht laut Google Ads-Hilfe: Der Qualitätsfaktor beruht auf bisherigen Impressionen, bei denen genau nach dem jeweiligen Keyword gesucht wurde. Deshalb ändert eine andere Keyword-Option nichts am Qualitätsfaktor. Ein weitgehend passendes Keyword kann sogar ohne eigene Impressionen einen Wert haben, wenn es in derselben Anzeigengruppe ein genau passendes Keyword gibt, das in den letzten 90 Tagen Impressionen erzielt hat.

Steht in der Spalte nur ein Strich, gibt es zu wenige Suchanfragen, die genau mit Ihrem Keyword übereinstimmen. Google empfiehlt dann, mit dem Keyword-Planer relevante Keywords mit mehr Suchvolumen zu finden oder die Keyword-Optionen zu erweitern, damit das Keyword an mehr Auktionen teilnimmt.

Google nennt außerdem Faktoren, die zur Anzeigenqualität gehören, aber eventuell nicht in den Qualitätsfaktor einfließen: das Gerät, auf dem gesucht wird, den Standort des Nutzers und die Tageszeit. Die Auktion berücksichtigt pro Suche also mehr, als die eine Zahl in Ihrem Konto zeigt.

Wie stark zählt jede Komponente?

Weil Google keine Formel nennt, hat der PPC-Softwareanbieter Adalysis den sichtbaren Qualitätsfaktor aus Kontodaten zurückgerechnet. In diesem Modell startet jedes Keyword mit einem Punkt, dazu kommen Punkte pro Komponente:

Qualitätsfaktor = 1 + Punkte erwartete CTR + Punkte Anzeigenrelevanz + Punkte Landingpage

Erwartete CTR und Nutzererfahrung mit der Landingpage bringen jeweils 3,5 Punkte bei „Überdurchschnittlich“ und 1,75 Punkte bei „Durchschnittlich“. Die Anzeigenrelevanz bringt 2 Punkte bei „Überdurchschnittlich“ und 1 Punkt bei „Durchschnittlich“. „Unterdurchschnittlich“ bringt nichts. Das ist keine offizielle Formel von Google, deckt sich aber mit der Praxis: Landingpage und Klickrate wiegen am schwersten.

Punkte pro Komponente im Modell von AdalysisLandingpage und erwartete CTR bringen je 3,5 Punkte, Anzeigenrelevanz 2
  • Überdurchschnittlich
  • Durchschnittlich
012343,501,752,001,003,501,75Erwartete CTRRelevanzLandingpage012343,501,752,001,003,501,75Erwartete CTRRelevanzLandingpage
Punkte pro Komponente im Modell von Adalysis
ÜberdurchschnittlichDurchschnittlich
Erwartete CTR3,501,75
Relevanz2,001,00
Landingpage3,501,75

Quelle: Adalysis, zurückgerechnetes Modell. Keine offizielle Formel von Google.

Rechenbeispiel

Ein Küchenstudio in Hamburg bewirbt das Keyword „Massivholzküche nach Maß“. Die Anzeige verspricht Massivholzküchen nach Maß, geplant im eigenen Studio, und wird gern angeklickt. Die erwartete CTR ist überdurchschnittlich, die Anzeigenrelevanz ebenfalls. Doch die Anzeige führt auf die Startseite, die mit einer allgemeinen Referenzgalerie beginnt. Die Seite zu den Massivholzküchen liegt drei Klicks tiefer. Die Nutzererfahrung mit der Landingpage ist unterdurchschnittlich.

Im Modell von Adalysis ergibt das 1 + 3,5 + 2 + 0 = 6,5. Google zeigt im Konto eine ganze Zahl, aber das Modell macht sichtbar, wo die Punkte liegen. Führt das Küchenstudio dieselbe Anzeige auf eine Seite, die sofort von Massivholzküchen nach Maß handelt, mit dem Planungsablauf ganz oben, und erreicht diese Seite „Überdurchschnittlich“, wird daraus 1 + 3,5 + 2 + 3,5 = 10. Der gesamte Gewinn steckt in der Seite. Die Anzeige war schon gut.

Probieren Sie es mit den Status aus Ihrem eigenen Konto aus. Nutzen Sie 0 für „Unterdurchschnittlich“, 1 für „Durchschnittlich“ und 2 für „Überdurchschnittlich“.

Qualitätsfaktor schätzenGeben Sie für jede Komponente den Status aus Google Ads ein: 0 = unterdurchschnittlich, 1 = durchschnittlich, 2 = überdurchschnittlich. Die Schätzung folgt dem Modell von Adalysis, nicht einer offiziellen Formel von Google.
Geschätzter Qualitätsfaktor
6,5
Abstand zur 10
3,5
Davon über die Landingpage erreichbar
3,50

Laut diesem Modell liegen Sie unter 7. Beginnen Sie bei der Komponente mit dem schwächsten Status: Dort liegt das meiste Potenzial.

Ist der Qualitätsfaktor wichtig? Anzeigenrang, Position und Klickpreis

Die Zahl selbst bewirkt nichts, die Anzeigenqualität dahinter umso mehr. Laut Google-Hilfe zur Anzeigenqualität entscheidet sie darüber, ob Ihre Anzeige überhaupt ausgeliefert werden kann, an welcher Position sie erscheint, ob bestimmte Assets angezeigt werden (manche erscheinen nur über den Suchergebnissen) und wie viel Sie pro Klick zahlen. Google schreibt, dass Anzeigen mit höherer Qualität in der Regel weniger pro Klick kosten. Bei geringer Qualität kann der tatsächliche CPC nahe am maximalen CPC liegen, selbst wenn kaum Wettbewerb besteht.

Ihre Position ergibt sich aus dem Anzeigenrang, den Google bei jeder Auktion neu berechnet: einmal, um zu prüfen, ob Ihre Anzeige infrage kommt, und ein zweites Mal für die Reihenfolge. Dabei zählen unter anderem Ihr Gebot, die Qualität von Anzeige und Landingpage, die Grenzwerte für den Anzeigenrang, die Wettbewerbssituation, der Kontext der Suche und die erwartete Wirkung von Assets. Google betont selbst, dass Sie mit sehr relevanten Keywords und Anzeigen eine höhere Position zu einem niedrigeren Preis erreichen können, auch wenn die Konkurrenz mehr bietet.

Viele Erklärungen rechnen noch mit Anzeigenrang = Gebot × Qualitätsfaktor. Diese Formel ist zu grob, und Google widerspricht ihr: Der Qualitätsfaktor fließt nicht in die Auktion ein. Ebenso hartnäckig hält sich die Annahme, ein höheres Gebot verbessere die Qualität. Auch das stimmt nicht. Ihr Gebot kann den Anzeigenrang beeinflussen, nicht aber die Bewertung Ihrer Anzeigenqualität. Dasselbe gilt dafür, wie oft Ihre Anzeigen ausgeliefert werden, und für die Zahl der erfassten Conversions. Auch das Verschieben einer Anzeigengruppe mit denselben Anzeigen und Keywords in eine andere Kampagne ändert nichts.

Eine Einschränkung für manuelle Gebote: Sie zahlen pro Klick nie mehr als Ihren maximalen CPC, egal wie niedrig die Anzeigenqualität ist. Bei automatischen Gebotsstrategien gilt diese Grenze so nicht.

Was ist ein guter Google Ads Qualitätsfaktor?

Ein guter Qualitätsfaktor ist einer, bei dem keine der drei Komponenten unterdurchschnittlich ist, und zwar bei einem Keyword, das Anfragen oder Verkäufe zu einem Preis bringt, den Ihre Marge trägt. Google veröffentlicht keinen Richtwert und rät davon ab, auf die Zahl hin zu optimieren. Einen allgemeingültig guten Wert gibt es also nicht.

Wer trotzdem eine Orientierung möchte: Adalysis hält eine 7 für einen guten Wert bei Keywords ohne Ihren Markennamen und erwartet bei Marken-Keywords fast immer eine 10. Das Zweite ist logisch. Wer nach Ihrem Namen sucht, will Sie finden, und dann sind Ihre Anzeige und Ihre Website die relevanteste Antwort. Adalysis ergänzt selbst, dass der Umsatz mehr zählt als der Qualitätsfaktor. Ein Keyword mit einer 4, das gut konvertiert, leistet gute Arbeit.

Das ist auch unsere Sicht. Wir bewerten eine Kampagne danach, was das Unternehmen spürt: wie viele Anfragen hereinkommen, wie gut sie sind und was ein neuer Kunde kostet. Den Qualitätsfaktor nutzen wir als Lupe. Er zeigt, welche Anzeigengruppe einen besseren Text braucht und welche Landingpage Besucher verliert. So arbeiten wir in unserem Marketing-Ansatz. Wie Sie die Kennzahlen wählen, die für Ihr Unternehmen zählen, lesen Sie in unserem Beitrag zu KPIs, und wie Sie die Rendite Ihrer Anzeigen berechnen, unter ROAS berechnen.

So prüfen Sie Ihren Qualitätsfaktor

In Google Ads ist der Qualitätsfaktor standardmäßig nicht sichtbar. Sie fügen ihn als Spalte in die Keyword-Tabelle ein:

  1. Klicken Sie im Menü Kampagnen auf Keywords.
  2. Klicken Sie oben rechts in der Tabelle auf das Spaltensymbol.
  3. Wählen Sie unter „Spalten für Keywords anpassen“ den Drop-down-Pfeil neben „Alle Spalten“ aus und öffnen Sie den Bereich „Qualitätsfaktor“.
  4. Wählen Sie Qualitätsfaktor, Erwartete CTR, Anzeigenrelevanz und Nutzererfahrung mit der Landingpage aus.
  5. Für die Entwicklung fügen Sie auch die Spalten mit „(Verlauf)“ hinzu, etwa „Qualitätsfaktor (Verlauf)“, und klicken auf Anwenden.

Die normalen Spalten zeigen den aktuellen Wert. Die Verlaufsspalten zeigen den Qualitätsfaktor für den gewählten Berichtszeitraum, und wenn Sie die Tabelle nach Tag segmentieren, sehen Sie die Veränderung Tag für Tag. So prüfen Sie, ob eine neue Landingpage etwas bewirkt hat.

Der Qualitätsfaktor zeigt, wo etwas nicht stimmt, aber nicht, warum. Dafür brauchen Sie weitere Quellen.

ToolWo Sie schauenWas es ergänzt
Google AdsKeywords, mit den Spalten für Qualitätsfaktor und KomponentenDie Diagnose pro Keyword
Google AdsDie Übersicht Ihrer LandingpagesKlicks und CTR pro Landingpage und ob diese Seiten mobil gut funktionieren
GA4Berichte > Engagement > Landingpage, mit Quelle und Medium der Sitzung als sekundärer DimensionInteraktionsdauer und Schlüsselereignisse pro Seite, nur für Ihren Anzeigen-Traffic
PageSpeed Insights und Search ConsoleEin Seitentest und der Bericht zu den Core Web VitalsLadezeit und Stabilität auf Mobilgeräten und am Desktop
Meta WerbeanzeigenmanagerDie Relevanzdiagnosen als Spalten in Ihrer AnzeigentabelleWie Ihre Anzeige bei Qualität, Interaktion und Conversion abschneidet

In GA4 filtern Sie auf google / cpc und sehen, wie lange Anzeigenbesucher bleiben und wie viele Schlüsselereignisse sie auslösen, etwa ein abgeschicktes Formular. Bleiben diese Werte hinter Ihrem übrigen Traffic zurück, wissen Sie, warum die Nutzererfahrung mit der Landingpage nicht „Überdurchschnittlich“ erreicht.

Meta hat den Relevanzwert von 1 bis 10 im Jahr 2019 abgeschafft. Der Werbeanzeigenmanager zeigt seitdem drei Relevanzdiagnosen: Quality Ranking, Engagement Rate Ranking und Conversion Rate Ranking. Sie vergleichen Ihre Anzeige mit Anzeigen, die um dieselbe Zielgruppe konkurrieren. Laut Meta sind sie für Anzeigen mit weniger als 500 Impressionen nicht verfügbar und fließen, wie bei Google, nicht in die Auktion ein.

Beginnen Sie bei der Komponente mit dem schwächsten Status, und zwar bei den Keywords mit dem meisten Budget. Dort zahlt sich eine Verbesserung zuerst aus. Die fünf Möglichkeiten, die Leistung mithilfe des Qualitätsfaktors zu verbessern, die Google selbst beschreibt, sind ein guter Ausgangspunkt. Der Kern bleibt immer gleich: Geben Sie Nutzern, wonach sie suchen, dann folgt die Leistung.

Anzeigenrelevanz: ein Thema pro Anzeigengruppe

Die Anzeigenrelevanz leidet meist in Anzeigengruppen mit zu vielen unterschiedlichen Keywords. Eine einzige Anzeige kann dann nie auf alles genau antworten. Google empfiehlt, solche Gruppen nach Themen aufzuteilen, etwa nach Produkt oder Leistung. Das Beispiel von Google selbst: Wer Ringe verkauft, legt eine Gruppe für Verlobungsringe und eine eigene Gruppe für Trauringe an. Passen Sie danach die Sprache Ihrer Anzeigen an die Wörter an, mit denen Menschen suchen. Prüfen Sie im Bericht zu Suchbegriffen, bei welchen Suchanfragen Ihre Anzeige tatsächlich erschienen ist, und schließen Sie aus, was nicht passt.

Erwartete CTR: für den Kunden schreiben, den Sie wollen

Eine höhere erwartete CTR erreichen Sie mit Anzeigen, die konkreter sind und einen klaren Vorteil nennen. Google rät zu einer klaren Handlungsaufforderung, einem besonderen Vorteil und Texten, die zur Absicht hinter dem Keyword passen. Google warnt aber auch, dass eine konkretere Anzeige manchmal weniger Klicks und mehr Conversions bringt. Das Beispiel in der Hilfe handelt von eleganten Herrenschuhen. Eine kostenlose Fliege zur Bestellung lockt Schnäppchenjäger, während Texte über feine Handwerkskunst oder italienisches Design nach Maß Menschen ansprechen, die eine Qualitätsmarke suchen. Die Schnäppchenbotschaft kann mehr Klicks bringen, auf Dauer aber weniger treue Kunden.

Für Premiummarken ist das die wichtigste Lehre des ganzen Themas: Schreiben Sie für den Kunden, den Sie wollen, nicht für den Klick. Ihr BrandScript legt dafür die Grundlage, mit dem Kunden als Held, Ihrer Marke als Begleiter und einem klaren Versprechen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zur Markenidentität. Testen Sie danach zwei Varianten gegeneinander, damit Sie wissen, welche wirkt, statt es zu raten.

Nutzererfahrung mit der Landingpage: das Versprechen einlösen

Diese Komponente wiegt im Modell von Adalysis genauso schwer wie die erwartete CTR, und sie bleibt am häufigsten liegen. Anzeigen sind schnell umgeschrieben. Eine Seite zu verbessern, braucht jemanden, der auch an der Website arbeiten darf.

Die offene Tür eines hellen, stillen Ateliers, geradeaus ein einzelnes fertiges Stück auf einem Tisch: das Versprechen der Anzeige, eingelöst an der Schwelle.

Die Hinweise von Google sind konkret. Wer nach Flanellhemden sucht und auf Ihre Anzeige für Flanellhemden klickt, sollte auf Ihrem Flanellsortiment landen, nicht auf der Startseite. Halten Sie die Botschaft von Anzeige und Seite gleich, sodass die Seite das Angebot oder die Handlungsaufforderung aus der Anzeige einlöst. Sorgen Sie dafür, dass die Seite mobil gut bedienbar ist und schnell lädt. In der Hilfe zu Landingpages schreibt Google, dass im Einzelhandel eine Sekunde Verzögerung auf Mobilgeräten die mobilen Conversions um bis zu 20 Prozent beeinträchtigen kann. Und nutzen Sie die Conversion-Rate als Anhaltspunkt. Sie ändert den Status nicht, ist laut Google aber ein guter Weg, die Nutzererfahrung zu messen und zu verbessern.

Was Google nicht verlangt: den Suchbegriff Wort für Wort auf die Seite zu schreiben. Eine Suche nach einem hundefreundlichen günstigen Hotel in einem bestimmten Stadtteil muss nicht auf einer Seite mit genau dieser Überschrift landen. Eine Seite, die liefert, was der Besucher sucht, genügt. Google kann außerdem Informationen seiner Crawler nutzen, um die Anzeigenqualität zu bewerten. Halten Sie Ihre Landingpages also für die Crawler von Google zugänglich.

Eine bessere Landingpage zahlt sich auch unabhängig vom Qualitätsfaktor aus. Angenommen, Sie geben 2.000 Euro im Monat bei einem durchschnittlichen CPC von 2 Euro aus. Das sind 1.000 Klicks. Bei einer Conversion-Rate von 2 % kommen 20 Anfragen herein, jede kostet 100 Euro. Hebt eine bessere Seite die Conversion-Rate auf 4 %, erhalten Sie 40 Anfragen zu je 50 Euro, ohne dass Ihr Klickpreis sinkt.

Kosten pro Anfrage bei gleichem Klickpreis2.000 Euro Budget und 2 Euro pro Klick: Nur die Conversion-Rate ändert sich
0 €30 €60 €90 €120 €100,00 €66,67 €50,00 €40,00 €2 %3 %4 %5 %0 €30 €60 €90 €120 €100,00 €66,67 €50,00 €40,00 €2 %3 %4 %5 %
Kosten pro Anfrage bei gleichem Klickpreis
Kosten pro Anfrage
2 %100,00 €
3 %66,67 €
4 %50,00 €
5 %40,00 €

Rechenbeispiel: Kosten pro Anfrage = CPC ÷ Conversion-Rate

Sinkt durch die höhere Qualität zusätzlich der Klickpreis, wird der Unterschied noch größer. Wie Sie eine Seite Schritt für Schritt besser konvertieren lassen, lesen Sie im Beitrag zur Conversion Rate Optimierung. Ist die Website selbst das Problem, beginnt die Arbeit beim Webdesign.

Qualitätsfaktor, CTR, CPC und andere Werte

Der Qualitätsfaktor steht nicht für sich allein. Er hängt mit den Kennzahlen zusammen, die Sie täglich sehen, und er ähnelt einigen anderen Werten in Google Ads, die etwas ganz anderes messen.

Die Kennzahlen drumherum

Die erwartete CTR ist eine Vorhersage von Google, Ihre tatsächliche Klickrate ist das, was passiert ist. Meist bewegen sich beide zusammen, aber die tatsächliche Klickrate hängt auch von Ihrer Position auf der Seite ab. Ihr CPC sinkt in der Regel, wenn die Qualität steigt, weil Sie für dieselbe Position weniger bieten müssen. Verlieren Sie Impressionen, weil Ihr Anzeigenrang zu niedrig ist, sehen Sie das an Ihrem Anteil an möglichen Impressionen, und Qualität ist einer der Hebel dagegen. Ihre Conversion-Rate schließlich ist laut Google ein guter Anhaltspunkt für die Landingpage, obwohl sie nicht in den Wert einfließt.

Nicht verwechseln: Anzeigeneffektivität und Optimierungsfaktor

Google Ads kennt weitere Werte, und die Namen laden zu Verwechslungen ein. So unterscheiden sie sich:

WertSkalaWas er misstVerhältnis zur Auktion
Qualitätsfaktor1 bis 10, pro KeywordIhre Anzeige und Landingpage im Vergleich zu anderen WerbetreibendenKein Faktor in der Auktion, aber eine Zusammenfassung der Qualität, die zählt
AnzeigenrangNicht als Zahl sichtbarOb und wo Ihre Anzeige erscheintDas Ergebnis der Auktion, bei jeder Suche neu berechnet
AnzeigeneffektivitätVon „Unvollständig“ bis „Sehr gut“Mischung und Keyword-Relevanz der Anzeigentitel und BeschreibungenLaut Google nicht für Anzeigenrang oder Qualitätsfaktor verwendet
Optimierungsfaktor0 bis 100 %, pro Kampagne oder KontoWie gut Ihr Konto laut Google eingerichtet ist, gemessen an EmpfehlungenLaut Google nicht für den Qualitätsfaktor verwendet

Die Anzeigeneffektivität bewertet laut Google nicht die Qualität Ihrer Landingpages. Und einen Optimierungsfaktor von 100 % erreichen Sie, indem Sie alle Empfehlungen übernehmen oder ablehnen. Beide Werte helfen beim Aufbau einer Kampagne. Über das, was die Kampagne einbringt, sagen sie wenig.

Häufige Fehler

Die meisten Missverständnisse rund um den Qualitätsfaktor entstehen, wenn eine Diagnose wie ein Ziel behandelt wird. Fünf Fehler, die daraus folgen:

  • Einen durchschnittlichen Qualitätsfaktor des ganzen Kontos als KPI berichten. Google rät davon ab, den Wert zu aggregieren, und ein Durchschnitt verdeckt genau die Stelle, an der das Problem liegt.
  • Keywords pausieren, die gut konvertieren, nur weil ihr Wert niedrig ist.
  • Keyword-Optionen ändern, um den Wert zu heben. Der Qualitätsfaktor beruht auf exakten Suchanfragen, das hat also keine Wirkung.
  • Anzeigen für den Klick statt für den Kunden schreiben, sodass die Klickrate steigt und die Anfragen ausbleiben.
  • Nur an den Anzeigen arbeiten, obwohl die Landingpage die schwache Komponente ist.

Wie wir helfen

Bei Viralistic beginnt Google Ads nicht beim Konto, sondern beim Fundament. Bevor Budget in Anzeigen fließt, prüfen wir, ob Ihre Botschaft klar ist, ob Ihre Website schnell und verständlich ist und ob Ihre Messung stimmt. Genau das bestimmt die Nutzererfahrung mit der Landingpage und damit einen großen Teil Ihres Google Ads Qualitätsfaktors. Oft ist der beste erste Schritt keine Kampagne, sondern eine bessere Seite. Dann sagen wir das auch.

Ist das Fundament gesund und brauchen Sie mehr Kunden, setzen wir Google Ads als Akzent auf Ihr SEO und Ihre organische Sichtbarkeit. Anzeigentexte und Landingpages bauen wir auf Ihrem BrandScript auf. Wir testen Varianten, statt zu raten, und werten die Ergebnisse gemeinsam mit Ihnen aus: nach Anfragen, deren Qualität und den Kosten für einen neuen Kunden. Der Qualitätsfaktor bleibt, wofür Google ihn gebaut hat: die Diagnose, nie das Ziel. Ein strategischer Ansprechpartner behält den Überblick, und ein Mensch prüft jede Arbeit, auch wenn KI geholfen hat. Mehr dazu in unserem Marketing-Ansatz und im Beitrag Google Ads betreuen lassen.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Qualitätsfaktor von 7 gut?

Bei den meisten Keywords ohne Ihren Markennamen ja. Adalysis, das den Wert aus Kontodaten zurückgerechnet hat, hält eine 7 für gut und erwartet bei Marken-Keywords fast immer eine 10. Google selbst nennt keinen Richtwert. Wichtiger als die Zahl ist, dass keine Komponente unterdurchschnittlich ist und das Keyword Anfragen oder Verkäufe zu einem Preis bringt, den Ihre Marge trägt.

Warum hat mein Keyword keinen Qualitätsfaktor?

Steht in der Spalte „Qualitätsfaktor“ nur ein Strich, gibt es zu wenige Suchanfragen, die genau mit Ihrem Keyword übereinstimmen. Google kann Sie dann noch nicht mit anderen Werbetreibenden vergleichen, was bei neuen oder seltenen Keywords häufig vorkommt. Google empfiehlt, mit dem Keyword-Planer relevante Keywords mit mehr Suchvolumen zu suchen oder die Keyword-Optionen zu erweitern, damit das Keyword an mehr Auktionen teilnimmt.

Wie schnell ändert sich der Qualitätsfaktor?

Nicht über Nacht. Google vergleicht jede Komponente mit anderen Werbetreibenden über die letzten 90 Tage, eine bessere Anzeige oder Landingpage zeigt sich also schrittweise. Laut Adalysis kann sich der Wert bei Keywords mit viel Suchvolumen innerhalb eines Tages ändern, bei wenig Volumen dauert es bis zu einer Woche. Verfolgen Sie die Entwicklung in den Verlaufsspalten.

Was zeigt die Spalte „Qualitätsfaktor (Verlauf)“?

Die normale Spalte zeigt den aktuellen Qualitätsfaktor, die Spalte „Qualitätsfaktor (Verlauf)“ den Wert für den Berichtszeitraum, den Sie gerade betrachten. Dazu gibt es Verlaufsspalten für die erwartete CTR, die Anzeigenrelevanz und die Nutzererfahrung mit der Landingpage. Segmentieren Sie die Tabelle nach Tag, sehen Sie, ob eine neue Anzeige oder Landingpage etwas verändert hat.

Kann man den Qualitätsfaktor berechnen?

Nicht exakt, denn Google veröffentlicht keine Formel. Die bekannteste Schätzung stammt von Adalysis: 1 Punkt, dazu bis zu 3,5 Punkte für die erwartete CTR, bis zu 2 Punkte für die Anzeigenrelevanz und bis zu 3,5 Punkte für die Landingpage. Der Rechner in diesem Beitrag nutzt dieses Modell. Verstehen Sie das Ergebnis als Hinweis, wo Ihre Punkte liegen, nicht als Googles eigenen Wert.

Gibt es den Qualitätsfaktor bei Shopping und Performance Max?

Nein. Google weist den Qualitätsfaktor nur pro Keyword in Suchkampagnen aus. Shopping-Kampagnen laufen über Ihren Produktfeed und haben keine Keywords, also auch keinen Qualitätsfaktor, und Performance Max zeigt ebenfalls keinen. Qualität zählt dort trotzdem. Klare Produktdaten, gute Texte und eine Landingpage, die das Versprechen der Anzeige einlöst, helfen in jedem Kampagnentyp.

Gibt es bei Facebook und Instagram einen Qualitätsfaktor?

Nicht als einzelne Zahl. Meta hat den Relevanzwert von 1 bis 10 im Jahr 2019 durch drei Relevanzdiagnosen im Werbeanzeigenmanager ersetzt: Quality Ranking, Engagement Rate Ranking und Conversion Rate Ranking. Sie vergleichen Ihre Anzeige mit Anzeigen, die um dieselbe Zielgruppe konkurrieren. Sie erscheinen erst ab 500 Impressionen und fließen laut Meta nicht in die Auktion ein.

Sinkt der Klickpreis immer, wenn der Qualitätsfaktor steigt?

Meistens, aber nicht immer. Google schreibt, dass Anzeigen mit höherer Qualität in der Regel weniger pro Klick kosten. Rücken Sie durch bessere Qualität auf eine höhere Position, treffen Sie dort auf stärkere Anzeigen, und Ihr Klickpreis kann sogar steigen. Darauf weist auch Adalysis hin. Achten Sie deshalb auf die Kosten pro Anfrage oder pro neuem Kunden, nicht nur auf den CPC.

Kann man den Qualitätsfaktor pro Kampagne sehen?

Nicht in Google Ads selbst. Google zeigt den Qualitätsfaktor nur pro Keyword und rät davon ab, ihn zu aggregieren. Tools wie Adalysis berechnen einen nach Impressionen gewichteten Durchschnitt pro Anzeigengruppe oder Kampagne. Microsoft Advertising zeigt solche Werte standardmäßig. Nutzen Sie einen Durchschnitt, um zu sehen, wo Sie beginnen, nicht als Ziel.

Geschrieben von

Marrallisa Kreijkes

Gründerin von Viralistic und offizielle n8n Ambassador

Marrallisa leitet von Amsterdam aus Strategie, Design, Sichtbarkeit und Automatisierung für Premiummarken. Sie hat Teams bei Volkswagen geschult und spricht auf Events von n8n und Anthropic. Möchten Sie Ihre Situation besprechen? Vereinbaren Sie direkt ein Gespräch mit ihr.

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